Bietigheim-Bissingen Für Gäste mit Wohnmobil soll es teurer werden

Von Uwe Mollenkopf
Der Wohnmobilstellplatz in der Farbstraße. Foto: /Oliver Bürkle

Die Stadt Bietigheim-Bissingen plant eine Erhöhung der Gebühren auf dem Stellplatz in der Farbstraße. Die Zahl der Plätze soll erhöht werden.

Die Verbesserung der Einnahmesituation ist in Bietigheim-Bissingen angesichts eines hohen Defizits im Haushalt ein großes Thema. Das könnten auch die Wohnmobilbesitzer zu spüren bekommen, die auf dem Wohnmobilstellplatz in der Farbstraße parken. Am kommenden Dienstag berät der Gemeinderat über eine Erhöhung der Gebühren.

Künftig mit Mehrwertsteuer

Die Stadtverwaltung schlägt vor, die Stellplatzgebühr zum 1. Januar 2027 von derzeit 10 Euro auf 15 Euro inklusive Umsatzsteuer je Fahrzeug und Aufenthaltstage zu erhöhen. Dass die Stadt für die Vermietung der Wohnmobilstellplätze Mehrwertsteuer abführen muss, ist neu und ein weiterer Grund für die geplante Gebührenerhöhung. Laut Sprecherin Ina Klein geht dies auf neue steuerrechtlichen Regelungen aufgrund von Paragraf 2b Umsatzsteuergesetz zurück und tritt zum 1. Januar 2027 in Kraft.

Außerdem soll auch die Gebühr für die Stromnutzung zum 1. Januar steigen, und zwar um das Doppelte, indem die Nutzer künftig für 0,50 Euro inklusive Umsatzsteuer nur noch 0,5 Kilowattstunden Strom statt wie bisher 1,0 Kilowatt erhalten – falls der Gemeinderat dem Vorschlag zustimmt. Im Jahr 2025 wurden aus der Gebühr für die Stromnutzung 1732 Euro Einnahmen erzielt. Bei einer Verdopplung der Gebühr könnten bei vergleichbarem Verbrauch rund 1700 Euro zusätzlich eingenommen werden.

Anhaltend hohe Nachfrage

Der Wohnmobilstellplatz in der Farbstraße erfreut sich laut Ratsvorlage einer anhaltend hohen Nachfrage. Im Jahr 2025 wurden 1690 zahlende Fahrzeuge registriert. Bei einer Kalkulationsgröße von rund 1650 Fahrzeugen würden bei einer Gebühr von 15 Euro jährliche Einnahmen von rund 24.750 Euro ergeben – 8250 Euro mehr als mit der bisherigen Gebührenhöhe. Die Anhebung wird im regionalen Vergleich als vertretbar erachtet, auch wenn Bietigheim dann zur Spitzengruppe zählen würde. Am günstigsten ist es derzeit an der Ehmetsklinge mit einer Wohnmobilgebühr von 6 Euro. In Bönnigheim fallen 7,50 Euro an, bei der Felsengartenkellerei 10 Euro. Eine Gebühr von 15 Euro entspricht dem Preisniveau, das auch in Besigheim, Bad Wimpfen und Fellbach verlangt wird.

Mehr Einnahmen für die Stadtkasse sollen aber nicht nur die höheren Gebühren bringen, gleichzeitig will die Verwaltung auch die Zahl der Stellplätze erhöhen. Bisher sind es sieben Plätze, nun wird eine Erweiterung auf 12 bis 15 Wohnmobilstellplätze ins Auge gefasst. An Wochenenden und in den Hauptreisezeiten stoße der Parkplatz Farbstraße bereits heute an seine Kapazitätsgrenzen, heißt es seitens der Stadtverwaltung. Von einer Erweiterung würden im Übrigen nicht nur die städtischen Finanzen, sondern auch Gastronomie, Einzelhandel und weitere Einrichtungen in Bietigheim-Bissingen profitieren.

Neue Stromsäule erforderlich

In der Vorlage wird darauf verwiesen, dass auf die Stadt auch Kosten für Investitionen zukommen. Man rechnet damit, dass bei mehr Plätzen eine zusätzliche Stromsäule erforderlich wird, für die Ausgaben von rund 10.000 Euro erforderlich wären. Die beiden bestehenden Stromsäulen seien zudem bereits deutlich veraltet und müssten unabhängig von einer Erweiterung in den kommenden Jahren voraussichtlich ersetzt werden. Wenn es soweit ist, soll dann auch eine bargeldlose Abrechnung eingeführt werden. Bisher sind die Stromsäulen ausschließlich über Münzeinwurf bedienbar.

Die Sitzung des Gemeinderats am kommenden Dienstag, 6. Oktober, beginnt um 18 Uhr.

 
 
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