Gemeinsam mit den Kindern werden wir das Haus mit Leben füllen“, verkündete Birgit Wurst, die Leiterin des neuen Kinderhauses „Villa Paletti“ im Lothar-Späth-Carré bei dessen feierlicher Einweihung. Der Gemeinderat hatte im Juli 2021 den Kauf der Einrichtung für 9,3 Millionen Euro beschlossen und damit den Bau bei der Bietigheimer Wohnbau in Auftrag gegeben. Seit Ende September ist die Einrichtung in Betrieb, derzeit noch mit rund 20 Kindern, doch Woche für Woche werden es mehr, wie Birgit Wurst sagt. Insgesamt bietet das Kinderhaus Platz für 105 Kinder im Alter von eins bis sechs Jahren, die entweder sieben oder acht Stunden täglich betreut werden. So sollen für Kleinkinder später einmal 30 Plätze zur Verfügung stehen, im Ü3-Bereich sollen es bis zu 75 Plätze werden. Derzeit sucht die Stadtverwaltung noch nach Personal, um weitere Gruppen einrichten zu können.
Bietigheim-Bissingen Kinderhaus „Villa Paletti“ eingeweiht
Bis zu 105 Kinder sollen Platz finden in der neuen Kita im Lothar-Späth-Carré.
Langfristig gut angelegtes Geld
Für Oberbürgermeister Jürgen Kessing stelle das Kinderhaus „Villa Paletti“ allerdings bereits jetzt eine Errungenschaft dar, die teilweise langen Wartezeiten auf einen Betreuungsplatz spürbar zu verkürzen. Die Kosten für die Einrichtung habe die Stadt alleine stemmen müssen, langfristig sei dies jedoch gut angelegtes Geld, versicherte der OB bei der Einweihung. Das Kinderhaus sei ein Beispiel für eine gelungene Familienpolitik, so der OB weiter.
Die Struktur des Hauses ist klar gefasst: Die Kinder werden in altershomogene Gruppen aufgeteilt, die Kleinen im Erdgeschoss, die größeren im Obergeschoss. Es gibt feste Rituale und Abläufe während des Tages, etwa ein Morgenkreis, eine wöchentlich stattfindende Kinderkonferenz, bei der die Kinder miteinander singen, sich austauschen und Themen besprechen. Auch eine gemeinsame Gartenzeit gehört dazu. Über einen umlaufenden Balkon gelangen die Kinder vom ersten Obergeschoss per Rutsche oder Treppe in den Garten, die Kleinkinder im EG haben direkten Zugang von ihren Aufenthaltsräumen.
„Hier können die Kinder Forscher, Erfinder, Philosophen oder Künstler werden“, sagt Kessing. Denn: In der Kita stehen vielfältige Funktionsbereiche und Bildungsbereiche zur Verfügung, in denen die Kinder ihre Interessen verfolgen oder Neues entdecken können. So gibt es neben klassischen Bewegungs- oder Spielräumen beispielsweise einen Forschungsraum als Mini-Labor, ein Atelier oder eine pädagogische Küche.
Kinder werden miteinbezogen
Birgit Wurst erläutert, dass ihr Team im Haus besonderen Wert legt auf die Partizipation der Kinder. Sie werden ermutigt, ihre Wünsche zu äußern und ihre Ideen einzubringen. Außerdem werden die Kleinen anhand der naturbezogenen Pädagogik bei Spaziergängen, Ausflügen und Naturerkundungen für den Umgang mit der Natur und ihrer Umwelt sensibilisiert und an eine nachhaltige Lebensweise herangeführt. Das Haus ist täglich geöffnet von 7 bis 16 Uhr, Eltern können nach Anmeldung immer am letzten Donnerstag im Monat Besichtigungstermine vereinbaren.
Ebenfalls in der Fertigstellung befinden sich der Anbau und die Sanierung der Kita Metterzimmern und das neue Kinderhaus in der Schillerstraße.
