Wie jedes Jahr wurde zwischen dem Turm der Pferde und der Enzbrücke allerlei geboten: Gleich hinter dem Kronenzentrum lockten echt schwäbische Maultaschen und am Stand gegenüber nicht weniger begehrte Fischbrötchen. Die Kinder zog es allerdings noch ein kleines Stückchen weiter zum Seminarzentrum Gleis4. Die Profis für Weiterbildung aus Sachsenheim waren erstmals bei der HerzensMai’le dabei und ihr Logistik Wurfspiel kam bei den Kindern sehr gut an: „Wir wollen gern präsenter sein und Bietigheim ist immer gut besucht“, begründete Geschäftsführer Thorsten Blickle die Entscheidung einen Stand aufzubauen. Auf reges Interesse stieß auch das Angebot einer Wikingerwurst bei Skully‘s Grill: „Die Frage danach, was das ist, muss ich gefühlt 500-mal beantworten“, lachte Betreiber Lennart-Pascal Karow. Selbst habe er eine Marinade entwickelt und experimentiert bis die Würzmischung passte, so erzählte er weiter, während eine Trillerpfeife erklang und sich am Ku(h)riosum die bunte Kindereisenbahn in Bewegung setzte.
Bietigheim-Bissingen HerzensMai’le in der Altstadt mit vielen Premieren
Die Aktiven Unternehmer hatten ein vielfältiges Programm zusammengestellt mit Kunsthandwerk und kulinarischen Genüssen.
Unermüdlich drehte sie ihre Kreise, aber teils ohne ein einziges Kind. Die schienen diesmal nicht so zahlreich vertreten, was auch Künstlerin Christine Engelhardt aus Ingersheim anmerkte. Ihr liebevoll vorbereiteter Maltisch, vor Jahren noch voll belegt, blieb verwaist – nur wenige Kinder wollten Steine bemalen. Allgemein setzte sich der Trend für die Hobbykünstler fort, dass die Menschen inzwischen mehr auf ihre Ausgaben achten, sich doch einmal mehr überlegen, ob sie etwas kaufen.
Blumenbälle anstatt Herzbanner
Eine Neuerung fiel sofort ins Auge, denn anstatt der traditionell lila- und rosafarbenen Herzbanner, hingen bei der diesjährigen HerzensMai’le bunte Blumenkugeln über den Köpfen der zahlreichen Besucherinnen und Besucher und auch das sehr beliebte Entenrennen fand erstmals nicht statt. Der Lions Club Bietigheim-Bissingen war aber mit einem Verkaufsstand vertreten, an dem man sich ein Entchen fürs 5. Entenrennen am 13. Juni sichern konnte.
Ententeam-Mitglied Michael Schmitt sagte, dass der Lions Club gern so weitergemacht hätte, wie bisher: „Wir haben das bedauert, denn es war immer ein großer Event“. Die Größe des Entenrennens war allerdings genau der Grund für diese Änderung: „Wir finden, dass das Entenrennen inzwischen seine ganz eigene Plattform verdient hat, da es in den vergangenen Jahren stetig gewachsen ist“, lautete die Erklärung zur Terminverschiebung von Seiten des Teams der Aktiven Unternehmer. So bleibt nun allen noch etwas mehr Zeit, sich Lose in Form einer gelben oder pinken Quietsche-Ente zu kaufen.
Kreatives aus der Region
Die HerzensMai’le versteht sich als Treffpunkt, steht für Qualität und Kreativität aus der Region und auch das war neu, denn diesmal fand eine räumliche Trennung zwischen Essen und Handwerk statt. Von Kronenplatz kommend dominierten die Essensangebote: So konnte man bei der Sachsenheimer Ölmühle frisch gepresstes Leinöl kosten, bei den Naturkindern, dem Bietigheim-Bissinger Kindergarten gab es leckere Waffeln und fruchtige Beerenbowle. Erstmals dabei waren die Brüder Christian und Jürgen Merkle aus Markgröningen-Schönbühlhof mit ihren selbst gemachten Ölen, darunter auch Würzöle wie Knoblauch und Chili. Leckere französische Spezialitäten wie Macarons und Croissants in verschiedenen Varianten bot Adam Feinkost an und viele neue Fans fanden auch die Teigbällchen aus Ghana, Bofrot genannt.
Klassische Gerichte wie Lángos und die beliebten Spiralkartoffeln standen ebenso zur Wahl wie Mandelgebäck und beim Stand der Obstgarage Munz Äpfel, Birnen sowie die noch unbekannteren Maibeeren. Je näher man dem Turm der Pferde kam, umso kunsthandwerklicher wurde es: Liebevoll gehäkelte Körbe und Kuscheltiere neben Babylätzchen, Kunstdrucken, Schmuck und wunderschön mit Schmetterlingen bemalte Steine buhlten um die Gunst der Besucherinnen und Besucher. Dem Künstler Werner Wölk konnte man schließlich sogar über die Schulter schauen und der Entstehung einer neuen Figur, einem Golfer beiwohnen.
Neben all den kurzweiligen Open-Air Angeboten rundete der verkaufsoffene Sonntag der Geschäfte der Hauptstraße das vergnügliche Muttertags-Event ab.
