Bietigheim-Bissingen Jetzt mit „Spukhaus“ und Mauerresten

Von Uwe Mollenkopf
Der unterhalb des ehemaligen Schlosses gelegene Stumpf eines Halbrundturms, in dem noch drei Schießscharten sichtbar sind, ist jetzt auch Teil des Historischen Stadtrundgangs. Foto:  

Beim Historischen Stadtrundgang in Bietigheim-Bissingen wurden die alten Tafeln ersetzt, neue kamen hinzu. Auch einen QR-Code gibt es jetzt.

Zu den herausragenden Objekten, die jetzt neu im Historischen Stadtrundgang in Bietigheim-Bissingen vertreten sind, zählt Dr. Christoph Florian, der Leiter des Stadtarchivs, das ehemalige Pfarrhaus in der Pfarrstraße 8. 1479/80 errichtet, ist das Gebäude erstmals 1511 als Pfarrhaus nachweisbar. Dann soll es dort Gespenstererscheinungen gegeben haben, weshalb es seit 1642 nicht mehr als Pfarrhaus genutzt wurde. Damit nicht genug, wurden in dem „Spukhaus“ im Jahr 2000 Katzenmumien entdeckt. „Ich dachte, das muss einfach mit“, sagt Florian, der dem federführenden Presseamt die historischen Informationen für eine Erneuerung des Rundgangs lieferte.

Insgesamt sind elf neue Tafeln hinzugekommen, davon acht in Bietigheim, eine in Bissingen, eine in Metterzimmern und eine in Untermberg (siehe Infokasten). Zusammen sind es jetzt 95 Tafeln. Wobei sich diejenige in Untermberg schon wenige Meter auf Sachsenheimer Gemarkung befindet: die Burgruine Altsachsenheim. Doch die im 13. Jahrhundert erbaute Burg sei für den Ort so prägend, dass man sich entschieden habe, sie auch hinzu zu nehmen, erläutert der Stadtarchivar.

Schon Objekte in Reserve

Der Stadtrundgang musste erneuert werden, weil die alten Tafeln nach mehr als 20 Jahren von Wind und Wetter gezeichnet waren (die BZ berichtete). Dabei wurden die alten Texte laut Florian teilweise etwas gekürzt, um die Informationen zu komprimieren. Dafür seien die neuen Objekte hinzugekommen. Groß suchen musste Florian deswegen nicht. „Wir hatten schon einige Objekte in Reserve“, sagt er. Bei den Recherchen im Archiv stoße man immer wieder auf interessante Bauten und Objekte, bei denen man denke, dass diese auch eine Tafel verdient hätten. Voraussetzungen dafür seien, dass noch etwas erhalten sei, dass sie eine Bedeutung für die Stadtgeschichte hätten und etwas davon repräsentierten.

So stehe etwa der halbrunde Eckturmstumpf unterhalb des Schlosses in der Zwingerstraße mit seinen noch sichtbaren drei Schießscharten für die einstige Stadtbefestigung. Ein streng formales Verfahren gebe es bei der Auswahl aber nicht, etwas Subjektivität sei auch dabei, so Florian.

Die neuen Objekte würden sicher nicht die letzten sein, meint der Hüter der Stadtgeschichte. Denn die Stadt verfüge über eine sehr reichhaltige Geschichte mit vielen Einzelobjekten. Wie die Stadtverwaltung bereits mitgeteilt hat, sind auch weitere Rundgänge in anderen Stadtgebieten geplant.

Historie via Smartphone

Vorerst steht das Stadtarchiv aber vor der Aufgabe, für die vorhandenen Tafeln weitere Informationen zur Verfügung zu stellen – und zwar digital. Denn die neuen QR-Codes dort führen Interessierte auf eine Seite des Stadtarchivs, auf der im Moment noch dieselben Texte wie auf den Tafeln zu sehen sind.

In Zukunft sollen weitere Informationen und Fotos zu sehen sein, erzählt Florian, die dazu eingestellt werden müssen. Historisch interessierte können sich dann via Smartphone beim Stadtrundgang noch weiter in die Geschichte Bietigheims und seiner Stadtteile vertiefen.

 
 
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