Bietigheim-Bissingen Ein Fahrradring um den Bürgergarten

Von Yannik Schuster
Die Stadt will Fahrradfahrer, soweit möglich, um den Bürgergarten herum leiten, um Konflikte mit Fußgängern zu vermeiden. Foto: /Martin Kalb

Im Windschatten der B27-Sanierung will die Stadt die Situation für Radfahrer und Fußgänger im Bürgergarten verbessern.

Der Bietigheim-Bissinger Gemeinderat hat am Dienstag einstimmig beschlossen, die Radwegeverbindungen im Bereich des Bürgergartens zu verbessern, um Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern zu verringern. Anlass dafür ist die laufende Sanierung der B 27 durch das Regierungspräsidium Stuttgart. In deren Windschatten könne man mit vergleichsweise wenig Aufwand einen Fahrradring um den Bürgergarten schaffen, wie Matthias Knobloch, Leiter des Grünflächen- und Tiefbauamts, erklärte. Ziel sei es, die Radfahrer möglichst aus dem Bürgergarten herauszuhalten. Hier habe es in der Vergangenheit immer wieder Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern gegeben.

Knotenpunkt wird umgebaut

Was ist konkret geplant? Der Knotenpunkt Großingersheimer Straße/Forststraße soll zugunsten des Fuß- und Radverkehrs umgebaut werden. Dabei soll eine baulich erhöhte Aufpflasterung auf die Fahrbahn eingebaut werden, über die der Radverkehr bevorrechtigt geführt wird. Auf der Südseite der Einmündung Großingersheimer Straße/Forststraße soll der bestehende Radweg von zwei Metern auf 3,35 Meter verbreitert werden. Dazu soll im Gegenzug die Breite des Mittelstreifens auf der Fahrbahn der Großingersheimer Straße verringert werden. Auch die Rampe in die Unterführung soll im Kurvenbereich verbreitert werden. Die Treppenanlage wird hierfür zurückgebaut und die Drängelgitter werden entfernt. Für diese Maßnahme sind laut Ratsvorlage Kosten von rund 200.000 Euro angesetzt, die jedoch zu 75 Prozent förderfähig seien.

Für die weiteren Maßnahmen im Bürgergarten sind Gesamtkosten von 300.000 Euro veranschlagt, mit gleicher Förderung. Hier soll die bestehende, gepflasterte Abkürzung unterhalb der Auwiesenbrücke ausgebaut werden. Dabei sollen die Kurvenbögen und die Sichtverhältnisse verbessert werden.

Zudem soll die Treppenanlage bei der Bushaltestelle Auwiesenbrücke als breite Freitreppe neu gebaut werden. Die Haltestelle selbst wird im Zuge der B 27-Sanierung barrierefrei ausgebaut. Weiter soll der gepflasterte Weg zwischen der B 27-Unterführung und dem Enzsteg, der perspektivisch ebenfalls neu gebaut werden soll, befestigt und verbreitert werden. Diese Verbindung stelle die kürzeste Verbindung zwischen dem Wohngebiet Sand und dem Sportpark Ellental dar. Durch das bestehende Grobpflaster sei er aber nicht für den Radverkehr geeignet. Grundsätzlich gilt, dass die Stadt den Radverkehr auf der Westseite der Enz konzentrieren will, hier plant die Stadt eine ganze Reihe an Maßnahmen (die BZ berichtete). Der bestehende Radweg im südlichen Teil des Bürgergartens zwischen der Wobachstraße und der B 27-Unterführung soll derweil auf einer Länge von 70 Metern ausgebaut werden. Derzeit sei dieser zu schmal.

Stadtrat Marcus List (CDU) sagte, durch die geplanten Maßnahmen werde eine gute Verbindung zwischen dem Gebiet Kreuzäcker und dem Sand geschaffen, zugleich werde der Enztalradweg gestärkt. Gleichwohl sagte List, dass man den Radfahrern das Fahren durch den Bürgergarten nicht verbieten könne. Er regte an, den bestehenden Schotterweg zwischen dem Spielturm und dem Enzpavillon als Radweg auszuweisen und die Notwendigkeit der geplanten Radrampe am Overland-Park-Garten zu überprüfen. Dort schaffe man Konfliktsituationen, die man im Bürgergarten versuche, zu vermeiden.

Viel Lob aus dem Gremium

Albrecht Kurz (GAL) widersprach vehement. Den Schotterweg könne man aus Naturschutzgründen nicht befestigen, das sei bereits mehrfach geprüft worden. Auch die Umfahrung der unteren Hauptstraße sei aus Fahrradperspektive dringend notwendig. Die zunächst angedachten Vorhaben der Stadt begrüßte er ausdrücklich. „Wenn man als Radfahrer etwas fordert und es kostet mehr als 100.000 Euro, hat man ein Problem.“ Nun aber ergebe sich eine Chance durch die Baustelle des Regierungspräsidiums. Hätten die Radfahrer eine zügige Verbindung, dann würden sich die meisten wohl nicht mehr durch die Fußgänger im Bürgergarten schlängeln, prophezeite der ADFC-Vorsitzende.

Auch Ines Brodbeck (SPD) sah in den geplanten Vorhaben eine Möglichkeit, die Sicherheit und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität im Bürgergarten zu erhöhen. Götz Noller (FDP) konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, immerhin profitiere der Radverkehr nun von der Sanierung der meistbefahrenen Straße der Stadt. Er pflichtete Albrecht Kurz bei: Eine Radrampe am Unteren Tor würde darüber hinaus für Entlastung sorgen. Werner Kiemle (SPD) erinnerte seine Kollegen daran, dass besagte Vorhaben überhaupt nicht Teil der Vorlage seien. Jetzt gehe es erst einmal darum, die Planungen voranzutreiben.

 
 
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