Seit über einem Jahr versteckt sich das Bietigheimer Rathaus nunmehr hinter einem Baugerüst. Die aufwendige Sanierung der Außenfassade neigt sich so langsam jedoch dem Ende entgegen.
Bietigheim-Bissingen Rathaussanierung in finalen Zügen
Aktuell wird der Oberputz an der Fassade des Bietigheimer Rathauses aufgetragen. Im November, nach Abschluss der Malerarbeiten, soll das Gerüst abgebaut werden.
Der Stuckateurbetrieb habe inzwischen den Ausgleichsputz aufgetragen und an diesem Montag mit dem Oberputz begonnen, teilt Stadtsprecherin Anette Hochmuth auf BZ-Anfrage mit. Dieser soll in circa zwei Wochen fertig aufgetragen sein, nach der Trocknung erfolgen noch die Malerarbeiten, die bis Ende Oktober fertiggestellt sein sollen. Optisch wird das Rathaus wieder so aussehen wie bereits vor der Sanierung. An einigen Stellen wird jedoch etwas mehr Holz sichtbar sein als bisher. Bei einer früheren Sanierung hatte man versucht, die Versätze zwischen den Stockwerken mit Putz auszugleichen und so glatte Kanten zu schaffen. In Zukunft werden besagte Profilhölzer jedoch wieder zu sehen sein.
In den vergangenen Monaten wurden darüber hinaus die Reparaturarbeiten des Zimmermanns am Holzfachwerk, an den Dachtraufen und am Balkon abgeschlossen. Außerdem wurden die Bleche an den Außensimsen repariert oder wo nötig ausgetauscht, Steinmetzarbeiten durchgeführt und Fensterflügel sowie -läden in der Werkstatt aufbereitet.
Abbau des Gerüsts im November geplant
Der Abbau des Gerüsts ist nach derzeitiger Planung im Laufe des Novembers vorgesehen, anschließend finden noch finale Arbeiten an Fenstern und Fensterläden statt. Bis zum Sternlesmarkt dürfte das Rathaus dementsprechend wieder in altem beziehungsweise neuem Glanz erstrahlen.
Die Sanierung des historischen Rathauses aus dem Jahr 1507 wurde ursprünglich mit einem finanziellen Umfang von circa 1,8 Millionen Euro geplant. Der Putz, der aus dem Jahr 1978/79 stammt und viele Risse aufwies, wurde komplett abgetragen. Erst danach wurde der Umfang der Schäden am historischen Fachwerk sichtbar. Da diese stärker als zunächst angenommen waren, verzögerte sich die Sanierung um einige Monate. Eigentlich war der Abschluss der Arbeiten bereits für diesen August vorgesehen gewesen. Bei einer dendrologischen Untersuchung war herausgekommen, dass etliche, vor allem dicke Balken des Fachwerks noch aus der Anfangszeit des Gebäudes im frühen 16. Jahrhundert stammen. Weitere Balken wurden auf den ersten großen Umbau im 18. Jahrhundert datiert.
Vorläufige Maßnahmen zur Sicherung
Mit den Sanierungen in der historischen Altstadt dürfte es nach Abschluss der Arbeiten am Verwaltungssitz der Stadt nahezu nahtlos weitergehen. Denn inzwischen wurden auch Schäden am Fachwerk des benachbarten Hornmoldhauses festgestellt. Durch Witterungseinflüsse wurde dieses in Mitleidenschaft gezogen, berichtet Anette Hochmuth. Deshalb habe man ein spezialisiertes Ingenieurbüro damit beauftragt, den Schadensumfang an dem historischen Gebäude aus dem 16. Jahrhundert festzustellen. Zur Sicherung hat die Stadt bereits vorläufig zusätzliche Holzbretter am Fachwerk angebracht.
Der genaue Plan für die Sanierung wird derzeit noch erarbeitet, zum Umfang, dem Zeitraum oder den Kosten könnten deshalb noch keine Angaben gemacht werden, so die Presseamtsleiterin. In den Räumen des Stadtmuseums Hornmoldhauses, die im Bereich der sichtbaren Sicherungsmaßnahmen liegen, könne es jedoch zu Einschränkungen kommen, teilt Anette Hochmuth bereits mit.
