Bietigheim-Bissingen Lobeshymne auf Edith Vester

Von Walter Christ
Anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Trachtenvereins ist Edith Vester geehrt worden. Erster Vorsitzender Gunter Dlabal und OB Jürgen Kessing lobten ihren großen Einsatz. Foto: /Oliver Bürkle

Die „Mutter des Trachtenvereins“ ist mit der Landesehrennadel ausgezeichnet worden. OB Kessing lobte das große Engagement, Fachwissen und Herzblut der Unterriexingerin.

Gewohnt zünftig und bodenständig hat der Trachtenverein Bietigheim am vergangenen Sonntag im Hans-Georg-Pflüger-Saal der Musikschule sein 75-jähriges Jubiläum gefeiert. Höhepunkt war die Verleihung der Landesehrennadel an Edith Vester. Bei der Matinee der Gemeinschaft zur Brauchtumspflege stellte Oberbürgermeister Jürgen Kessing in seiner Laudatio das große Engagement, Fachwissen und Herzblut der Unterriexingerin für den Verein und weitere Institutionen über 37 Jahre hinweg heraus. Er würdigte aber ebenso die Verdienste des lebendigen, vielseitig engagierten Gesamtvereins selbst.

Leidenschaft für den Volkstanz

Als Edith Vester 1989 in den Verein eingetreten war, sei schnell klar gewesen, dass sie auch Verantwortung übernehme. „Als stellvertretende Gruppenleiterin der Volkstanzgruppe brachte sie früh ihre Leidenschaft für den Volkstanz und ihr Gespür für Menschen ein. 1995 wurde sie zur Dritten Vorsitzenden gewählt und übernahm den Bereich der Finanzen. Eine Aufgabe, die bei ihr in besten Händen lag“, lobte der Rathauschef auch das „unverzichtbare reiche kaufmännische Wissen, die Genauigkeit und die Verlässlichkeit“ der Aktiv-Bürgerin.

Folgerichtig sei Edith Vester 2007 zur zweiten Vorsitzenden gewählt worden – ein Amt, das sie bis heute mit großer Umsicht und Engagement ausübe. Doch ihr Wirken ende nicht an den Vereinsgrenzen. Von 2009 bis 2019 stellte sie ihre Finanzkompetenz auch dem Dachverband Kultur als Kassenwartin zur Verfügung. Seit 2015 sei sie zudem als Kassiererin im Südwestdeutschen Gauverband der Heimat- und Trachtenvereine tätig.

Überall seien ihr Rat gefragt, ihre Expertise geschätzt und ihr Einsatz von unschätzbarem Wert. Neben all diesen Ämtern schlage ihr Herz seit 36 Jahren besonders für den Volkstanz und die Tracht. „Mit großer Leidenschaft erforscht und findet sie alte, aber auch neue Volkstänze aus der fränkischen Region. Diese Tänze nicht nur zu bewahren, sondern sie mit Geduld, Einfühlungsvermögen und Begeisterung an die Gruppen weiterzugeben, erfüllt sie in vorbildlicher Weise“, wies der OB auch auf ein weiteres Standbein ihres Wirkens, das Nachforschen und Herstellen alter Trachtenteile, hin.

„Liebe Frau Vester, Ihr jahrzehntelanger Einsatz, Ihre Kompetenz, Geduld und Ihre Begeisterungsfähigkeit sind ein großes Geschenk für den Verein und die gesamte Trachtenbewegung. Dafür danken Ihnen der Verein, aber auch die Städte Markgröningen und Bietigheim-Bissingen von Herzen. Auch das ganze Land ist stolz auf Sie“, so Kessing.

Jubiläumsverein ausgezeichnet

Zuvor schon hatte Vereinschef Gunter Dlabal im Beisein auch der „Schwarzen Jäger“ und von MdL Tobias Vogt die 71-Jährige als „Mutter des Trachtenvereins“ bezeichnet und bei der Feierstunde, die durch die „Kleine Blasmusik“ und durch Volkstänze bereichert wurde, die globale Bedeutung von Kultur betont: Nur wer seine eigene Kultur kenne, könne anderen Kulturen offen und tolerant begegnen.

Der Vorsitzende des 65.000 aktive Trachtenträger großen Landesverbandes der Heimat- und Trachtenverbände, Reinhold Frank aus Stuttgart, zeichnete den Jubiläumsverein mit der Deutschen Trachtentafel in Silber aus. Gunter Dlabal bekam für seine 30 Jahre erstklassige Vereinsleitung die mit Brillanten besetzte Ehrennadel in Gold, bevor Tänze und das gemeinsam intonierte „Württemberg-Lied“ zum Stehempfang überleiteten.

 
 
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