Bietigheim-Bissingen Feuerwehrmuseum im Keller: Werkeln, erhalten und erinnern

Von Petra Neset-Ruppert
Achim Mück, Heinz Bentz, Alfred Bentz und Berthold Fein gehören zur Museumsgruppe der Alterswehr und kümmern sich um das Bissinger Museum im Keller der Feuerwache Bissingen. Foto: /Werner Kuhnle

Seit zwölf Jahren sammeln, restaurieren und pflegen Mitglieder der Alterswehr von Bietigheim-Bissingen Exponate rund um die Geschichte der Feuerwehr.

Alles begann mit einem alten Löschfahrzeug, das im Keller der Bissinger Wehr stand. „Den alten Schlauchwagen haben wir damals auf den Felgen reingefahren, damit er durch die Tür passte“, erinnert sich Alfred Bentz. Vor Kurzem erhielt Bentz den Ehrenamtspreis für das Bissinger Feuerwehrmuseum, das er gemeinsam mit neun weiteren Mitgliedern der Alterswehr betreibt.

Seit bald zwölf Jahren wird im Bissinger Museum im Keller der Feuerwache Bissingen gesammelt, restauriert und gepflegt. Um die 1600 Ausstellungsstücke sind so über die Jahre zusammen gekommen: Von Pickelhauben-Helm über historische Pumpenwagen bis hin zu Atemschutzausrüstung aus dem 19. Jahrhundert – im Bissinger Feuerwehrmuseum gibt es einiges zu entdecken.

Doch nicht nur die Ausstellungsstücke zeigen die Geschichte der Wehr, auch die Museumsgruppenmitglieder können viel zur Geschichte der Feuerwehr Bissingen beitragen. „Damals hatte noch jeder Feuerwehrmann so eine Art Alarmwecker in der Wohnung, mit der er gerufen wurde für den Einsatz. Wir hatten sogar einen Funkalarmfänger im Meisterbüro in der Firma. Zwei Minuten nach Alarm sind wir ausgerückt“, erinnert sich Heinz Bentz. Auch ohne Handy waren die Feuerwehrmänner damals schnell alarmiert und im Einsatz.

„Es ist unwahrscheinlich viel geworden, was man alles können muss. Zwar gibt es immer mehr spezifische Geräte, aber die muss man dann auch zu bedienen wissen“, erklärt Berthold Fein.

Die Pumpe und ihre Geschichte

Immer donnerstags kommt die Museumsgruppe zusammen und werkelt in ihrem Museum. „Alle Ausstellungsstücke funktionieren noch und unsere Fahrzeuge haben TÜV, wir können sie auch fahren“, erklärt Achim Mück stolz. Bei Restaurierungsarbeiten kommen dann auch alte Geschichten zu Tage: Der alte Löschwagen der Feuerwehr Metterzimmern, mit dem die Altfeuerwehr auch immer am Pferdemarkt teilnimmt, zeigte wie gefährlich die Löscharbeit während des Zweiten Weltkriegs war. Einschusslöcher in der metallenen Löschpumpe mussten wieder zugeschweißt werden. Damals waren auch Frauen im Einsatz, die das Löschwasser nur mit Muskelkraft hochpumpen mussten.

Eine Urkunde an der Wand belegt das Gründungsdatum der Bissinger Feuerwehr: 1875 – eines der ältesten Ausstellungsstücke im Museum. Einmal im Jahr gibt es auch eine Übung an der Enz. Dann werden auch die alten Geräte genutzt und ausprobiert. Falls etwas nicht ganz rund läuft und funktioniert, landet das Ausstellungsstück auf dem Werkstatttisch, denn unter den Museumsgruppen-Mitgliedern gibt es unter anderem Elektriker, Mechaniker und Schlosser, die mit ihren Fähigkeiten und Wissen bisher immer noch jede Pumpe zum Laufen gebracht haben.

Werkstatt und mehr Platz

Wenn sich die Museumsmänner etwas wünschen könnten, dann wäre das mehr Lagerraum und eine eigene Werkstatt in der sie arbeiten können, denn momentan nutzen sie für größere Arbeiten die Werkstatt eines Feuerwehrkameraden. Sammeln wollen sie weiter: „Wenn jemand noch alte Feuerwehrsachen zu Hause hat, darf er sie gerne vorbeibringen“, sagt Heinz Bentz. Ein Plätzchen habe sich bisher immer gefunden.

Das Feuerwehrmuseum in Bissingen öffnet immer am Tag der offenen Tür der Feuerwehr Bissingen seine Türen. Für angemeldete Gruppen gibt es auch Sonderführungen und im Rahmen des Sommerferienprogramms der Stadt konnten sich im vergangenen Jahr Kinder und Jugendliche die Geschichte der Feuerwehr im Bissinger Kellermuseum ansehen.

„Es ist schön, dass wir hier im Haus sind und so noch in Kontakt mit den aktiven Kameraden sind“, betont Alfred Bentz. Denn was die Feuerwehr so besonders mache, sei eben die Gemeinschaft in die man aufgenommen wird. Das kann man auch an den vielen archivierten Bildern des Museums sehen, die die Feuerwehrfrauen und -männer nicht nur im Einsatz, sondern auch beim geselligen Zusammensein zeigen.

 
 
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