Meine Herzensheimat ist Ludwigsburg“, sagt Ingrid Petri. Die 37-Jährige kandidiert bei der Landtagswahl im Wahlkreis Bietigheim für die Partei Die Linke. Die Mutter von zwei Kindern lebt mit ihrem Partner in Besigheim. Sie ist Sprecherin des Ortsverbands Bietigheim und Mitglied im Kreisvorstand ihrer Partei.
Bietigheim-Bissingen „Ich will verstehen, wie die Welt tickt“
Die 37-jährige Ingrid Petri kandidiert im Wahlkreis 14 für die Partei Die Linke. Die Mutter von zwei Kindern arbeitet als Krankenschwester.
Mit 16 Jahren absolvierte Petri ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Pflege und ließ sich anschließend zur Gesundheits- und Krankenpflegerin ausbilden. Derzeit betreut sie in Teilzeit Schlaganfallpatienten. Bei ihrem Arbeitsalltag bekomme sie einen intensiven Einblick ins Gesundheitssystem: „Wir kollabieren gerade“, sagt Petri. Neben der Privatisierung seien die Finanzierung über Fallpauschalen das Problem sowie fehlende Zeit und zu wenig Ressourcen. „Ich muss die Lobby für Soziales werden“, habe sie daher beschlossen. In der Politik würden die Lebensrealitäten nicht mehr gesehen, Werte würden in erster Linie an Leistungen und Funktionen geknüpft.
Gesundheit und Bildung
Mit ihrem politischen Engagement will sich die 37-Jährige für die Daseinsvorsorge einsetzen, für die der Staat Verantwortung übernehmen müsse. Neben dem Bereich Gesundheit interessieren sie auch die Themen Gerechtigkeit und Bildung. Ihr Arbeitsalltag sei herausfordernd, auf ihrer Stationen gebe es viele Begegnungen mit dem Tod, aber er sei auch sinnhaft. „Ich ziehe viel Energie aus den Gesprächen“, sagt Ingrid Petri.
Als sie ein Jahr alt war, kam sie mit ihren Eltern und ihrer Schwester aus Kasachstan nach Deutschland. Ihre Kindheit verbrachte sie im Schwarzwald und zog vor 18 Jahren in den Landkreis Ludwigsburg. Ihr Vater habe die Familie mit drei Jobs ernährt, während sich die Mutter, die bis heute auch noch als Krankenschwester aushilft, damals um die Kinder kümmerte. Die Vorstellung, selbst auch noch mit 70 Jahren in der Pflege arbeiten zu müssen, findet Ingrid Petri nicht gerade verlockend. Bevor sie nach Besigheim gezogen sei, habe sie mit ihrem Partner über zwei Jahre nach einer Wohnung für ihre Familie gesucht, erzählt sie.
Vorliebe für Sachbücher
In ihrer Freizeit ist Ingrid Petri in der alternativen Musikszene unterwegs, besucht Festivals und würde gern mehr reisen, wobei sie auf Flugreisen verzichtet. Sie liest gerne psychologische Sachbücher. „Ich will verstehen, wie die Welt tickt“, sagt sie. In ihrem Naturgarten beschäftigt sie sich mit der Permakultur, einem nachhaltigen Gestaltungskonzept, das das natürliche Ökosysteme nachahmt. „Freiwillige körperliche Arbeit in der Freizeit ist erfüllend“, findet sie. Auch Upcycling spielt bei ihr im Garten eine große Rolle.
Sie hofft, dass ihre Partei nun in den Landtag einzieht. Sie selbst rechnet sich mit ihrer Kandidatur allerdings keine allzu großen Chancen aus.
Hier geht’s zu mehr BZ-Kandidatenporträts zur Landtagswahl 2026:
Tayfun Tok (Die Grünen)Daniel Haas (SPD)
In loser Reihenfolge stellt die BZ-Redaktion die Kandidatinnen und die Kandidaten vor, die sich bei der Landtagswahl am Sonntag, 8. März, in den Wahlkreisen Bietigheim-Bissingen und Vaihingen um ein Mandat für den Baden-Württembergischen Landtag bewerben. In dieser Artikelreihe geht es nicht um politische Aussagen der Kandidaten, viel mehr will die Redaktion die Person mit ihren Leidenschaften und Interessen sowie ihrem persönlichen und beruflichen Werdegang vorstellen.
