Die Bietigheimer Feuerwehr hat ihr altgedientes Feuerwehrhaus in der Mühlwiesenstraße am Samstag verlassen. Für die Zeit des Um- und Neubaus operiert die Feuerwehr aus den Hallen des ehemaligen DLW-Geländes (die BZ berichtete).
Bietigheim-Bissingen Feuerwehr zieht in die Übergangsbleibe
Bis 2028 soll die Feuerwache um- und neugebaut werden. Die Feuerwehr kommt solange im ehemaligen DLW-Areal unter.
Um den Umzug nun final vollziehen zu können, waren einige Vorarbeiten nötig, wie Kommandant Frank Wallesch erläuterte. Zunächst wurde ein Ausfahrtstor als direkte Verbindung zur B 27 geschaffen. Weiter wurden die möglichen Zufahrtstore auf das Gelände mit den Alarmgebern der Feuerwehrleute verknüpft, um im Alarmfall eine ungehinderte Zufahrt der Einsatzkräfte in die Interimswache zu ermöglichen. Vor einigen Wochen habe man bereits damit begonnen, nicht zeitkritische Ausstattung und Geräte in die Interimswache zu bringen, so Wallesch weiter.
Auch musste die komplette Funk- und Telekommunikationstechnik aus- und wieder eingebaut werden. In der Interimswache wurden Anschlüsse zur dauerhaften Strom- und Druckluftversorgung der Einsatzfahrzeuge eingebaut, zudem wurde eine Notstromversorgung implementiert. Da sowohl Fahrzeuge als auch Umkleide- und Sozialbereiche in einer Halle untergebracht sind, wurden entsprechende Container aufgestellt und angeschlossen. Ebenso vorbereitet wurden die Schulungs- und Besprechungsräume der Feuerwehr sowie die Arbeitsplätze dreier städtischer Mitarbeiter, die diese verlegen mussten. Die Jugendfeuerwehr hat darüber hinaus einen eigenen Bereich in der Interimswache erhalten.
Finaler Umzug vollzogen
Nun folgte am Samstag der letzte, noch ausstehende Schritt: Alle Feuerwehrleute nahmen ihre persönliche Schutzausrüstung aus ihren Spinden und brachten diese in die Interimswache. Zugleich wurden in diesem Zuge sämtliche Fahrzeuge dorthin gebracht. Da alles andere bereits umgezogen wurde, könne die Einsatzbereitschaft ununterbrochen sichergestellt werden, so Wallesch weiter. Trotzdem werde in den ersten Wochen – bis die neuen zeitlichen Abläufe bekannt sind – bei Einsätzen im Stadtgebiet zusätzlich ein Löschfahrzeug der Abteilung Bissingen alarmiert, um die vorgeschriebenen Hilfsfristen sicher einhalten zu können.
Diese Maßnahme treffe man vor allem auch im Hinblick auf die noch laufenden Baumaßnahmen an der B 27 und den daraus resultierenden Verzögerungen bei der Anfahrt der Einsatzkräfte in ihren Privatfahrzeugen.
Rund 13,2 Millionen Euro soll der Neubau der Feuerwache in der Mühlwiesenstraße kosten. Er ist nötig, weil im Feuerwehrbedarfsplan von 2022 gravierende Mängel für das Gebäude aus den 1970er-Jahren festgestellt wurden.
Unter anderem werden darin die Zufahrts- und Parkplatzsituation, fehlende Abstandsflächen in der Fahrzeughalle, mangelhafte Ausfahrtsbreiten der Tore, eine fehlende Abgasabsaugung, zu kleine Umkleidebereiche, überalterte Sanitärräume und ausgereizte Lager- und Werkstattflächen genannt. Insgesamt habe der Standort seine Kapazitätsgrenze für die wachsenden Aufgaben der Feuerwehr erreicht.
Abriss ab Mitte Mai
Die bestehende Fahrzeughalle soll abgerissen werden und durch einen größeren Neubau mit zusätzlichem Obergeschoss ersetzt werden. Der Neubau ist vom Untergeschoss bis zur Decke des ersten Obergeschosses als Betonkonstruktion geplant. Das zweite Obergeschoss soll als Holzkonstruktion errichtet werden. Das bestehende Hauptgebäude soll umgebaut werden. Die neue Alarmausfahrt soll im Nordwesten des Gebäudes direkt auf die B 27 erfolgen.
Rund 2,5 Jahre Bauzeit sind für die Maßnahme vorgesehen. Mit dem Abriss soll Mitte Mai begonnen werden.
