Bietigheim-Bissingen Im Aurain-Carré rollen 2026 die Bagger

Von Uwe Mollenkopf
Im Aurain-Carré, das der Bietigheimer Wohnbau gehört, soll dieses Jahr gebaut werden. Foto: /Oliver Bürkle

Stadt und städtische Tochterunternehmen zusammen wollen 2026 Vorhaben in Höhe von 62,6 Millionen Euro stemmen. Im Vorjahr waren es 74,5 Millionen Euro.

Auch im Jahr 2026 wird in Bietigheim-Bissingen durch die Stadt und ihre Tochterunternehmen viel investiert. Auf 62,6 Millionen Euro beziffert sich die Gesamtsumme, die der Erste Bürgermeister Michael Hanus beim traditionellen Jahresgespräch nannte. Doch es ist nicht mehr so viel wie 2025, als die Summe 74,5 Millionen Euro betrug. Der Grund: Die Stadtverwaltung und die Bietigheimer Wohnbau treten beim Investieren etwas auf die Bremse.

Bei der Stadt ist wie bereits berichtet die Investition in den Umbau und Neubau des Feuerwehrgebäudes in der Mühlwiesenstraße eines der kommenden Großprojekte. Mit den Ausgaben für die Interimswache im ehemaligen DLW-Gebäude fallen dafür insgesamt 15 Millionen Euro an, von denen 2026 4,1 Millionen zu Buche schlagen. Ebenfalls 15 Millionen Euro kostet die Erweiterung der Realschule in Bissingen, wofür im neuen Jahr sechs Millionen Euro eingeplant sind. Weitere sechs Millionen sollen die Kapitalrücklage der Städtischen Holding anfüttern.

Etliches mit Sperrvermerk versehen

Die von Hanus vorgelegte Liste zeigt auch, dass die Stadt beim Kindergartenausbau aufatmen kann. Nach 9,3 Millionen Euro 2025 sind die Ausgaben dafür 2026 mit 20.000 Euro nur noch minimal. Aber auch der notwendige laufende Unterhalt von Gebäuden (9,7 Millionen Euro) und Straßen (2 Millionen) geht ins Geld. Insgesamt sind es knapp 26,4 Millionen Euro, die die Stadt 2026 investieren will. 2025 betrug die Summe noch 37,1 Millionen. Es könnte aber auch noch weniger werden, je nach Entwicklung der Finanzsituation. Hanus wies darauf hin, dass etliche Vorhaben einen Sperrvermerk haben, also wegfallen können, wenn sie finanziell nicht machbar sind. Dazu zählen etwa ein neues Funktionsgebäude am Sportplatz Ellental mit 2,5 Millionen Euro oder der geplante Radweg Holzgartenstraße/Japangarten.

Von den städtischen Tochterunternehmen geben ausgerechnet die Stadtwerke Bietigheim-Bissingen, die bei ihren Jahresabschlüssen in die roten Zahlen gerutscht sind, am meisten aus. Von 15,5 Millionen Euro im Jahr 2025 auf 20,8 Millionen Euro 2026 steigt ihre Investitionssumme. Größter Posten ist der Bereich Abwasser, bei dem 2026 6,5 Millionen Euro eingeplant sind (Vorjahr 6,4 Millionen). Hier läuft das Großvorhaben „Vierte Reinigungsstufe“ an der Kläranlage Nesselwörth.

Solaranlagen bei Stromschwemme abschalten

Für den Ausbau und die Erneuerung der Fernwärmeversorgung sind knapp 4,8 Millionen Euro eingeplant, eine deutliche Steigerung zu 2025 (1,7 Millionen). Im Bereich Stromversorgung steigen die Investitionen von 3,7 Millionen Euro (2025) auf knapp 4,3 Millionen Euro. Man benötige eine Netzverstärkung aufgrund der zunehmenden Anzahl von Photovoltaikanlagen, erläuterte Hanus dazu. Ein intelligentes Stromnetz (Smart Grid), für das Messstellen eingebaut werden müssen, soll es ermöglichen, durch entsprechende Steuerung Schwankungen auszugleichen. So könnten beispielsweise an sonnenreichen Sonn- und Feiertagen, wenn viel Solarstrom erzeugt, aber nur wenig benötigt wird, große Photovoltaikanlagen vom Netz genommen werden, sagte der Erste Bürgermeister. Das könnten eigene und fremde sein.

Bei der Bietigheimer Wohnbau sinken die Investitionen von 21,5 Millionen Euro im zurückliegenden Jahr auf 15 Millionen Euro im neuen Jahr. Das hängt auch damit zusammen, dass mit der Fertigstellung des Green Building 2025 ein Großprojekt abgeschlossen ist. Die Ausgaben 2026 verteilen sich so: Für die Modernisierung und Instandhaltung von Mietwohnungen, unter anderem in der Gartenstraße, im Primelweg und in der Hauptstraße, fallen sechs Millionen Euro an (2025: 9,1 Millionen). Weitere sechs Millionen Euro sind für den Bau eines Dienstleistungszentrums im Aurain-Carré gedacht (bei Gesamtkosten von 8,3 Millionen).

Erst Eigentumswohnungen, dann Mietwohnungen

Ferner will die Bietigheimer Wohnbau im Aurain-Carré 44 Mietwohnungen bauen, für die 2026 Investitionen von drei Millionen Euro eingeplant sind (bei Gesamtkosten von 13,5 Millionen). Zuvor soll allerdings Baustart für Eigentumswohnungen sein (ebenfalls 44), jedoch erst, wenn 30 Prozent vorverkauft sind. Ist das der Fall, sollen die Mietwohnungen folgen, für die laut Hanus voraussichtlich im Herbst dieses Jahres Baustart sein soll.

Spillmann erhöht Investitionen auf 350.000 Euro

Der Dritte im Bunde, das Omnibusunternehmen Spillmann, erhöht seine Investitionen im Jahr 2026 von 350.000 auf 450.000 Euro. Größte Maßnahme ist die Ersatzbeschaffung eines Hybrid-Stadtlinienbusses, für den 300.000 Euro einkalkuliert sind. Weitere 50.000 Euro fallen für Digitalisierung an, 100.000 Euro für Gebäudesanierung.

 
 
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