Bietigheim-Bissingen Gemeinderat stimmt für den Pikopark

Von Yannik Schuster
Das Kellergeschoss auf dem ehemaligen Biergarten-Gelände soll entfernt werden, dann entsteht dort eine naturnahe Parkanlage. Der Gemeinderat hat den Baubeschluss dazu gefasst. Foto: /Martin Kalb

Das Gremium hat den Baubeschluss für die Nachnutzung des ehemaligen Trachtenvereins- und Biergartengeländes mit großer Mehrheit gefasst.

Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung dem Abbruch des bestehenden Kellers des ehemaligen Trachtenvereins und Paulaner-Biergartens sowie der Errichtung eines Pikoparks (die BZ berichtete) zugestimmt. Abgesehen von drei Enthaltungen fiel die Entscheidung einstimmig.

Baubürgermeister Michael Wolf erklärte, dass das Areal langsam verkomme. Das Mindeste wäre es daher gewesen, die verbleibenden Überreste des Gebäudes zu entfernen. Nun aber biete sich darüber hinaus eine Chance, das Gebiet mit 80 Prozent Fördergeldern aufzuwerten. „Natur, Begegnung und Ruhe“, werde für Fußgänger im Enztal geschaffen, so Wolf. Geplant ist eine umfassende Umgestaltung des Areals. Dieses soll renaturiert werden, alle versiegelten Flächen zurückgebaut.

„Schöner Platz durch Fördergelder“

„Ziel ist es, einen attraktiven innerstädtischen Grün- und Aufenthaltsbereich zu schaffen, der Natur, Erholung und Begegnung miteinander verbindet“, heißt es in der Ratsvorlage. Bewusst verzichte man auf ein gastronomisches Angebot. Die Vorhaltungen für Strom, Wasser und Abwasser bleiben jedoch erhalten, sodass temporäre Angebote wie etwa Foodtrucks in Zukunft möglich seien.

Ute Epple (Freie Wähler) sagte, dass ihre Fraktion die Herstellung einer weiteren Grünfläche begrüße. Der Gesamtpreis von rund 530.000 Euro für den Park wirke zwar zunächst hoch. Heruntergebrochen auf die 2326 Quadratmeter des Areals komme man aber lediglich auf rund 225 Euro pro Quadratmeter. „Wir erhalten durch Fördergelder einen schönen neuen Platz mit vielen Möglichkeiten“, konstatierte Epple. Kritik übte sie an der Stadtverwaltung, die die Freien Wähler hinsichtlich eines Antrags auf ein Nachnutzungskonzept immer wieder vertröstet habe. Auch eine Aufstellfläche für einen Foodtruck vermisse man im derzeitigen Übersichtsplan.

Marcus List (CDU) befand die vorgelegte Planung für sinnvoll. Bei der weiteren Feinplanung solle jedoch die Vernetzung mit dem südlichen, bereits zur Landesgartenschau aufgewerteten Bereich an der Enz beachtet werden. „Diese Chance sollten wir nutzen“, sagte der CDU-Stadtrat, der gleichzeitig forderte, zu prüfen, ob die Kosten an anderer Stelle eingespart werden könnten.

Auch Albrecht Kurz (GAL) konnte der Planung etwas abgewinnen. „Durch Warten wird es nicht billiger“, sagte er. Auch der Verzicht auf ein dauerhaftes gastronomisches Angebot leuchte ihm ein, an dieser Stelle brauche man das nicht.

Werner Kiemle (SPD) regte indes an, in der Detailplanung für den Pikopark auch die Bürgerschaft mit einzubeziehen. Götz Noller (FDP) betonte, dass man die Möglichkeit einer temporären Nutzung durch ein gastronomisches Angebot für sehr wichtig halte.

Meinungsverschiedenheiten bei der Gastronomie

Eberhard Blatter (Freie Wähler) fand es positiv, dass der „Schandfleck“ nun komplett zurückgebaut wird. Nach wie vor seien die Anwohner im Aurain allerdings vom Lärm, der aus dem Enztal schallt, tangiert (die BZ berichtete). Deshalb äußerte er die Hoffnung, dass die angedachten Aufenthaltsorte im neuen Pikopark nicht zu umfangreich ausfallen werden. Auch sprach er sich gegen eine temporäre Gastronomienutzung aus.

Geplant ist, die Umgestaltung von November 2026 bis März 2027 auszuführen. Im nächsten Schritt erfolgt die Ausführungsplanung über den Sommer.

 
 
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