Bietigheim-Bissingen Hat die Stadt ein zunehmendes Müllproblem?

Von Yannik Schuster
Arglos weggeworfener Müll ist auch in Bietigheim-Bissingen keine Seltenheit, hier etwa auf dem Parkplatz der Ellentalgymnasien. Foto: /Oliver Bürkle

 Der Müll im öffentlichen Raum nimmt zu, auch Hausmüll wird immer häufiger in städtischen Mülleimern entsorgt, um Gebühren zu sparen.

Das Problem kennen die meisten: Man läuft durch einen eigentlich schönen Abschnitt einer Stadt, doch achtlos weggeworfener Müll trübt die Wahrnehmung. Wie in so ziemlich jeder größeren Stadt kommen solche Momente auch in Bietigheim-Bissingen vor. Eine BZ-Leserin schreibt etwa, dass ihre Besucher aus den USA die historische Altstadt toll fanden, gleichzeitig aber von der Menge an Zigarettenstummeln schockiert gewesen seien. Nimmt das Problem mit dem Müll tatsächlich zu?

Ja, sagt Anette Hochmuth, Presseamtsleiterin der Stadt Bietigheim-Bissingen. „Auch in Bietigheim-Bissingen nimmt leider der Müll im öffentlichen Raum zu, ohne dass allerdings hier schon von einer Vermüllung gesprochen werden kann.“ Der Respekt der Menschen vor dem öffentlichen Raum nehme ab, so die naheliegende Erklärung.

So sei auch zu beobachten, dass immer mehr Menschen nicht nur ihren Sperrmüll, sondern auch ihren Hausmüll im öffentlichen Raum und in städtischen Mülleimern entsorgen – offensichtlich um Müllgebühren zu sparen. So finden sich neben Zigarettenstummeln und Verpackungsmüll auch schon mal Reste aus Haushaltsauflösungen oder sogar Autoreifen im öffentlichen Raum, weiß Anette Hochmuth. Auch hier liegt die Vermutung nahe, dass auf diese Weise private Kosten vermieden werden sollen. Gibt es bestimmte Bereiche, in denen sich Müllablagerungen häufen? „Immer dort, wo sich viele Menschen treffen können, zum Beispiel im Bürgergarten oder am öffentlichen Grillplatz Eselshütte während der Grillsaison“, sagt die Sprecherin.

Entsprechend entstehe im Sommer während der Veranstaltungssaison auch mehr Müll als im Winter. Ansonsten gebe es keine herausragenden Schwerpunktbereiche, die Müllablagerungen verteilen sich über die Stadt. Weniger problematisch sei die Vermüllung der beiden Flüsse Enz und Metter, das komme nur vereinzelt vor. Hervorzuheben sei außerdem, dass die Anglervereine die Stadt unterstützen, indem sie aufräumen und den Müll anschließend dem Bauhof übergeben.

Stadtreinigung kostet viel Geld

Für die Stadtverwaltung entstehen durch den arglos weggeworfenen Müll nicht zu unterschätzende Kosten. Die städtischen Mülleimer müssen in der Regel täglich geleert werden, die Stadtreinigung kostet demnach jedes Jahr rund eine Million Euro. Die Möglichkeiten der Stadt, dem Problem entgegenzutreten seien zudem begrenzt, das Aufstellen von Mülleimern nur bedingt wirksam. Hochmuth: „Hinweise auf Mülleimer werden ernst genommen, aber wenn diese zur Hausmüllentsorgung genutzt werden oder in unmittelbarer Nähe dennoch wild entsorgt wird, helfen auch viele Mülleimer nichts.“

So würden neben ordnungsrechtlichen Maßnahmen bei der Identifizierung der Müllentsorger auch die Öffentlichkeitsarbeit der AVL und der Stadt zum komplizierten Mülltrennsystem und der Bitte zu mehr Achtsamkeit immer wichtiger.

 
 
- Anzeige -