Bietigheim-Bissingen „Herdensingen“: Neuer Name nötig

Von Heidi Falk
Das „Herdensingen“ soll weiterhin stattfinden, allerdings unter neuem Namen. Das Foto stammt von einem Treffen im September 2024, das nächste soll am 10. Februar stattfinden. Foto: /Oliver Bürkle

Die gleichnamige Gruppe in Celle hat sich den Namen patentieren lassen. Nun nennen sich die Bietigheimer „Wunschtitelsingen“.

Ende November letzten Jahres erhielt Karl-Heinz Menrath eine dubiose E-Mail. Darin wandte sich die CD-Kaserne gGmbH aus dem rund 550 Kilometer entfernten Celle, Nahe Hannover, an den Vorsitzenden des Sängerkranzes Bietigheim. „Der Mann schrieb mir, dass die Marke ‚Herdensingen’ seit 2019 eingetragen und geschützt sei“, berichtet Menrath im Gespräch mit der BZ. Auch eine dreiseitige Ausführung des Deutschen Marken- und Patentamts habe man ihm zukommen lassen. Sie liegt auch der BZ vor. Laut des Schreibens ist die Wortmarke „Herdensingen“ als Individualmarke geschützt und das bis mindestens September 2029, mit der Möglichkeit auf Verlängerung.

Bietigheimer Chor-Projekt benennt sich um

Das Chor-Projekt „Herdensingen“ in Bietigheim-Bissingen wird nun umbenannt und soll künftig „Wunschtitelsingen“ heißen. Die Gesangsveranstaltung ist ein Projekt, zu dem die Chorwerkstatt einlädt, die wiederum eine Abteilung des Sängerkranzes Bietigheim ist.

Auf Streitereien habe man keine Lust, sagt Menrath. Warum auch: „Wir waren später dran und haben den Begriff auch nicht schützen lassen.“ Natürlich habe ihn das Ganze schon gewundert, sagt Menrath: „Es gibt ja bundesweit zig Gruppen, die ‚Herdensingen’ heißen.“ Das habe er auch seinem Gesprächspartner gesagt. Der schreibe aber alle an, die sich so nennen, berichtete dieser wiederum. Eine Klage oder Ähnliches habe der Mann nicht angedroht, „er sagt, er wolle den Namen im Guten schützen.“

Zur Erinnerung: Das hiesige „Herdensingen“ findet seit vier Jahren im Abstand von etwa zwei Monaten im Enzpavillon in Bietigheim-Bissingen statt. „Wir sind immer so zwischen 30 und 50 Leuten“, sagt Menrath. Es sind aber auch schon 100 Menschen zum gemeinsamen Singen zusammengekommen. In der Gemeinschaft werden Lieder gesungen, die von jedem und jeder vorab eingereicht und vorgeschlagen werden können. Die Liedtexte werden per Beamer auf eine Leinwand projiziert. Gesungen wird, was Spaß macht. Die Idee besteht darin, gemeinsam zwanglos Lieder zu singen, begleitet von einem Keyboard. Ohne Noten, ohne Druck. Beteiligen können sich „alle Leute, die nur singen wollen, wie es ihnen gefällt“, so der Sängerkranz-Vorsitzende. Es werden immer etwa 15 Stücke ausgewählt – stilistisch querbeet, wie Menrath sagt.

Neuer Name wurde demokratisch gewählt

Zum neuen Namen „Wunschtitelsingen“ sei man ganz demokratisch gekommen. „Es wurde ein kleiner Wettbewerb ausgeschrieben, woraufhin mich gut 15 Namensvorschläge erreicht haben“, berichtet Menrath. Über diese wiederum habe man dann abgestimmt. Interessant findet der Leiter der Chorwerkstatt, dass keiner der Namen gewählt wurde, der den Wortteil „Herde“ beinhaltete. Weder „Herdengesang“ noch „Herdenstimmen“ oder Ähnliches kam gut an. Aber auch „Bürgersingen“ oder „Xang-für-alle“ waren unbeliebt. „Es setzte sich ‚Wunschtitelsingen’ durch. Und ja, es sind ja auch Wunschtitel, die gesungen werden. Der Name ist also Programm und vielleicht sogar noch etwas deutlicher als ‚Herdensingen’“, sagt Menrath.

Jetzt müssten nur noch E-Mail-Adresse, Flyer und Anzeigen geändert werden, dann könne unter neuem Namen weitergemacht werden wie bislang.  Heidi Falk

Das nächste „Wunschtitelsingen“ findet am Dienstag, 10. Februar, ab 19 Uhr im Enzpavillon, Am Bürgergarten 1 in Bietigheim-Bissingen, statt. Es ist das 18. gemeinsame Singen in Bietigheim-Bissingen – und das erste unter neuem Namen.

 
 
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