Bietigheim-Bissingen Räte sehen Kliniken auf gutem Weg

Von Uwe Mollenkopf
Die Lage der Kliniken im Kreis war Thema im Bietigheim-Bissinger Gemeinderat. Foto: /Martin Kalb

Der Gemeinderat billigte den Jahresabschluss der RKH Kliniken einstimmig. Trotz eines hohen Verlustes besteht Hoffnung auf eine „schwarze Null“ in den kommenden Jahren.

Nach dem Kreistag hat auch der Gemeinderat der Stadt Bietigheim-Bissingen, die Mitgesellschafterin der RKH-Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim gGmbH ist, dem Jahresabschluss der Gesellschaft zugestimmt. Gegenstimmen gab es dabei nicht.

Oberbürgermeister Jürgen Kessing, der zugleich stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Kliniken-Gesellschaft ist, verwies darauf, dass im vergangenen Jahr im September mit der Neubesetzung der Klinikgeschäftsführung die Interimsphase beendet wurde. Es sei eine sogenannte Red-Flag-Analyse vorgenommen worden, um einerseits den langfristigen Investitionsbedarf und die Entwicklungspotenziale beziehungsweise Grenzen der Standorte Ludwigsburg und Bietigheim aufzuzeigen. Zunächst standen noch Überlegungen für eine Zentralklinik im Landkreis im Raum, doch: „Ich denke, das ist vom Tisch“, sagte Kessing. Man plane für die Zukunft mit den drei Standorten Ludwigsburg, Bietigheim-Bissingen und Markgröningen, dem Standort der Orthopädischen Klinik.

Noch viel Leiharbeit

Das Ergebnis des Geschäftsjahrs 2025 sei aber noch durch eine hohe Inanspruchnahme von Leiharbeit geprägt gewesen, sagte Kessing. Die ehemaligen Krankenhäuser Vaihingen und Marbach belasteten noch die Bilanz, wobei Vaihingen inzwischen an die Stadt Vaihingen verkauft wurde. Die Fallzahl der stationär behandelten Patienten habe sich auf 51.196 Personen (Vorjahr 50.911) leicht erhöht, die Verweildauer sei im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken, berichtete Kessing. Nach wie vor steige die Anzahl der Notfallpatienten, die aufgrund ihres Versorgungsbedarfs nicht in den Kliniken versorgt werden müssten. Das erschwere auf planbare Behandlungen ausgerichtete Strukturen, heißt es im Bericht der RKH-Kliniken.

Die Maßnahmen der neuen Geschäftsführung würden bereits greifen, sagte Kessing, mit einem Defizit von 43,1 Millionen Euro habe es 2025 aber noch das zweitschlechteste Ergebnis nach 2024 (minus 48,3 Millionen) gegeben. Immerhin schnitt die Kliniken gGmbh damit etwas besser als geplant ab: Gerechnet hatte man mit einem Minus von 44,3 Millionen Euro. Der Oberbürgermeister machte darauf aufmerksam, dass von dem Defizit 33,4 Millionen Euro auf das Klinikum Ludwigsburg entfielen, 7,8 Millionen Euro auf das Krankenhaus Bietigheim-Vaihingen, der Rest auf Marbach, wofür noch Zinslasten anfallen.

Für den Landkreis und damit die Kommunen, die diesen über die Kreisumlage finanzieren, ist es bedenklich, dass laut Kessing die Rücklagen der RKH-Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim aufgebraucht sind. Das werde die Kreisumlage belasten, erklärte er.

Gesundheitsreform wirkt sich aus

Für das laufende Jahr seien Einsparungen in Höhe von zehn Millionen Euro angepeilt, so der Oberbürgermeister. Es wird mit einem Minus von rund 33,8 Millionen Euro kalkuliert. Allerdings könnte dies durch die Auswirkungen der Gesundheitsreform der schwarz-roten Bundesregierung konterkariert werden, befürchtete Kessing.

„Die Konsolidierungsmaßnahmen greifen in diesem Jahr“, bewertete Stadtrat Eberhard Blatter (Freie Wähler) die Entwicklung der Kliniken im Landkreis Ludwigsburg. Das Ziel sei, spätestens 2028 wieder ein ausgeglichenes Ergebnis zu haben. Der neue Geschäftsführer Dr. Marc Nickel müsse sich an dieser Aussage messen lassen. Aus Sicht von Marcus List (CDU) sind weitere Konsolidierungsmaßnahmen nötig, er sehe die Klinikenleitung aber auf einem guten Weg. Das Defizit müsse verringert werden, pflichtete ihm Thomas Reusch-Frey, der Fraktionschef der SPD, darin bei und zeigte sich zuversichtlich: „Wir sind überzeugt, dass das gelingt.“

Auch Dr. Arno Steilner (FDP) sah die Kliniken gGmbH „auf gutem Weg zur schwarzen Null“, auch wenn dieser Weg noch lang und steinig sein werde.

 
 
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