Gemeinsam spielen, sich austauschen, einkaufen oder zusammen spazieren gehen. Beim Projekt 15/75 treffen sich Schüler und Senioren über ein halbes Jahr hinweg regelmäßig. Am Montag erhielten die am 15. Durchgang beteiligten Achtklässler aus der Realschule im Aurain und der Realschule in Bissingen dafür im Haus am Enzpark ihre Zertifikate aus den Händen von Oberbürgermeister Jürgen Kessing, dem Schirmherr des Projekts.
Bietigheim-Bissingen Generationen lernen voneinander
Seit 15 Jahren gibt es das Projekt 15/75, bei dem sich Achtklässer aus den Realschulen mit Senioren treffen.
„Sozialpraktikum plus“
Das Projekt geht auf eine Idee des Kreisseniorenrats Ludwigsburg zurück und fand erstmals 2010 statt. Es ist eine Art „Sozialpraktikum plus“, das über ein normales Sozialpraktikum, das alle Schüler machen müssen, hinausgeht. Nach einem Kennenlernen übernehmen die Realschüler über den Projektzeitraum die Patenschaft für einen Senior. Sie sollen dabei einen Einblick in die Lebenserfahrungen älterer Menschen erhalten und auch Themen wie Demenz oder Pflegebedürftigkeit kennenlernen. Theorieeinheiten ergänzen die Besuche.
In diesem Jahr waren zehn Achtklässler beteiligt. Die Senioren kamen aus den Pflegeheimen Pro Seniore Residenz Ellental, Haus an der Metter und Haus am Enzpark. „Dieses Projekt hat Menschen zusammengebracht“, sagte Lili Maier, die Hausdirektorin im Haus am Enzpark, bei der Zertifikatsfeier am Montag.
Nora Jordan-Weinberg, die Vorsitzende des Kreisseniorenrats Ludwigsburg, dankte den Schülern, die ihre Freizeit mit den Senioren verbracht haben, und auch deren Eltern. Es sei ein „nicht ganz einfaches Praktikum“, erklärte sie. Die Senioren profitierten dabei von den Begegnungen und dem Wissen der Jugendlichen, etwa im Umgang mit dem Smartphone.
Beide Seiten profitieren
„Ich glaube, es profitieren beide Seiten“, sagte Oberbürgermeister Jürgen Kessing in seinem Grußwort. Den Jugendlichen kämen die Erfahrungen der Älteren zugute, für die Senioren könne der Umgang mit den jungen Menschen einen neuen „Drive“ bedeuten. Nach seinen Informationen gebe es bei dem Projekt „kaum Enttäuschte“. Bei einer späteren Bewerbung seien die Zertifikate, welche die Teilnehmer erhalten, ein Ausweis für soziale Kompetenz, sagte Kessing.
Manche Jugendlichen hätten sogar mehr Zeit als vorgesehen mit den Senioren verbracht, hob Reiner Freudenberger von der Realschule im Aurain, der das Projekt als Mentor betreut, hervor. „Das Vertrauen zwischen den Generationen ist gewachsen“, lautete seine Bewertung der Patenschaft für Senioren. „Wir freuen uns schon auf das kommende Jahr“, so Freudenberger bei der Feier.
