Gut gefüllt war der Saal im Kronenzentrum als Bürgermeister Michael Hanus in Vertretung von OB Jürgen Kessing ans Rednerpult trat und sich freute, dass so viele gekommen waren: „Diese Neujahrsmatinee ist etwas Besonderes“, kündigte er an und erklärte, dass sie als Ausklang des letzten Jahres, in dem alle viel Spaß miteinander hatten, gedacht sei sowie als Start für das neue Jahr: „Deshalb singt der Chor der Chorporation heute für uns und deshalb sind die Kabarettisten Klaus Birk und Andreas Müller nochmal gekommen, um mit viel Sprachwitz auf ein neues Jahr einzustimmen“.
Bietigheim-Bissingen Matinee: Zwei Herzen, eine Stadt
Der Neujahrsempfang stand noch ganz im Zeichen des Jubiläumsjahres. Einen humorvollen Blick auf die Stad warfen die Kabarettisten Klaus Birk und Andreas Müller.
In seiner anschließenden Rede ging Michael Hanus auf die Investitionen des vergangenen Jahres in Bildung und Betreuung ein: „Ich bin sehr froh, dass wir bald nahezu jedem Kind, auch im Krippenalter, einen Betreuungsplatz anbieten können“, führte er weiter aus. Allerdings hapere es noch beim Personal, aber daran werde auch gearbeitet, versprach er.
Bei der Erwähnung des geplanten Neubaus eines Feuerwehrgerätehauses in Bietigheim kam Michael Hanus zudem auf die ehrenamtlich Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr zu sprechen: „Ich bin stolz, dass das seit vielen Jahrzehnten in dieser Stadt auf höchstem Niveau gelingt“, sagte er und verwies darauf, dass jetzt Applaus angebracht wäre. Ebenso brandete Applaus auf beim Dank an das unbezahlbare und unverzichtbare ehrenamtliche Engagement vieler Einwohner.
Ernster wurde es, als Michael Hanus den Wohlstand aufgrund der wirtschaftlich schwierigen Lage als gefährdet ansah: „Wir müssen lernen, uns auf das Wichtigste zu beschränken und Prioritäten zu setzen“, forderte er und zeigte sich zuversichtlich, dass das allen gemeinsam gelingen werde.
Herren im Gespräch
Gut gelaunt betraten Andreas Müller und Klaus Birk die Bühne und lieferten sich ein schnelles Wortgefecht über Abkürzungen – warum heiße es BiBi für Bietigheim-Bissingen, aber nicht Baba für Baden-Baden, fragten sie sich und Klaus Birk konstatierte, dass auch im Januar noch das Jubiläumsmotto 50 Jahre gemeinsame Stadt gelte. Im Anschluss erzählte er, wie es überhaupt zum Zusammenschluss von Bietigheim und Bissingen kam und verwies darauf, dass es in den folgenden 50 Jahren tatsächlich nur zwei Oberbürgermeister gab – Manfred List bis 2004 und seitdem Jürgen Kessing. Klaus Birk erinnerte außerdem an die, in den 60er und 70er Jahren sehr beliebte Show „Spiel ohne Grenzen“, bei der mit dem Schlachtruf „BiBi ran“ 1975 Sportlerinnen und Sportler aus Bietigheim-Bissingen Bundessieger wurden und zum Finale nach Belgien fahren durften. Zur allgegenwärtigen Kunst im Stadtbild machten sich Klaus Birk und Andreas Müller ebenso ihre Gedanken wie zu den niedrigen Parkkosten, bevor sie ein mehrstimmiges Event ankündigten.
Auftritt des jungen Chores
Der Vorsitzende der Chorvereinigung Bietigheim-Bissingen und Mitsänger bei Chorporation Alwin Friederichs trat ans Mikrofon, wünschte allen alles Gute für das neue Jahr und machte ein bisschen Werbung für das Jubiläumskonzert zum 25-jährigen Bestehen des jungen Chores am 21. März: „Wir sind älter geworden, ein paar graue Haare sind gekommen, aber der Spaß am Singen ist ungebrochen“, betonte er und hoffte außerdem auf neue Mitsänger – vor allem Bässe werden gesucht. Anschließend positionierten sich die 19 Damen und Herren von Chorporation im Halbkreis auf der Bühne und gaben fünf Gute-Laune-Songs aus ihrem aktuellen Programm zum Besten.
Los ging es mit Adeles „Skyfall“, über „Fields of Gold“ von Sting bis hin zu Alice Mertons „No Roots“. Mit Leidenschaft und Liebe zur Musik sangen sie sich schnell in die Herzen des Publikums, das sie mit viel Applaus bedachte.
Erneut betraten Klaus Birk und Andreas Müller die Bühne und blickten auf frühere sowie aktuelle Werbekampagnen für „The Länd“, zeigten auf großer Leinwand lustige Bilder und Videos, zum Beispiel Winfried Kretschmanns Heizung runter drehen bis zu Friedrich Merz‘ legendärem Tanzstil. Hier zeigte Andreas Müller sein unglaubliches Stimmenimitationskönnen und ließ den Kanzler „Tanze Zambo mit mir“ singen. Auch sein „Verbrenner-Aus“-Lied (in Original „Männer“) als Herbert Grönemeyer sorgte für viele Lacher ebenso wie seine Trump Parodie. Klaus Birk erinnerte dazu passend und äußerst humorvoll an die Idee eines Trump Towers in Stuttgart Anfang der 2000er Jahre.
Bevor schließlich alle den Saal in Richtung Stehempfang verließen, begaben sich noch die Heiligen Drei Könige samt Gefolge auf die Bühne. Die Kinder aus der Gemeinde St. Laurentius sprachen, sangen und hofften unter dem Motto „Schule statt Fabrik – gegen Kinderarbeit“ auf viele Spenden.
