Bietigheim-Bissingen Immer auf der Suche nach dem nächsten Auftritt

Von Jonathan Lung
Eine der insgesamt vier Bühnen, die während des Wunderlands mit vielfältiger und abwechslungsreicher Musik bespielt wurden, stand auf dem Marktplatz. Foto: /Oliver Bürkle

Zwei Tage lang beherrschte die Musik die Bietigheimer Altstadt beim diesjährigen Wunderland

Really nice to be here, back in Bietigheim“, dröhnte Fast Eddy am Samstagnachmittag über den Marktplatz, bevor er und seine „Fast Eddy‘s Blue Band“ die Instrumente wiederaufnahmen und er selbst stimmgewaltig von der Liebe sang.

„Sehr nett“, so fanden es wohl auch die sichtlich begeisterten Besucher des Bietigheimer Wunderlandes, die auf den weißen Stühlen vor der Bühne mit Wein und anderen Getränken Platz genommen hatten, ebenso wie die, die es nicht auf den Stühlen hielt: schon am frühen Abend wurde mitgetanzt.

Genauso wie bei Dave Goodman, der mit „She’s gone“ zu einem ganz ähnlichen Thema wie Eddy sang, allerdings nicht im Bluesrock, wie der gebürtige Londoner, sondern in einer Mischung aus Pop und Blues, allein mit seiner Gitarre auf der Bühne auf dem Kronenplatz.

Abwechslungsreiche Musik

Zeitgleich standen so immer vier Künstler auf der Bühne: im Schlosshof, auf dem Marktplatz, am Fräuleinsbrunnen und auf dem Kronenplatz. Von einer Kombination von Zouk, Reggaeton, New York Salsa mit zeitgenössischen Pop- und Hip-Hop-Beats von „Gianna Tam & La Banda“, über Jazz von „Tuija Komi und Band“, Blues, Irish Folk und traditionelle bretonische Musik von „Startijenn“, Bluegrass Songs von „Die Nachbarn“ bis zu Pop mit der Coldplay-Coverband „Viva la Vida“ reichte das Spektrum der Bands und Künstler. Gleichzeitige und unterschiedlichste Auftritte auf einer Vielzahl von Bühnen, das war auch dieses Jahr wieder das Rezept, das Musikbegeisterte durch die Bietigheimer Altstadt schlendern ließ, immer auf der Suche nach dem nächsten Auftritt, dem nächsten Künstler, dem man lauschen konnte.

Die Schlosshofbühne gehörte den Gästen Bietigheims: Bands aus den Partnerstädten Sucy-en-Brie, Surrey Heath und Szekzárd waren angereist. „Riverboat“ scholl schon melancholisch durch den Torbogen und lockte die Zuhörer zu Vanessa und Olivier aus Sucy-en-Brie, die zusammen „No N@me“ sind: er an der Gitarre, sie am Mikro. „Je me reveille dans un autre monde“, fuhren sie nach stürmischem Applaus fort, sangen vom Erwachen in einer anderen Welt – vielleicht eine unbeabsichtigte Anspielung auf das ganze Wunderland an diesem Abend.

Spaß für Groß und Klein

Das Theater Lindenhof gastierte am Samstagabend wie schon am Freitag im Hof der Hillerschule. Dort trat der „Gaisburger Marsch“ vor das Publikum: Wolfram Karrer und Gerd Plankenhorn blickten in die Kochtöpfe Schwabens – auf breitestem Schwäbisch (mit teilweiser Übersetzung für die „Neigschmeckten“) wurden Küchenweisheiten ausgetauscht, Sprichwörter rezitiert, das Lied des „Brezelbua“ angestimmt und schließlich überlegt, wie man das Sternerestaurant von allzu gewöhnlichen Gästen freihält – die Lacher waren ihnen gewiss. Der Kölner Spielecircus dagegen belegte am Nachmittag die Enzwiesen: Spielstationen und Mitmach-Aktionen lockten die ganze Familie, während in der Fußgängerzone zahlreiche Walk-Acts wie Ruth Albertin als Stelzenläuferin und Pico Bello’s Lustige Gärtner ihr Unwesen trieben.

Und so war der Sommerabend am Samstag noch lange nicht vorbei: Erst um 22 Uhr sollte der letzte Wechsel auf den Bühnen stattfinden, die letzte Runde an Auftritten starten. Auf dem Rückweg durch die Fußgängerzone bereitete sich „Krüger rockt“ gerade auf den Auftritt am Fräuleinsbrunnen vor, und The Bluesanovas waren schon beim Einstimmen auf dem Marktplatz.

 
 
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