Bislang haben die Schulen in Bietigheim-Bissingen notwendige IT-Dienstleistungen jeweils selbstständig vergeben. Für die Stadt war somit aufgrund unterschiedlicher Vertragssituationen und Dienstleister keine Gesamtübersicht zu den Anforderungen und damit verbundenen Kosten verfügbar. Das ändert sich künftig. Der Gemeinderat beschloss in seiner jüngsten Sitzung nämlich die Vergabe des zentralen IT-Supportservices für alle Schulen der Stadt an die Firma PiraCon GmbH mit einer Vertragsdauer von vier Jahren inklusive Verlängerungsoption um ein Jahr. Das Gesamtvolumen liegt bei 965.345 Euro. Beworben hatten sich auf die europaweite Ausschreibung sechs Dienstleister.
Bietigheim-Bissingen IT-Support an Schulen zentralisiert
Die Schulen hatten bislang selbstständig die notwendigen Dienstleistungen vergeben. Die Stadt spart durch das neue Modell jährlich rund 320.000 Euro.
Start an den Ellentalgymnasien
Zu den Anforderungen, die die Stadt dabei stellt gehören demnach unter anderem bestimmte Reaktionszeiten, Zertifizierungen, Personalpräsenz vor Ort und Referenzprojekte. Dieses Vorgehen sei vorab im Schulbeirat abgestimmt und von allen Seiten befürwortet, heißt es in der dazugehörigen Gemeinderatsvorlage. Den Start bilden die Ellentalgymnasien, die weiteren Schulen sollen nach erfolgreicher Startphase sukzessive angebunden werden.
Bislang lagen die Gesamtkosten für den IT-Supportservice aller Schulen laut Vorlage bei rund 500.000 Euro jährlich, künftig sei demnach mit rund 180.000 Euro pro Jahr zu rechnen, so die Stadtverwaltung. Somit ergeben sich jährliche Einsparungen von rund 320.000 Euro
Stadtrat und Leiter der Bissinger Waldschule Markus Nutz (SPD) sagte: „Unsere Schulen waren im Digitalbereich immer gut und modern ausgestattet.“ Er habe in der Vergangenheit zwei sprunghafte Fortschritte beobachtet: Einerseits bedingt durch den Digitalpakt Schule, andererseits durch die Corona-Pandemie. Durch WLAN, Server, iPads und mehr in der Schule und den Klassenzimmern habe sich der Umfang der digitalen Hardware enorm erhöht, sodass auch der Aufwand für die Pflege und den Unterhalt besagter Technik stark angestiegen sei. „Wir hoffen, dass der Start gut gelingt und das Angebot ausgeweitet werden kann“, so Nutz.
„Fast zu schön, um wahr zu sein“
Karin Wittig (CDU) sagte: „Es ist fast zu schön, um wahr zu sein, dass in diesen Zeiten auch mal etwas günstiger wird.“ Explizit lobte sie den festen Arbeitsplatz, der in diesem Zuge an den Ellentalgymnasien geschaffen wird. Dieser sorge für kurze Wege zu den anderen Schulen im Stadtgebiet. Auch ihr Fraktionskollege und ehemaliger Schulleiter der Realschule im Aurain konstatierte „traumhafte Ausschreibungsergebnisse“ für die der Stadtverwaltung eigentlich ein Orden verliehen gehöre. Weiter erkundigte er sich, wofür in der Vergangenheit konkret das Geld ausgegeben wurde, und was man in Zukunft für Dienstleistungen bekomme.
Dr. Arno Steilner (FDP) fragte sich, warum man das nicht schon viel früher umgesetzt habe. Dennoch: „Gute Ideen kommen nie zu spät.“
Die Vergabe des zentralen IT-Supportservice an allen Schulen wurde vom Gemeinderat einstimmig verabschiedet.
