Bietigheim-Bissingen Gibt es bald ein Taubenhaus?

Von Petra Neset-Ruppert
Überall in der Stadt brüten die Tauben. Auch an der Enz sind immer viele Vögel unterwegs auf der Suche nach Futter. Ein Taubenhaus könnte Abhilfe schaffen. Private Taubenhelfer hoffen auf eine Spende und eine Aufstellerlaubnis der Stadt. Foto: /Martin Kalb

Gemeinsam mit dem Verein Tier-Helfer haben private Taubenfreunde die Möglichkeit eine Taubenhaus-Spende zu erhalten. Die Stadt Bietigheim-Bissingen prüft gerade mögliche Standorte.

Tauben in der Stadt erhitzen immer wieder die Gemüter. Trotz Fütterungsverbot, Netzen und Nägel an beliebten Taubenplätzen bleibt die Population weiterhin groß. In Bietigheim-Bissingen haben sich Privatleute zusammengetan und kümmern sich um verletzte Tiere, tauschen Eier gegen Gipseier und ziehen Jungtauben auf, die aus dem Nest gefallen sind. Mehrere Anfragen hatten sie an die Stadtverwaltung gestellt und um einen Taubenschlag gebeten, um die Tiere dort besser versorgen zu können und sie so von zentralen Plätzen und der Altstadt fernzuhalten. Das lehnte die Stadt jedoch bisher ab (die BZ berichtete).

Doch nun kommt neuer Schwung in die Diskussion um das Taubenhaus. Die Bietigheimerin Nina Bögner kümmert sich in ihrer Freizeit um die Stadttauben und tauscht regelmäßig Eier in den Nestern in der Altstadt.

Eine Taubenhaus-Spende sei möglich

„Über eine Bekannte habe ich erfahren, dass Mercedes Benz Taubenhäuser an Vereine spendet. Momentan stehen drei zur Verfügung. Ich habe mich gemeldet und die Zusage bekommen, dass wir ein Haus gespendet bekommen könnten“, berichtet Bögner. Gemeinsam mit dem Verein Tier-Engel könnte die Spende dann für Bietigheim genutzt werden. Sowohl der Verein, als auch Nina Bögner wandten sich umgehend an die Stadtverwaltung. „Das war vor ein einhalb Wochen, bisher haben wir leider noch nichts gehört“, so Bögner.

Stadt prüft geeignete Taubenhaus-Standorte

Aus dem Presseamt der Stadt heißt es hierzu: „Wir prüfen derzeit, ob es geeignete Flächen für ein solches Taubenhaus gibt und unter welchen Rahmenbedingungen es betrieben werden könnte. Da diese Prüfung noch nicht abgeschlossen ist, konnte bisher auch noch keine Antwort an Frau Bögner erfolgen.“

128 Eier in vier Wochen in der Altstadt getauscht

Die privaten Taubenhelfer sehen dringenden Handlungsbedarf: „Allein in den vergangenen vier Wochen habe ich 128 Eier in der Altstadt getauscht. Da gibt es Hinterhöfe, die sind quasi wie Taubenschläge, so viele Tiere brüten da“, erzählt Bögner.

In einem Taubenhaus gestaltet sich das Tauschen von Gipseiern wesentlich einfacher. Da Tauben auch in der Nähe ihrer Nester bleiben, könnte dies auch Entlastung in der Altstadt führen. „Wir kriegen so viel positive Rückmeldung von den Anwohnern, wenn wir in der Altstadt die Eier tauschen. Die Leute sind froh, dass wir da was machen“, sagt Bögner.

Bisher war die Stadt von der Wirksamkeit eines Taubenschlags nicht überzeugt und setzte auf Fütterungsverbote. Doch mit der Spende scheint sich nun eine Möglichkeit für die privaten Taubenhelfer aufzutun.

 
 
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