Bietigheim-Bissingen Murmelbahnen im Rotenacker Wald

Von Yannik Schuster
Revierförsterin Lia Ternes (rechts) war mit zehn Kindern und den Betreuerinnen der BUND Ortsgruppe Bietigheim-Bissingen im Rotenacker Wald unterwegs. Foto: /Martin Kalb

Im Rahmen des Sommerferienprogramms hat die BUND Ortsgruppe Bietigheim-Bissingen zu einem Vormittag im Wald mit Revierförsterin Lia Ternes eingeladen.

Beim Sommerferienprogramm in Bietigheim-Bissingen können Eltern und Kinder zwischen einer Vielzahl an Aktivitäten wählen. Zum ersten Mal seit einigen Jahren beteiligt sich auch die Ortsgruppe des BUND wieder am Ferienprogramm, nachdem der Verein zwischenzeitlich kurz vor der Auflösung stand (die BZ berichtete). Mit Försterin Lia Ternes, die beim Landkreis Ludwigsburg für das Revier Bietigheim zuständig ist, hatte die Umweltorganisation zu einem Vormittag im Rotenacker Wald eingeladen.

Zehn Kinder nahmen teil, rund die Hälfte davon kannte den Wald bereits, wie eine kurze Umfrage der Försterin offenbarte. Etwas Umweltbildung durfte natürlich nicht fehlen, so mussten sich die Kinder bei der Begrüßung direkt ein Waldtier überlegen, das mit dem gleichen Anfangsbuchstaben wie ihr Name beginnt.

In der Rolle von Waldtieren

Im Wald hatte Ternes ein Springseil deponiert, dass jedoch weder zum Seilspringen noch zum Tauziehen benutzt wurde. Das schwingende Seil sollte eine Straße simulieren – eine der größten Gefahren für die Tiere des Waldes. In der Rolle eines Igels, als Rehmutter mit ihrem Kitz im Doppelpack sowie gemeinsam als Wildschweinrotte sollten die Kinder versuchen, unbeschadet unter dem schwingenden Seil hindurch zu rennen. Der ein oder andere „Wildunfall“ ließ sich dabei nicht ganz vermeiden, die meisten Versuche waren allerdings erfolgreich. „Ziel ist es, dass die Kinder mit dem Wald in Kontakt kommen“, sagt Waldpädagogin Ternes. Nach einem kurzen Waldmemory, bei dem die Kinder bestimmte Blätter und Materialien im Wald finden mussten, begann der Hauptteil der Veranstaltung: Der Bau einer Waldmurmelbahn.

Ganz ohne Werkzeug und ausschließlich aus Naturmaterialien sollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine vier bis fünf Meter lange Bahn mit Kurven, Schanze und Tunnel bauen. In Kleingruppen machten sich die Kinder in einer nahe gelegenen Mulde an die Arbeit. Während einige Gruppen das natürliche Terrain als Grundlage für ihre Bahn nutzten, die sie mit seitlichen Begrenzungen aus Stöcken absteckten, versuchten sich vier junge Baumeister gar am Brückenbau. Auf einer Bahn aus Rinde, gestützt durch Äste sollte die bunte Murmel später einmal Rollen, so der Plan.

Fokussiert bei der Arbeit

Immer wieder machten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die Suche nach Materialien. Sätze wie „Ich brauch noch Steine“, „Ich suche Moos“ oder „Wir brauchen Rinde“ fielen regelmäßig. Bemerkenswert konzentriert und fokussiert bauten die Kinder an ihren Murmelbahnen – ganz ohne Berührungsängste mit den Naturmaterialien. Es wurde geplant, umgesetzt, getestet und iteriert. Zentimeter für Zentimeter wuchsen die Murmelbahnen so in die Länge, ehe sie nach einer Vesperpause stolz präsentiert wurden.

Zum Abschluss des Wald-Vormittags konnten die Kinder noch mit Schleifpapier ein Bild malen. Zum Einsatz kamen dabei weder Pinsel noch mitgebrachte Farben. Erneut durften lediglich Naturmaterialien verwendet werden, um das gewünschte Motiv umzusetzen. „Da kommen so viele verschiedene Farben zum Vorschein“, weiß Revierförderin Lia Ternes aus Erfahrung. Evelyn Möller vom BUND zieht ein positives Fazit zur Veranstaltung: „Das war richtig gut.“

 
 
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