Bietigheim-Bissingen Firmenlauf endet mit Gewitter

Von Lisa Lorenz
Beim Start um 19.30 Uhr war das Wetter noch gut. Das Team, das als Raupe lief, steht zur Auswahl für den Preis für das kreativste Outfit. Foto: /Oliver Bürkle

Viele der Teilnehmer am BZ-Firmenlauf hatten sich kein bestimmtes Ziel gesetzt, außer Spaß zu haben. Ein starkes Gewitter mit Hagel durchkreuzte diese Pläne bei einigen Läufern.

Hauptsächlich wollen wir Spaß haben und das Wetter genießen“, sagt Dürr-Team-Captain Maren Reutter kurz vor dem BZ-Firmenlauf am Donnerstagabend. Das Wetter genießen, das ging noch in der ersten halben Stunde des Laufs – dann kam es zu einem starken Gewitter, schlussendlich musste der Lauf abgebrochen und Teilnehmer mit Autos von der Strecke eingesammelt werden.

Davon ist eine Stunde vor dem Lauf aber noch nichts zu merken. Am Horizont steht zwar eine etwas dunklere Wolke, aber noch scheint die Sonne, es läuft Musik und das Gelände beim Reha-Zentrum Hess füllt sich langsam mit Teilnehmern. Die Dürr-Gruppe, die zum zweiten Mal mitläuft, ist mit ungefähr 160 Läufern da und kann sowohl den Preis für das größte Team als auch den Preis für das Team mit den meisten Azubis ergattern. Die Vorbereitung wurde hier ernst genommen: Alle zwei Wochen gab es gemeinsame Läufe und Krafttrainingseinheiten, „aber alles ganz entspannt“, erzählt Team-Captain Reutter.

Gemeinsames Event im Fokus

Das Team Bosch Rexroth nimmt zum ersten Mal teil, nachdem die Firma erst kürzlich von Stuttgart nach Bietigheim-Bissingen umgezogen ist. 80 Teilnehmer hat das Team, sagt sein Captain Johannes Hay. Darunter seien auch ein paar „Superläufer“. Trainiert habe man nicht gemeinsam, aber Hay zeigt sich zuversichtlich: „Das kriegen die schon hin.“ Im Fokus stehe ohnehin das Gruppenevent; die einheitlichen T-Shirts kämen bei der Belegschaft gut an. Das Team von Körperkontakt Physiotherapie nimmt mit sieben Läufern teil. Letztes Jahr seien sie auch schon dabei gewesen. Ihr Ziel: „Spaß haben“, so eine der Läuferinnen. Dann ist es auch schon Zeit, sich hinter der Startlinie zu versammeln. Die letzten Sekunden werden gemeinsam runtergezählt, und um 19.30 Uhr geht es für die Läufer los; für manche mit einem Sprint, für andere im entspannten Tempo.

Von der Höpfigheimer Straße aus führt die 6,25 Kilometer lange Route über einen Feldweg in den Wald hinein, dann weiter auf einem Feldweg und schließlich zurück zum Start. 15 Minuten nach Beginn ertönt vom Moderator der Hinweis: Wenn es gewittert, sollen die Zuschauer in die Tiefgarage gehen. Nach 20.08 Minuten erreicht Raphael Majer als erster das Ziel, Lina Kabsch wird mit 23.11 Minuten die schnellste Frau. Zehn Minuten später nimmt der Wind allmählich zu, der Torbogen am Ziel schwankt. Kurz danach muss Organisator Florian Frenkel von Reha Hess ihn bereits händisch festhalten, damit die Läufer darunter ins Ziel kommen. Gegen 20.05 Uhr setzt der Regen ein, Plakate zum Anfeuern müssen als Regenschutz dienen. Wenige Minuten später schüttet es wie aus Kübeln, Zuschauer retten sich unter Bäume und Hausdächer, die Absperrung der Strecke kippt um. Zum Regen kommen Hagelkörner in Tischtennisball-Größe. Jetzt ankommende Läufer steuern die Ziellinie schon nicht mehr an und suchen stattdessen direkt Schutz.

Im Maisfeld Schutz gesucht

Andere brechen den Lauf unterwegs schon ab, die Organisatoren fahren die Strecke mit Autos ab und sammeln sie ein, berichtet Florian Frenkel am Tag danach. Es wurden deshalb weniger Läufer im Ziel erfasst, als das Rennen angetreten haben. Es habe Läufer gegeben, die sich nur in ein Maisfeld retten konnten und sich mit Blättern und Maiskolben versucht haben, zu schützen. Außer Hämatomen und Blutergüssen durch die Hagelkörner sowie Schürfwunden sei es aber zu keinen Verletzungen gekommen, so Frenkel. Von den 1387 angemeldeten Läufern sind nur 1159 über die Ziellinie gelaufen, sodass ihre Zeit elektronisch erfasst werden konnte. Der Blech- und Materialschaden sei hingegen groß: Zelte und die aufgebaute Bühne sind zerstört, an der Elektronik des Sängers gebe es massive Schäden.

Siegerehrung fällt aus

Der Katastrophenplan habe aber funktioniert, sagt er. Auch wenn die Zuschauer die Durchsagen, wo sie sich unterstellen können, erst nicht befolgt hätten, sondern weiter auf die eintreffenden Läufer warteten. Eine Siegerehrung gab es nicht mehr, sie soll im Kleinen nachgeholt werden. Über den Sieger des Preises für das kreativste Outfit hätten eigentlich die Zuschauer per Lautstärke ihres Applauses abstimmen sollen. Zur Diskussion stehen eine Gruppe, die als eine große Raupe lief und eine Gruppe mit bunten Zipfelmützen.

Die Pokale für die Sieger der anderen Kategorien müssen noch zugestellt werden. Und für diverse Versicherungen wird es noch einiges zu klären geben – neben den Sachschäden hat der Caterer kaum etwas verkaufen können. Aber: „Es gab sehr viel Hilfsbereitschaft“, und nun sei man einfach froh, dass es keine größeren Verletzungen oder Unfälle gab, so der deutlich geknickte Organisator.

 
 
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