Bibi-Helau“, erscholl es am vergangenen Freitag- und Samstagabend wieder im Bietigheimer Kronenzentrum, als das Kinderprinzenpaar seine Gäste auf der Prunksitzung begrüßte: Prinz Giulio I. von den teuflischen Trompeten und Prinzessin Lorena die I. von den bebenden Trainingshallen sitzen in der diesjährigen Kampagne auf dem Thron und hatten sich einiges vorgenommen: „Mit Herz aus Gold und viel Fantasie / feiern wir heute, das ist unsere Melodie. / Lasst uns gemeinsam für Stimmung sorgen, / wir lachen laut – heute gibt’s kein Morgen“, versprachen der Neun- und die Achtjährige, denn: „Die Stimmung soll heute nochmal steigen – wir zählen bis drei / dann hebt sie ab – die Narren-Rakete oh weih / Mit Lachen, mit Tanzen und einem Helau, wird es bis Aschermittwoch noch galaktisch-fantastisch / das wissen wir genau.“
Bietigheim-Bissingen Reise durch das Buchfinken-Universum
Die Karnevalisten feierten ihre diesjährige Prunksitzung im voll besetzten Kronenzentrum: mit Prinzenpaar und Tanzmariechen.
Aufnahmestopp beim Nachwuchs
Eine Reise durch das Universum der Buchfinken, das „Bufi-Versum“ war also geplant – und wie groß das war, zeigte schon der Einmarsch aller Aktiven zu Beginn der Prunksitzung: die Bühne des Kronenzentrums war voll mit den gut 250 Mitgliedern, die in den drei Abteilungen Sport, Brauchtum und Damenkomitee/ Elferrat/Ordensrat aktiv sind. 170 davon sind Tänzerinnen und Tänzer. Über Nachwuchs müssen sich die Buchfinken keine Sorgen machen: es gibt sogar Aufnahmestopp bei den Küken. Von dort steigen die jungen Mitglieder dann üblicherweise je nach Alter durch die verschiedenen Garden auf. Als einer der wenigen Karnevalsvereine in Baden-Württemberg haben die Buchfinken auch ein Kinderprinzenpaar als Regenten für die Saison.
Dann machten die Jüngsten den Anfang: mit den Küken der Buchfinken ging an den Nordpol, wie Sitzungspräsidenten Sonja Winter erklärte: dort erschreckten sich die 35 zweieinhalb- bis fünfjährigen Küken beim Eisfischen erstmal furchtbar vor einem Eisbären, überwanden dann aber ihre Angst und wurden nach ihrem Tanz mit „Zugabe“-Rufen belohnt.
Mit den Marschtänzen der Minigarde und der Prinzengarde zeigten die Älteren ihr Können: Mit Standspagat, Sprungspagat, Grätscher und Battemente stellten sie ihre Beweglichkeit unter Beweis. Dann kam die Brauchtumsgruppe auf die Bühne, dieses Jahr mit einer Änderung: sie zeigten nicht einen Brauchtumstanz, bei dem die Hästräger wie sonst die Geschichte von Buchfink, Brandholzteufel und Backhaushexe erzählten, sondern einen Maskentanz, bei dem man sich freier zur Musik bewegte, und der in einer fünfgeschossigen Menschenpyramide gipfelte.
Die Buchfinken veranstalteten dieses Jahr wieder zwei inklusive Prunksitzungen: befreundete Vereine und Einrichtungen für Menschen mit Handicap wurden eingeladen, für sie war der Eintritt frei. „Fetz Life“, die inklusive Kapelle der Lebenshilfe, spielte an beiden Abenden. Und die Erlöse der alljährlichen Tombola gingen auch wieder an die Lebenshilfe Ludwigsburg: allerdings musste Sonja Winter schon zu Beginn der Sitzung verkünden: alle Lose vergriffen.
Schautanz zum Abschluss
Mit dem Schautanz der Teenager Garde bildete das Männerballett weit nach zehn Uhr nachts schließlich den Abschluss der Prunksitzung: die 16 „Helden in Schläppchen“ wurden in der Handlung ihres Tanzes „Overtime – wenn das Stadion in Nacht erwacht“ nachts im Stadion eingeschlossen und erlebten die verschiedensten Sportarten, frei nach dem Film „Nachts im Museum“.
Bei den Buchfinken freute man sich an dem Abend auf den Rest der Kampagne bis Aschermittwoch – dann gönnt man sich zwei Wochen Pause, bis für die nächste Saison geprobt wird: Ein bis zweimal Training pro Woche plus Sondertrainingswochenenden stecken hinter jedem der gezeigten Tänze.
