Bietigheim-Bissingen Freude am Umgang mit Stoffen

Von Yannik Schuster
Die Kinder präsentieren stolz ihre Zwischenergebnisse. Kunstpädagoge Egmont Pflanzer musste die jungen Teilnehmer geradezu überreden, eine Vesperpause einzulegen. Foto: /Oliver Bürkle

Zum ersten Mal war die Kunstschule Labyrinth Teil der städtischen Osterferienbetreuung. Bei einer Textilwerkstatt hatten die Kinder viel Spaß.

Die Grundschulbetreuung während der Osterferien ist seit längerem ein Bestandteil des städtischen Angebots. Neu ist in diesem Jahr jedoch eine Kooperation mit der Kunstschule Labyrinth, durch die sich die Kinder so richtig kreativ ausleben konnten.

Im Schloss, und damit fußläufig von der Hillerschule zu erreichen, fand in der zweiten Ferienwoche eine Textilwerkstatt für Kinder von sechs bis zehn Jahren statt. Und das Interesse war groß: 20 Kinder und damit rund die Hälfte aller, die während der Osterferien betreut wurden, hatte sich für das Angebot angemeldet, weshalb extra zwei Gruppen gebildet werden mussten, sagt Charlotte Porsche, Betreuungskoordinatorin der Hillerschule.

Das Thema Textil habe man aufgrund seiner Vielseitigkeit gewählt, ergänzt Katrin Kulik, die bei der Kunstschule Labyrinth den Fachbereich Kooperationen verantwortet. Stoffe seien bunt, abwechslungsreich und Ergebnisse würden schnell sichtbar, so Kulik weiter. Zudem könne man bei den Kindern die Kreativität fördern und ihnen ein Stück weit den Freiraum bieten, sich auszuleben. In der Werkstattatmosphäre der Kunstschule habe man dafür auch die nötigen Voraussetzungen und ein reiches Angebot an Materialien, die sich die Kinder selbst aussuchen durften.

Vielseitige Stoffe

„Ich möchte den Kindern die Freude am kreativen Umgang mit Stoffen vermitteln“, sagt Egmont Pflanzer, der die Textilwerkstatt als Künstler und Kunstpädagoge leitet. Die Kinder sollen sehen, dass man aus Stoffen Vieles machen kann. An den ersten beiden Werkstatttagen habe man sich dem Bemalen von Textilien gewidmet, besonders beliebt war bei den Kindern ein violetter Stoff, den Pflanzer vorab gefärbt hatte. An Tag drei ging es nun um das Aufnähen von Stoffen auf anderen Textilien. Als Orientierung habe Pflanzer den Kindern das Thema Landschaft vorgegeben, aber auch eigene Ideen durften umgesetzt werden.

Am vierten und letzten Tag wird schließlich gestickt. Die Kinder lernen dabei auch den Umgang mit Nadel und Faden. Dabei zeige sich, welche Kinder damit bereits Erfahrungen gesammelt haben, und wer noch etwas Übung benötige.

Hoher Ehrgeiz

Pflanzer, der seit über 20 Jahren Kurse für die Kunstschule Labyrinth leitet, berichtet jedoch von einem hohen Ehrgeiz der Kinder, der sich in der Gruppendynamik noch verstärke. Für ihn sei es dabei manchmal herausfordernd, die richtige Balance zwischen Über- und Unterforderung zu finden, die bei jeder Gruppe anders gelagert sei.

Der Kunstpädagoge ist begeistert von der Resonanz der Kinder: „Das Bemalen lief super, die Kinder hatten richtig viel Spaß.“ Zum Ausdruck kam dies auch darin, dass Pflanzer die Kinder geradezu überreden musste, eine Vesperpause einzulegen.

Auch Katrin Kulik und Charlotte Porsche sind beeindruckt, wie gut das Konzept den Kindern anzukommen scheint. „Die sind Feuer und Flamme“, sagt Porsche. „Sie sind drei Stunden da und wollen trotzdem wiederkommen.“

 
 
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