Bietigheim-Bissingen fordert mehr Grünflächen Die Stadt soll grüner und kühler werden

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Pflanzen ragen aus einem Vorgarten mit grauen und schwarzen Kieselsteinen. In Baden-Württemberg sind solche Schottergärten verboten.⇥ Foto: dpa/Carmen Jaspersen

Im Sommer wurde die Freiflächen- und Begrünungssatzung auf den Weg gebracht, nun ist sie beschlossen.

Bereits im Sommer kam der Gemeinderat der Stadt Bietigheim-Bissingen der Landesregierung Baden-Württemberg zuvor, eine Freiflächen- und Begrünungssatzung aufzustellen, durch die unter anderem Schottergärten verboten werden sollen. Sowohl in der Stadt als auch im Land kam die Idee gut an. Während die grün-schwarze Landesregierung zugunsten der Artenvielfalt per Gesetz Schottergärten verbot, umfasst die Satzung der Stadt noch weitere Details. Nach Beteiligung der Behörden sowie der Öffentlichkeit fehlte in Bietigheim-Bissingen nun noch der Satzungsbeschluss. Einhellig sprachen sich die Stadträte kürzlich für die Satzung aus.

„Die GAL hat sich schon lange für ein Verbot der Gärten des Grauens eingesetzt“, nannte Fraktionsvorsitzende Traute Theurer Schottergärten als ein Grund für die Satzung. Diese unterscheidet sich nicht groß vom Entwurf, der im Juni vorgestellt wurde. Ziel sei es, das Stadtbild ökologisch zu verbessern und aufzuwerten. Insbesondere im unbeplanten Innenbereich, in dem es keine Regelungen oder Festsetzungen durch rechtsverbindliche Bebauungspläne, Vorhaben- und Erschließungspläne oder andere städtebauliche Satzungen gibt, soll sie zum Tragen kommen. Hier waren laut Stadt die zuvor gesetzlichen Regelungen nicht ausreichend, um eine Verbesserung bei der Begrünung und Bepflanzung auf den Grundstücken zu erreichen.

Auswirkungen aufs Klima

Die Verwaltung verspricht sich davon positive Auswirkungen auf das Stadtklima, da sich bepflanzte Flächen weniger stark aufheizen. Unter anderem müssen ungenutzte Freiflächen begrünt werden, Vorgartenflächen dürfen nicht als Arbeits- oder Lagerflächen genutzt werden. Freiflächen über Tiefgaragen und anderen unterirdischen Bauteilen sind ebenfalls zu begrünen. Im Detail wird vorgeschrieben, dass je 150 Quadratmeter nicht überbauter Grundstücksfläche mindestens ein Obst- oder Laubbaum gepflanzt werden muss. Ist das nicht möglich, sind stattdessen mindestens drei Sträucher zu pflanzen. Zudem müssen Flachdächer begrünt werden und Stellplätze mit wasserdurchlässigen und begrünten Belägen sowie durch Bäume aufgewertet werden.

Vonseiten der Öffentlichkeit gingen hierzu keine Stellungnahmen ein. Vonseiten der Behörden gab es vom Regierungspräsidium Stuttgart sowie vom Landratsamt Anregungen, die teilweise berücksichtigt wurden. Ergänzt wurde die Satzung beispielsweise mit Hinweisen zur Bau- und Kunstdenkmalpflege sowie zur archäologischen Denkmalpflege.

 
 
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