Bietigheim-Bissingen Mobiler Walderlebnispfad bringt viele Besucher ins Brandholz

Von Petra Neset-Ruppert
Die Kinder des Waldkindergartens Brandholz haben den mobilen Walderlebnispfad in drei Etappen erkundet. Gerade das Käsestück-Spiel forderte viel Geschicklichkeit und Teamarbeit. Foto: /Martin Kalb

Der Wusel-Erlebnispfad des Landratsamts Ludwigsburg hat bereits mehr als 2000 Besucher in den Brandholz-Wald gebracht. Noch bis zum 28. September bleibt er offen.

Die Blätter rascheln sanft im Wind, hier und da hört man einen Vogel zwitschern, die Sonne scheint auf den Waldweg und dann ist da dieses Kinderlachen. Lachen? Mitten im Wald? Ja, noch bis zum 28. September könnte Besuchern des Brandholz-Waldes häufiger Kinderlachen bei ihren Spaziergängen durch das Grün begegnen. Denn momentan ist der mobile Walderlebnispfad „Wusels tierische Sommerolympiade“ zu Gast im Brandholz. Pünktlich zu Beginn der Sommerferien wurde der Wald, der Bietigheim-Bissingen und Ingersheim gehört, mit zwölf Stationen rund um die Waldmaus Wusel bestückt. Darum kümmern sich sowohl die Revierförster Lia Ternes (Bietigheim-Bissingen), Tim Ternes (Ingersheim) als auch Simon Boden und Lisa Irrgang vom Landratsamt Fachbereich Wald.

„Die mobile Variante des Walderlebnispfads ist aus der Coronazeit heraus entstanden“, erklärt Simon Boden, Leiter des Fachbereichs Wald des Landratsamts. Mittlerweile reist der Erlebnispfad in den Schulferien von Wald zu Wald im Kreis und macht so den Forst neu erlebbar.

Zapfenwurf und Käsespiel

Ganz begeistert arbeiten die Kinder des Waldkindergartens im Brandholz gemeinsam darauf hin, die Holzkugel vorbei an den vielen Käselöchern zum Zielloch zu manövrieren. Als es gelingt, ist der Jubel groß. „Das Käsestück ist richtig schwer, aber es macht am meisten Spaß“, sagt der fünfjährige Levi. Gemeinsam mit dem sechsjährigen Leonard, der die Station mit dem Zapfenwurf richtig klasse findet, sind Levi und die Kindergartengruppe am Montag im Brandholz unterwegs. „Wir haben uns die Erkundung in drei Etappen aufgeteilt. Heute kam die Letzte dran“, erklärt Kindergartenleiterin Lisa Stricagnoli. Mit dem mobilen Walderlebnispfad habe sich der Kindergartenalltag anders gestaltet. „Im Wald ist auch was los. Das hat den Kindern gefallen und sie sind auch dann nochmals mit ihren Eltern hergekommen, um ihnen ‚ihren’ Wald zu zeigen“, sagt Stricagnoli.

/Martin Kalb

„Der Walderlebnispfad soll natürlich Familien ansprechen. Wir haben teilweise auch Gäste von weiter weg, die den Pfad besuchen“, sagt Boden. Über Postkarten, die man am Ende des Pfades ausfüllen und einwerfen kann, schätzen die Organisatoren die Besucherzahl. „Wir sind jetzt schon bei über 2000 Besuchern. Das ist wirklich sehr gut“, sagt Waldpädagogin Lisa Irrgang. Der Brandholz-Wald sei ein sehr guter Standort für den Walderlebnispfad.

Unwetter trifft auch Wusel-Pfad

Rund eine Woche dauerte der Aufbau aller Stationen. „Die Standortsuche für die Stationen ist ein Thema, weil es dem Wald nicht so gut geht und wir auch immer auf die Verkehrssicherung achten müssen“, erklärt Boden. Auch das schwere Unwetter mit Hagel im Kreis hatte den Walderlebnispfad beschädigt. „Da waren ein paar Wuselwege durch abgeknickte Baumkronen versperrt, aber die Aufräumarbeiten waren innerhalb eines Tages erledigt“, sagt Revierförsterin Lisa Ternes.

„Es erhält den Respekt vor dem Wald“, lobt Bürgermeister Michael Wolf. Er freut sich, dass der mobile Walderlebnispfad so gut angenommen wurde. Gerade die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Forstamt schätzt Wolf sehr und betont: „Das ist ein Naherholungsgebiet von unglaublichem Wert für die Stadt.“

Auch Ingersheims Bürgermeisterin Simone Lehnert freut sich über das besondere Angebot im Wald. „Die Kinder haben so viel Spaß und können den Wald so anders erleben. Schön, dass Wusel zu uns gekommen ist“, sagt Lehnert. Das finden die Kinder des Waldkindergarten im Brandholz ebenfalls und erkunden mit Waldpädagogin Irrgang prompt noch eine weitere Station.

Jetzt beginnt Lisa Irrgang bereits damit, das neue Konzept für den mobilen Walderlebnispfad für das kommende Jahr zu erarbeiten, damit dann auch in anderen Wäldern des Kreises Familien den Forst erleben können. Doch in den Herbstferien ist Wusel noch mit dem aktuellen Angebot im Käbling-Wald in Großbottwar zu Gast.

 
 
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