Bietigheim-Bissingen Ponys geschlagen? Peta kritisiert Pferdemarkt

Von ysch
Der Pferdemarktsamstag stand auch in diesem Jahr im Zeichen der Shetland-Ponys. Foto: /Martin Kalb

Weil mehrfach Ponys geschlagen worden seien, hat die Tierrechtsorganisation Anzeige erstattet. Die Stadt zeigt sich von den Vorwürfen überrascht.

Die Tierrechtsorganisation Peta übt heftige Kritik am Bietigheimer Pferdemarkt. Wie Peta in einer Mitteilung schreibt, habe die Organisation Aufnahmen des Bietigheimer Pferdemarkts erhalten, auf denen zu sehen sei, wie Menschen Ponys schlagen – teilweise ins Gesicht. Ein Pony konnte sich zwischenzeitlich losreißen. Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass Pferde Fluchttiere sind, die in unbekannter, lauter Umgebung und inmitten von Menschenmassen schnell in Panik geraten könnten.

Peta habe Anzeige beim zuständigen Veterinäramt erstattet und umgehende Konsequenzen für die verantwortlichen Personen gefordert. Zudem appelliert die Organisation an die Behörde, künftig keine Tiere mehr auf dem Pferdemarkt zuzulassen.

Peta erstattet Anzeige und appelliert an Behörde

„Für die Ponys war der Pferdemarkt eine reine Tierqualveranstaltung. Umgeben von lauter Musik, Lautsprecherdurchsagen und dem Trubel der Menschenmassen zeigten mehrere Tiere deutliche Stresssignale und gerieten teils in Panik“, wird Jana Hoger, Fachreferentin bei Peta, zitiert. „Dieser Umgang zeigt einmal mehr, wie viel in der oft romantisierten Pferdewelt schiefläuft. Wenn Menschen in aller Öffentlichkeit Pferde verprügeln, dann will man nicht wissen, was hinter verschlossenen Türen passiert, wenn keiner hinsieht. Das muss Konsequenzen haben.“

Die Stadt Bietigheim-Bissingen teilt auf BZ-Anfrage mit, dass ihnen die Vorwürfe nicht bekannt seien: „Der Stadtverwaltung und sämtlichen Beteiligten des Pferdemarkts ist das Wohl aller Tiere ein wichtiges Anliegen. Aus diesem Grund werden die städtischen Veranstaltungen beim Pferdemarkt, bei denen Tiere anwesend sind, in enger Abstimmung mit Tierärzten durchgeführt.“ Vor allem bei den Pferdeprämierungen seien zahlreiche Tierärzte vor Ort und würden bei Auffälligkeiten sofort einschreiten. Das gleiche gelte für den Festumzug.

Stadt sieht keine Veranlassung, Festablauf zu ändern

Auch bei den Turnieren des Reitervereins und des Ponyhofs Müller seien Tierärzte vor Ort, die den Umgang mit den Pferden und dessen Zustand eingehend beobachten würden. „Wir vertreten die Auffassung, dass wir das Tierwohl beim Bietigheimer Pferdemarkt mehr als ausreichend im Blick haben und sehen derzeit keine Veranlassung, am Festablauf und an der Beteiligung der Tiere etwas zu ändern. Sollten sich Hinweise auf Misshandlungen erhärten, werden wir diesen selbstverständlich nachgehen und wenn notwendig, Konsequenzen ziehen.“ ysch

 
 
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