Bietigheim-Bissingen Expressive Stimmen und virtuoses Spiel bereiten Freude

Von Jonathan Lung
Der Höhepunkt bei „Jazz im Olymp“: Der Auftritt der „Mama Shakers“ aus Paris mit ihrer Sängerin Angela Strandberg. Foto: /Martin Kalb

Zum 22. Mal fand „Jazz im Olymp“ statt. Der Erlös geht an die Olymp-Bezner-Stiftung, die damit Kinder- und Jugendprojekte fördert.

Das vierhändige Schlagzeugsolo von Gregor Beck und Frits Landesbergen erklang gerade, als Engelbert Wrobel am Nachmittag scherzhaft „das letzte Stück vor der Zugabe“ seiner „Olymp All Stars“ ankündigte. Da war der Tag am Firmensitz von Olymp schon lang gewesen – und musikalisch: Denn wie jedes Jahr seit 2002 feierte man Fronleichnam auch diesmal mit Jazz.

Den Anfang machte das Acoustic Trio um Joachim Kunz: er selbst mit Sopransaxophon, Klarinette und Gesang, Peter Sacher am Kontrabass und Kurt Schlaf am Banjo eröffnen das Festival mit New Orleans-Rhythmen und spielten auch immer wieder in den Pausen, etwa ein rauchiges „What a wonderful World“.

Auf Spuren von Glenn Miller

Auf den Sound-Spuren vom legendären Glenn Miller wandelten dann die 18 Musiker von „Doc’s Big Band“: sie brachten den swingenden Sound aus dieser Ära auf die Bühne, die wie jedes Jahr vor den gedeckten und gut bewirteten Tischen im überdachten Bereich der Firmenzentrale stattfand.

Der kurze, aber heftige Guss am Nachmittag sei so kein Problem gewesen, erzählt Marc Fritz von Olymp: der „hätte zwar nicht sein müssen“, ansonsten sei das Wetter aber perfekt gewesen: nicht zu warm und nicht zu kalt.

Die mit acht Mann besetzte internationale Band um Denny Ilett und Colin Dawson erweckte später im Programm dann den unverwechselbaren Sinatra-Sound neu, bevor die „Olymp All Stars“ zusammen mit Karl-Friedrich von Hohenzollern auf die Bühne kamen.

„Such a lovely time“, so eine schöne Zeit, hatten sie hier vor zwei Jahren, erinnerten sich dann die „Mama Shakers“ auf der Bühne, die den furiosen Abschluss machten. Aus Paris angereist, spielten sie ausgelassenen 1920s Jazz mit eigenen Liedern: „When my man is out oft own I’m never lonely“ war dann gleich ihr zweiter Song, bei dem nicht nur Sängerin Angela Strandberg tanzte, sondern auch einige im Publikum.

Durchaus auch Abwechslung reinbringen und neue Gäste anziehen wolle man mit den anderen Gruppen, während die Olymp All Stars als Konstante der Jazz Open natürlich jedes Jahr auftreten, erklärt Fritz: „In der Vergangenheit gab es da ja auch schon viele Ideen: dass wir nicht nur die typische Jazzmusik bringen – wir hatten ja auch schon schottische Dudelsackbläser und Samba-Musik aus Brasilien. Wir experimentieren da schon ein bisschen!“

Varianz und Unerwartetes

Nicht immer dasselbe bringen, sondern auch Varianz, Unerwartetes und neue Stilrichtungen, das sei das Ziel, „auch für die Leute, die mit der Jazz-Musik nicht so viel anfangen können“ – und dabei das Bewährte zu erhalten. „Bei der Tombola müssen wir die Leute fast schon von der Spielsucht abhalten“, lacht Fritz, hier gingen alle Lose weg.

Denn die Gäste wissen: die Erlöse gehen genauso wie die Eintrittsgelder und die freiwilligen Spenden an die karitativen Projekte der Olymp-Bezner-Stiftung. Dabei werden die Kosten des Fests nicht gegengerechnet – diese würden das Spendengeld wohl auch übersteigen, das Fritz wie in den letzten Jahren im unteren fünfstelligen Bereich erwartet. Der Verein des Pestalozzi Kinder- und Jugenddorf Wahlwies ist ebenso unter den Geförderten wie das Eco Learning Camp in Bandung, Indonesien und das christliche Kinder- und Jugendwerk der Arche. Ein stimmungsvoller Tag voller musikalischer Variationen und Eindrücke verband sich so auch im 22. Jahr von „Jazz im Olymp“ mit dem guten Zweck.  

 
 
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