Am Freitagabend gegen 20 Uhr – abhängig von der Stimmung im Festzelt – wird die 90. Ausgabe der Bietigheimer Pferdemarktes offiziell eröffnet, kündigte Oberbürgermeister Jürgen Kessing am Mittwoch bei einer Pressekonferenz an. „Was sich bewährt hat, haben wir wieder im Programm.“ Dazu gehöre neben dem Pferdesport und dem Festzelt auch wieder der Vergnügungspark, der Krämermarkt und die Ausstellung Heim und Garten. Auch das Feuerwerk am Sonntagabend kann dank des Regens in den vergangenen Wochen aller Voraussicht nach stattfinden. Insgesamt 250.000 bis 300.000 Besucherinnen und Besucher erwartet der Oberbürgermeister.
Bietigheim-Bissingen Pferdemarkt: Bis zu 300.000 Besucher erwartet
Der 90. Bietigheimer Pferdemarkt steht vor der Tür. In einer Pressekonferenz haben die Verantwortlichen ihre Pläne und Neuerungen vorgestellt.
Bewährtes Sicherheitskonzept
Ein großes Paket an Sicherheitsmaßnahmen, das im Wesentlichen dem des vergangenen Jahres entspricht, gehört ebenfalls zur Planung eines solchen Fests dazu. So gelte erneut ein Drohnenflugverbot, auch Hunde dürfen nicht auf den Festplatz, Waffen und Messer ohnehin nicht. Man arbeite mit Zufahrtssperren und Sicherheitspersonal, darüber hinaus wird auch die Polizei mit wahrnehmbaren Streifen sowie in Zivil vor Ort sein. Das Ordnungsamt selbst, so sagte dessen Leiter Matthias Volk, werde sich um die Peripherie des Festgeländes kümmern. Das DRK hat sich in der Sporthalle am Viadukt eingerichtet, das THW übernimmt die Notfallbeleuchtung und auch eine Notfallbeschallung, um im Notfall Durchsagen tätigen zu können, ist installiert.
Festwirt Karl Maier, der nicht nur für das Göckelesmaier-Festzelt sondern auch für den Vergnügungspark verantwortlich zeichnet, kündigte gleich eine Reihe neuer Fahrgeschäfte an. Einerseits der sogenannte „Air Wolf“, ein Über-Kopf-Fahrgeschäft, das Maier bereits seit einigen Jahren auf den Pferdemarkt holen wollte. Das Fahrgeschäft sei ein Unikat, das normalerweise auf dem Hamburger Dom oder dem Stuttgarter Wasen stehe, so Maier. „Das hat Überzeugungskraft gekostet“, sagt der Festwirt. Ebenfalls neu dabei ist das brandneue Crazy Roulette, für das der Pferdemarkt erst die zweite Station überhaupt sei. Die Riesenschaukel Konga mit 45 Metern Höhe wird ebenfalls erwartet. Mit dem Fortress Tower, einem 80 Meter hohen Freefall-Tower, können Besucher zudem ganz hoch hinaus. Dazu kommen die üblichen Spaßbuden. Bessere Fahrgeschäfte gebe es selbst auf dem Wasen nicht, zeigte sich der Festwirt selbstbewusst. „Wer hier nicht auf seine Kosten kommt, dem kann ich auch nicht mehr helfen“, sagte Maier.
Auch für das Festzelt habe man einige Neuerungen im Gepäck. So habe man speziell für den Pferdemarkt neue Wandelemente gebaut, die sich für eine bessere Belüftung öffnen lassen. „Kein anderer Festwirt in Deutschland betreibt für fünf Tage so einen Aufwand“, ist Maier überzeugt. Auf der Westseite des Festzelts betreibe man dazu erstmals gemeinsam mit der Firma Dinkelacker einen Container, der als Erweiterung der bestehenden Bar im Zelt fungieren soll. So können sich Besucher, denen es im Zelt zu heiß wird, auch an der frischen Luft bewirten lassen. Insgesamt, so kalkuliert Maier, werden wohl um 250 Hektoliter Bier (eine Maß kostet 11,80 Euro) sowie 4000 bis 5000 Göckele (12,80 Euro) verzehrt werden. Göckelesmaier bewirtschaftet den Pferdemarkt seit 1970.
Pferde gehören dazu
Auch die Pferde dürfen auf dem Pferdemarkt natürlich nicht fehlen. Turnierleiter Klaus Dieterich erläuterte, das neben dem Spitzensport auch wieder zahlreiche Programmpunkte – vom Ponyreiten bis zu Prämierungen und kleineren Turnieren – geplant seien. Mit den Nennungszahlen sei man sehr zufrieden, laut OB Kessing wird nahezu eine vierstellige Anzahl Vierbeiner erwartet. „Ein Pferdemarkt ohne Pferde wäre kein Pferdemarkt.“
Tierarzt Dr. Friedrich Lindner lud auch jene Besucher, die kritisch auf den Pferdesport blicken, ein, genau hinzuschauen. Die Sportler seien in Sachen Tierschutz gut ausgebildet, andere Programmpunkte wie etwa die Prämierungen bedeuteten für die Pferde keine größeren Umstände.
Vorsicht beim Parken
OB Kessing wies weiter darauf hin, dass die Parkplätze der Firmen Hit und Kaufland in der Mühlwiesenstraße nicht für Besucher des Pferdemarkts freigegeben sind. Bisher habe man es nicht geschafft, diese Unternehmen zu überzeugen. Aus Sicht der Firmen seien einige Sorgen zwar verständlich, unterm Strich würden so dennoch hunderte Stellplätze fehlen, so Kessing. Zumal der ÖPNV in diesem Jahr aufgrund der gekappten Verbindung zwischen Ludwigsburg und Bietigheim-Bissingen auch nur bedingt eine Alternative darstelle. Abgesprochen habe die Bahn diese Maßnahme mit der Stadt nicht. Besuchern empfiehlt der Oberbürgermeister daher eine rechtzeitige Anreise zum Pferdemarkt.
