„Mobil im Leben“ sind die Senioren, die am Samstag das Angebot des Dachverbands für Seniorenarbeit Bietigheim-Bissingen begeistert nutzten. In und um den Enzpavillon fanden am Seniorentag viele Programmpunkte statt, die nicht nur die älteren Teilnehmer, sondern auch manch jungen Besucher zum Mitmachen verlockten.
Bietigheim-Bissingen Ein ganzer Tag für die Senioren
Der Dachverband für Seniorenarbeit Bietigheim-Bissingen veranstaltete Aktionen rund um den Enzpavillon.
Den Auftakt bildete ein ökumenischer Gottesdienst, der vom „Arbeitskreis Christlicher Kirchen“ im Enzpavillon veranstaltet wurde. Die Pfarrer Bernhard Ritter von der evangelischen und Jens-Uwe Schwab von der katholischen Kirche, Carsten Buhr als Prediger der Süddeutschen Gemeinde sowie Thomas Reusch-Frey, Pfarrer im Ruhestand, versuchten, mit ihren Worten Kraft, Mut und Lebensfreude für jedermann zu vermitteln. Dazwischen wurden unter der musikalischen Begleitung von Bernd Gottwald Lieder wie „Großer Gott, wir loben Dich“ gesungen, ehe alle Besucher feierlich gesegnet wurden.
Der anschließende Andrang an der Grillstation bei den Aktiven Senioren war groß. Auch Elfriede Jung stärkte sich mit einer Bratwurst, ehe sie, selbst Mitglied dieses Vereins, ihren Dienst an einem Verkaufsstand antrat. Häkel- und Strickwaren, bedruckte Taschen und vieles andere mehr konnten erworben werden.
Schnellhörtest möglich
„Es ist schön, dass einmal ein ganzer Tag für die Senioren organisiert wird,“ freute sich Monika Saussele und ihre Freundin Renate Häusler ergänzte lachend, „das ist für uns Alte ganz toll gemacht worden“. Die beiden Bissingerinnen führten beim Stand des Hörakustikers Csanitz einen Schnellhörtest durch und erfuhren dort, dass Schwerhörigkeit oft damit beginne, ähnliche klingende Worte wie „Haus und Maus“ akustisch nicht mehr richtig unterscheiden zu können.
Inzwischen hatte das Café Enzpavillon geöffnet und verwöhnte die Besucher mit Kaffee, kühlen Getränken und fruchtig-bunten Obstkuchen. Nicht weit davon entfernt wurden Handmassagen durchgeführt.
Der siebenjährige Philipp Sachs aus Bietigheim war mit seinen beiden Brüdern, den Eltern und der Oma hier. „Ich habe mir schon alles angeschaut“, strahlte er und knabberte hingebungsvoll an einer duftenden Waffel mit Puderzucker, die Yvonne Liebchen und ihre Kollegin von der Diakoniestation Bietigheim gebacken hatte.
Rollator im Test
Der VdK bot Reisen für ältere Herrschaften an, und Christoph Nebel vom Sanitätshaus Keller stellte die „fast eierlegende Wollmilchsau“ vor: einen elektrischen Rollator, der zum Rollstuhl umgebaut werden kann.
Ute Rösch parkte ihr Fahrrad und testete interessiert einen herkömmlichen Rollator. „Meine Mutter ist 90, und irgendwie sollte ich ihr den schmackhaft machen, ehe sie es geistig nicht mehr hinbekommt“.
Den Nachmittag gestaltete das Präventionstheater vom Kreisseniorenrat Ludwigsburg mit dem Projekt „Falsche Versprechen und echte Gefühle“. Ein unterhaltsames Theaterstück, das eindrucksvoll Betrugsmaschen aufdeckt und zeigt, wie geschickt und manipulativ die Täter mit den Gefühlen ihrer Opfer umgehen.
Tobias Hähnle vom Busunternehmen Spillmann führte vor, wie einfach man inzwischen mit einem Rollator Bus fahren könne, und Theresa Lessnig-Wagner berichtete von ihrem Leben im betreuten Wohnen der „Pro Seniore Residenz Ellental“, an deren Stand man das Glücksrad drehen durfte: „Ich bin hier bestens aufgehoben und kann dennoch tun und lassen, was ich will.“
Corinna Müller
