Noch dieses Jahr wird die Feuerwehr Bietigheim in ein Interimsgebäude im Bogenviertel ziehen, damit die Feuerwache in der Mühlwiesenstraße saniert und erweitert werden kann. Der Ortsverein des Roten Kreuzes, der am Feuerwehrstandort seine Geschäftsstelle, Gruppenraum, Lagerflächen sowie Fahrzeughallen hat, würde dadurch heimatlos, weil eine Rückkehr in die Räume nach Abschluss der Baumaßnahme aufgrund des Eigenbedarfs der Feuerwehr nicht möglich ist. Doch inzwischen wurde eine Alternative gefunden, für die der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig den Weg geebnet hat: Das DRK kann in die ehemalige Notfallpraxis in der Uhlandstraße 24 ziehen.
Bietigheim-Bissingen Grünes Licht für das Rote Kreuz
Der Ortsverein kann in die ehemalige Notarztpraxis ziehen. Wegen der Sanierung der Feuerwache muss er seinen bisherigen Standort aufgeben.
Die Stadt Bietigheim-Bissingen ist Eigentümerin des Anwesens in der Uhlandstraße, das aus zwei Teilen besteht: dem ehemaligen Wohnhaus mit vorgelagertem Garten, der sogenannten „Villa Pfeiffer“, sowie der angebauten ehemaligen Arztpraxis und späteren Notfallpraxis mit einer Stellplatzfläche und einer Garage. Die Tage der Notfallpraxis dort endeten Anfang 2016, als diese ins Bietigheimer Krankenhaus umzog.
Neubauten für Fahrzeuge
Der DRK-Ortsverein wird sein neues Domizil langfristig von der Stadt mieten, wobei er die Betriebskosten selbst trägt. Um die erforderlichen Stellplätze für seine Einsatzfahrzeuge zu schaffen, wird die bestehende Garage im Norden durch eine neue Doppel-Garage ersetzt und im Süden wird eine Fahrzeughalle mit drei Stellplätzen errichtet.
Für die Sanierungsarbeiten sowie die Erstellung der Neubauten ist das DRK in Abstimmung mit dem städtischen Hochbauamt in eigener Regie und auf eigene Kosten zuständig. Die Kosten werden auf rund 600.000 Euro geschätzt, plus 30.000 Euro für Sanierungsarbeiten im Inneren, zuzüglich Eigenleistungen des Vereins. Von der Stadt erhält das Rote Kreuz einen Zuschuss von 160.000 Euro, was 25 Prozent der Kosten entspricht. Aufgrund der angespannten Haushaltslage ist das weniger als andere Vereine für vergleichbare vereinseigene Baumaßnahmen erhalten haben. Das Geld soll in den Nachtragshaushalt 2026 eingestellt werden.
Fläche verdoppelt sich
„Wir sind echt froh“, bewertet Michael Wolf, der Vorsitzende des DRK-Ortsvereins und Bietigheim-Bissinger Baubürgermeister, die gefundene Lösung. Bei der Feuerwehr sei das DRK mit seinen 60 bis 70 Aktiven nur Gast gewesen, nun erhalte es sein „eigenes Reich“. Und das auf einer Fläche, die doppelt so groß wie die bisherige sei. Nur den Wegfall von Lagerflächen im Keller des bisherigen Standorts bedauert Wolf. Auch wenn insbesondere der Bau der Garagen einen Riesenaufwand bedeute, werde der neue Standort die Jugend- und Bereitschaftsarbeit nach vorne bringen, ist der Vorsitzende sicher. „Alle sind total motiviert“, so Wolf.
Umzug steht bald bevor
Bereits Mitte/Ende März muss das DRK die bisherigen Räume verlassen, die Vorbereitungen für den Umzug sind daher schon angelaufen. Es gelte, Böden herauszureißen und Wände zu streichen, auch an die überalterte Elektrik müsse man ran, sagt Wolf. Man habe dazu aber bereits nach Handwerkern Ausschau gehalten.
Im Gemeinderat gab es Lob und Anerkennung für den DRK-Ortsverein, der für die Stadt und das Gemeinwesen unter anderem durch die Absicherung von Veranstaltungen und die Unterstützung der Feuerwehr, die Tätigkeit im Katastrophenschutz sowie im zivilen Rettungsdienst von großer Bedeutung ist. Jürgen Weller (CDU) dankte dem DRK-Ortsverein für seine Leistungen an der Gesellschaft, Traute Theurer (GAL) sprach von einer unverzichtbaren Arbeit für die Menschen. Günter Krähling (SPD) schloss sich dem an und kommentierte: „DRK und Stadtverwaltung haben gemeinsam ein Problem gelöst.“ Da Notfalleinsätze nicht zu den Aufgaben des Ortsvereins gehörten, würden nicht so viele Parkplätze benötigt und die Belastung der Anwohner halte sich in Grenzen. Man könne daher grünes Licht für das Rote Kreuz geben. Auch Andreas Unkel (Freie Wähler) befürwortete die gefundene Lösung und die Zuschusshöhe.
Allerdings: Bei der geplanten Erhöhung der Vergütungssätze des DRK-Ortsvereins für seine Einsatzzeiten „würden wir uns mehr Transparenz wünschen“, sagte Krähling. Laut Wolf werden damit die vom Kreisverband des DRK vorgesehenen einheitlichen Sätze umgesetzt.
