Bietigheim-Bissingen Experimentieren im Eislabor

Von Petra Neset-Ruppert
Die gelernte Konditorin und Eismacherin Madeleine Schneider bietet nicht nur Eis an. Sie kombiniert die beiden Handwerke und kreiert Eistorten und -törtchen. Foto: /Martin Kalb

Madeleine Schneider bietet in ihrem Laden „Art Glacé“ in Bietigheim-Bissingen nicht nur Eis, sondern auch Eistorten an. Warum sie in der Altstadt gelandet ist, hat sie der BZ erzählt.

Zehn Jahre lang hatte ich diesen Traum im Kopf“, verrät Madeleine Schneider. Die 34-Jährige hat vor Kurzem in der Bietigheimer Altstadt ihren eigenen Eisladen „Art Glacé“ eröffnet und bietet dort nicht nur Eis an. Die gebürtige Französin hat nämlich auch eine Patisserie-Ausbildung (eine Ausbildung zur Konditorin) und arbeitete zunächst in diesem Bereich. Dann beschloss sie ihre Begeisterung für Eis auch beruflich umzusetzen und machte eine Eisausbildung in Bologna in Italien. „Und dann habe ich beide Handwerke verbunden und mich selbstständig gemacht“, erzählt Schneider.

Verliebt in die Altstadt

Denn in der oberen Hauptstraße gibt es nicht nur Eis, sondern auch Eistorten und -törtchen. Und das ist erst der Anfang. Madeleine Schneider sprüht nur so vor Ideen. Von Eis am Stiel, über eine spezielle Bietigheim-Sorte, veganem Eis bis hin zu besonderen Eis-Frucht-Schokoladen hat die 34-Jährige so einiges vor. „Aber jetzt heißt es erst einmal ankommen und sich einspielen. Nebenbei experimentiere ich schon ganz viel“, verrät Schneider.

Doch wie kam es, dass sie hier in Bietigheim ihren Laden eröffnet hat? „Das war eine ganz bewusste Entscheidung. Ich habe mir ganz viele Städte in der näheren Umgebung von Stuttgart angesehen und war sofort verliebt, als ich hier die Altstadt gesehen habe“, erzählt die Eiskonditorin. Vor einem Jahr zog Schneider mit ihrem Partner von Freiburg nach Stuttgart. Doch die schwäbische Landeshauptstadt war ihr zu groß und zu anonym. Sie liebe Architektur und die Mischung aus Altem und Neuem, sagt sie. Deshalb habe sie Bietigheim gleich begeistert. Dann ging es tiefer in die Recherche.

„Ich finde auch das Konzept der Stadt toll mit den Parkplätzen um die Altstadt herum und der Hauptstraße hier zum Spazieren, das hat einfach gepasst.“ Mit dem Einzug von „Art Glacé“ kommt nun ein weiteres Angebot in den oberen Teil der Hauptstraße. Nachdem das Café Mosh in der Nachbarschaft bereits mehr Besucher in den oberen Teil der Altstadt gezogen hat (die BZ berichtete), hofft Schneider nun auch auf viele Kunden. „Mit Musikschule, Grundschule und Städtischer Galerie in der Nachbarschaft ist das schon ein toller Standort.“

Auch die anderen Eisdielen in der Altstadt machen ihr keine Sorgen. „Ich biete etwas anderes an. Jedes Geschäft hat sein eigenes Klientel“, betont die Eiskonditorin. Dem Ansturm beim vergangenen Osterbrunnenfest war sie gewachsen, doch am Abend war sie dann ausverkauft.

Das passende Verfahren finden

Alles macht die 34-Jährige alleine, vom Einkauf über das Marketing bis hin zum Verkauf an der Theke. Die Selbstständigkeit habe ihr bisher schon einiges abverlangt, „aber das, was ich mache, mache ich mit Spaß und deshalb ist es auch nicht schlimm“, sagt sie und lacht. Gerne würde sie auch noch Sitzplätze, sowohl für draußen als auch drinnen, anbieten. Die Gespräche mit dem Bauamt laufen bereits. „Es wäre schön, wenn meine Gäste hier auch ein wenig verweilen könnten“, sagt Schneider.

Mit viel Leidenschaft steht sie regelmäßig in ihrem „Eislabor“ und probiert sich an neuen Sorten. Von Lebkucheneis mit hauzarten Schokoladenstückchen über Orangeneis – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Doch gerade die Eistorten sind eine besondere Herausforderung. „Ich bespreche da mit den Kunden nicht nur den Geschmack, sondern zum Beispiel auch wie weit sie die Torten transportieren“, erklärt Schneider. Damit die Torte nicht gefroren, aber auch nicht zu weich ist, gilt es einiges zu beachten gerade. „Je nachdem, mit welcher Temperatur ich arbeite, braucht es ein unterschiedliches Verfahren.“

Doch genau das mache ihr so Spaß und sei das Schöne an ihrer Selbstständigkeit, sie könne einfach mal „machen und ausprobieren“. Und siehe da, Plätzchenausstecher kann man auch für Eis verwenden und der Spritzbeutel für die Sahne funktioniert auch für das Eis auf den Torten.

Das perfekte Rezept

Der Austausch mit den Kunden sei bisher sehr positiv gewesen und sie habe sich über die Rückmeldungen gefreut. Dabei entstehen häufig auch Ideen für neue Eissorten. Und was isst die Eiskonditorin selbst am liebsten? „Mango und Joghurt, allerdings brauche ich noch ein gutes Rezept für Joghurteis. Mango ist schon perfekt.“

In Zukunft möchte sie auch regionale Produkte für ihre Eiskreationen verwenden. „Sobald ich Zeit habe, werde ich mich umschauen, auch in der Stadt.“ Und wer weiß, vielleicht gibt es dann auch eine Bietigheim-Eistorte mit Viadukt. „Die Möglichkeiten sind riesig“, verspricht Schneider.

 
 
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