Bietigheim-Bissingen Kultur muss Federn lassen

Von Uwe Mollenkopf
Im historischen Teil der Städtischen Galerie läuft noch bis 12. April die Ausstellung „XPlaces To Be“ von Doris Graf. In Zukunft soll es hier weniger Ausstellungen geben, Schwerpunkt ist Regionalität. Foto: /Martin Kalb

Kultur- und Sportamtsleiterin Michaela Ruof gab im Rathaus einen Rück- und Ausblick. Ihr Budget wurde angesichts der angespannten Finanzlage um 150.000 Euro reduziert.

Auch die Kultur muss in Bietigheim-Bissingen angesichts klammer Kassen Federn lassen. Kultur- und Sportamtsleiterin Michaela Ruof hat im kommenden Jahr ein gegenüber 2025 um 150.000 Euro reduziertes Budget zur Verfügung, wie sie beim traditionellen Rück- und Ausblick am Dienstag im Rathaus berichtete. Oberbürgermeister Jürgen Kessing betonte aber zugleich, dass die kulturellen Einrichtungen an sich erhalten bleiben, was inzwischen angesichts der angespannten Finanzlage in den Kommunen nicht selbstverständlich sei.

Sommerkonzerte donnerstags

Aktuell ist das Team des Kulturamts dabei, die Saison 2026/2027 zu planen. Die Veranstaltungen im Rahmen von Treffpunkt Kultur stehen bis Mai 2026 fest. Der Rotstift wurde vor allem bei der Großveranstaltung „Best of Music“ angesetzt, die wie berichtet im Jahr 2026 ausgesetzt und ins Jahr 2027 geschoben wird. „Die Sommerkonzerte finden weiterhin statt“, erklärte Ruof. Allerdings werde der Veranstaltungstag der Konzerte im Bürgergarten von Freitag auf Donnerstag verlegt, womit 2026 alle Sommerkonzerte donnerstags stattfinden.

Weitere Sparmaßnahmen sind jeweils ein zusätzlicher Schließtag im Stadtmuseum Hornmoldhaus und in der Städtischen Galerie. Im historischen Gebäudeteil der Galerie soll die Zahl der Ausstellungen reduziert werden, man wolle sich auf regionale Exponate konzentrieren, sagte Ruof. Auch bei den Auftritten großer Orchester sieht sie Einsparpotenzial. Die Annahme, dass die im kommenden Jahr (ab 10. Mai) geplante Spardosen-Ausstellung im Stadtmuseum Hornmoldhaus auch mit den Sparbemühungen der Stadt zu tun habe, sei allerdings falsch, so Ruof und Kessing.

2026 wird es unter anderem eine „Tina-Turner-Show“ in Bietigheim-Bissingen geben, gab Ruof einen kleinen Ausblick auf die Veranstaltungen. Der Kabarettist Christoph Sieber und der Schauspieler Helmut Zierl werden zu Gast sein, auch die Band „Poems on the Rocks“ gibt ein Gastspiel.

Ausstellungen gut besucht

Im Rückblick auf 2025 zeigte sich Ruof sehr zufrieden. „Im Treffpunkt Kultur ist die Zahl der Abonnements weiter gestiegen“, sagte sie. Das Interesse an kulturellen Veranstaltungen nehme weiter zu, auch das Wunderland habe zahlreiche Gäste in die Stadt gelockt. Allerdings: Bei manchen Veranstaltungen seien die Besucherzahlen hinter den Erwartungen geblieben. Und, so Ruofs Erfahrung: Jüngere Besucher würden statt Abonnements lieber Einzelkarten kaufen.

Ebenfalls positiv, so die Amtsleiterin: In der Städtischen Galerie habe die Ausstellung über schwäbische Impressionistinnen rund 15.400 Besucher angelockt – eine hohe Zahl. Zum Vergleich: rund 5200 Besucher zählte die Paul-Reichle-Ausstellung, rund 5500 Besucher die Linolschnitt-Ausstellung, die ebenfalls 2025 in der Galerie stattfanden. Gute Zahlen konnte aber auch das Stadtmuseum Hornmoldhaus vorweisen, wo laut Ruof insgesamt 22.000 Menschen die BiBi-Pop-Ausstellung sehen wollten, die bis 30. März lief. Die Amtsleiterin verwies darauf, dass im Mai die neue Dauerausstellung eröffnet wurde. „Somit ist jetzt die stadtgeschichtliche Präsentation bis heute komplett.“

Digitalisieren und aussortieren

Dazu wurden drei Ausstellungsräume, die noch von 1989 stammten, neu gestaltet. Derzeit sei Sammlungsmanagerin Leontine Mannsperger dabei, die Exponate in den Depots zu digitalisieren. Ziel sei dabei aber auch herauszufinden, von was man sich trennen könne. Sehr gut nachgefragt seien die VR-Brillen, so Ruof weiter. Deshalb gebe es sechs neue Führungen mit VR-Brille in Zusammenarbeit mit der Uni Tübingen.

Auch im Stadtarchiv wird weiter fleißig digitalisiert, dabei hat man die Bestände aus dem 16. Jahrhundert im Blick. Im Januar 2026 werde zudem ein weiterer Band der Blätter zur Stadtgeschichte präsentiert, kündigte die Amtsleiterin an.

Höhepunkte bei der Musikschule seien 2025 die Teilnahme am Jubiläumsfestakt mit zahlreichen Chören und das Musical „Alice in BiBi-Town“ gewesen.

Mit Blick auf die Otto-Rombach-Bücherei hob Michaela Ruof das Format „Bibi liest ein Buch“ hervor, dass zum Stadtjubiläum stattfand. Vielleicht werde man das wiederholen, wenn die Bücherei im Jahr 2027 selbst Jubiläum feiern könne, sagte Ruof.

 
 
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