Bietigheim-Bissingen Ein Musical zum Stadtjubiläum

Von Uwe Mollenkopf
Bei der Projektvorstellung zum Musical „Alice in BiBi-Town“ (von links): Stefan Raab, Saskia Tabler (Gesang), Maria Cultrera (Tanz), Sandra Willmann (Schauspiel) und Barbara Hernández. Foto: /Oliver Bürkle

Als Kooperationsprojekt der Kunstschule und der Musikschule ist am Donnerstag und Freitag „Alice in BiBi-Town“ zu sehen.

Das ganze Jahr über steht in Bietigheim-Bissingen der Zusammenschluss der Kommunen Bietigheim und Bissingen vor 50 Jahre im Blickpunkt – auch musikalisch. Als Kooperationsprojekt haben die Kunstschule Labyrinth und die Musikschule im Schloss aus Anlass des Jubiläums ein Musical entwickelt. Vor der Premiere am Donnerstag in der Historischen Kelter stellten die Verantwortlichen am Montag das Projekt vor.

Bereits 2024, zur Veranstaltungsreihe „Bibi Pop“, hatten die beiden Einrichtungen mit „Musik macht Freu(n)de“ ein Musical auf die Beine gestellt. „Wir sagten uns, das muss weitergehen“, erklärt Stefan Raab, Fachbereichsleiter für Theater, Tanz und Zirkus an der Kunstschule, zur Entstehungsgeschichte. Man habe beschlossen, auch im Jahr des Stadtjubiläums ein Musical aufzuführen und dieses selbst zu entwickeln. „Wir wollen junge Gedanken zu 50 Jahre Bietigheim-Bissingen beisteuern“, so Raab.

Zwölf junge Talente im Rampenlicht

Wie Raab und die Leiterin der Musikschule im Schloss, Barbara Hernández, schildern, verschmelzen in dem Stück Gesang, Schauspiel und Tanz zu einem Bühnenerlebnis – mit jungen Talenten im Rampenlicht unter der Führung von Bühnenprofis der Kunstschule und der Musikschule. Das künstlerische Leitungsteam, das bereits beim Musical zu „Bibi Pop“ verantwortlich zeichnete, besteht aus Sandra Willmann, die für den Bereich Schauspiel zuständig ist, Maria Cultrera (Tanz) und Saskia Tabler (Gesang).

Unter dem Titel „Alice in BiBi-Town“ soll eine fantasievolle Brücke zwischen Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“ und dem heutigen Bietigheim-Bissingen geschlagen werden. Die Idee dazu hatten Maria Cultrera und Sandra Willmann, den Text schrieben Willmann und die Schülerin Charlotte Kiederowski. Letztlich hätten die drei Dozentinnen ein Grundgerüst vorgegeben, so Saskia Tabler, das dann im Prozess unter Beteiligung der Schüler weiterentwickelt wurde. Man habe dabei den Kindern die Rollen „auf den Leib geschrieben“, so Willmann.

Proben für das Musical beim neuen Kurs „On Stage“

Geprobt wurde im Rahmen des Kurses „On Stage“, den es seit 2024 gibt und in dem die beiden Einrichtungen die Teilnehmer einmal pro Woche in Gesang, Tanz und Schauspiel schulen. Ganz intensiv sind die Vorbereitung nochmals in dieser Woche. Alle Kinder aus diesem Kurs im Alter von zehn bis 16 Jahren, die meisten zwischen 13 und 15, sind bei der Aufführung in der Kelter dabei. Insgesamt sind es zwölf Mitwirkende und 13 Rollen – inklusive einer Doppelrolle.

Der Rahmen – ob Licht oder Ton – sei professionell, sagt Raab. Die Schüler sollten lernen, die Herausforderung zu bewältigen, sich auf der Bühne zu präsentieren, und so Selbstvertrauen gewinnen. Zum Inhalt wird so viel verraten: Auf der Suche nach neuen Welten jenseits des Wunderlandes landet Alice in Bietigheim-Bissingen. Durch eine magische Tür führt sie der weiße Hase in eine Welt, in der alles anders scheint und sie wie eine Fremde aus der Vergangenheit wirkt. Schnell lerne sie die eigenwilligen Bewohner kennen – doch ihr Weg zurück ins Wunderland droht versperrt zu werden, da eine Bauunternehmerin ein Projekt plant, das alles verändern könnte. Es geht darum, dieses Vorhaben zu verhindern, wobei auch eine rote und eine weiße Königin sowie eine geheimnisvolle Grinsekatze mit von der Partie sind.

Versprochen werden von den Verantwortlichen Humor, Spannung und Anspielungen auf Bietigheim-Bissingen. Die Songs seien alle aktuell, sagt Saskia Tabler, das Spektrum reiche von Pop und Rap bis zur Filmmusik.

Für das Musical gibt es drei Aufführungen in der für 200 Zuschauer bestuhlten Kelter. Die Aufführung für Schulklassen am Freitag, 6. Juni, 11 Uhr, bei freiem Eintritt ist schon ausverkauft, bei den Aufführungen am Donnerstag, 5. Juni, und am Freitag, 6. Juni, jeweils um 19 Uhr, gibt es noch freie Plätze.

Realisierung mithilfe von Stadt und Stiftungen

Das Budget für das Musical beträgt laut Stefan Raab 15.000 Euro. Das Geld werde unter anderem für Technik, Bühnenbild und Kostüme benötigt. Er sei froh über die Unterstützung durch die Stadt und die beiden Sponsoren Wiedeking-Stiftung und Uwe-Trefz-Stiftung, die mit Fördergeldern von 10.000 Euro das Projekt überhaupt erst möglich gemacht hätten.

 
 
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