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Bietigheim-Bissingen Rennfieber auf der Enz
Auch die dritte Auflage der Stadtmeisterschaften wird zu einem sportlich-unterhaltsamen Spektakel.
bers Wochenende waren auf der Enz im Fischerpfad wieder die Kanuten los. Insgesamt gut 430 Wassersportlerinnen und -sportler des Kanu-Clubs Bietigheim und einige wenige Akteure vom Wasser-Sport-Club Ketsch sowie mehr denn je Jedermann-Paddler stachen in insgesamt rund 130 Booten im Rahmen des traditionellen, sehr gutbesuchten Bootshausfestes in See, um bei den spannenden Stadtmeisterschaften Titel einzuheimsen oder beim spaßigen eigentlichen Hauptevent Canadier-Rennen Power und Teamgeist zu demonstrieren.
Hochsommerliche Temperaturen
Nach dem mitunter allzu feuchten Vergnügen im Vorjahr hatten die Akteure samt Publikum diesmal mit hochsommerlichen Temperaturen und ein wenig auch mit den unzähligen anderen Booten und Paddle-Boards zu kämpfen. Alle Vereinssportler waren aber mit sichtlicher Begeisterung beziehungsweise hochmotiviert und mit gewissem Rennfieber in die Wettkämpfe gestartet.
Das aufwändige Ereignis wurde professionell gemeistert von der neuen Sportwartin Karin Lohas-Roth, von Leistungssport-Trainer Elias Epple, Vereinschef Jürgen Klein, den Kampfrichtern Katharina Roth und Hannes Krause und der idealen Kommentatorin Julia Essich-Föll samt der Startgeberin Dominique Götz. Alle die fleißigen Geister, die für ein buntes Rahmenprogramm für Groß und Klein und die Bewirtung gesorgt hatten, nicht zu vergessen.
Inzwischen ist der Kanu-Club Bietigheim übrigens zur größten Kanu-Slalom-Jugend in Baden-Württemberg herangewachsen und drei seiner Nachwuchssportler gehören dem Landeskader an.
Reger Bootsverkehr auf der Enz
Wettkampf pur gab es über vier Stunden hinweg am Samstagnachmittag bei den inzwischen bereits etwas etablierten Stadtmeisterschaften, an denen rund 70 Wassersportler vom sechs-jährigen Buben bis hin zur 64-jährigen Paddel-Veteranin teilgenommen hatten. „Hopp, hopp, hopp!“, „Auf geht’s Anja!“: So und ähnlich hallte es vom Ufer rüber zu den Athletinnen und Athleten, die beim Parallelslalom flussauf und -ab so rasant wie möglich insgesamt 15 Tore zu meistern hatten. Ohne dabei die Stangen zu touchieren (zwei Strafsekunden) oder Tore gar auszulassen, falsch anzugehen, was gleich 50 Strafsekunden bescherte, versteht sich.
Trotz des relativ ruhigen, in der Flussmitte etwa drei bis vier Meter tiefen und 20 bis 23 Grad warmen Gewässers waren das knifflige Herausforderungen, wie selbst der KCB-Vorzeige-Kanute Elias Epple zu spüren bekam: Letzte Woche noch Baden-Württembergischer Herren-Meister in Ulm, patzte er beim Heimspiel diesmal gleich bei zwei Rennen. Eine finale Überraschung, denn Epple wird ab September in Augsburg leben und dort einen Bundesleistungsdienst absolvieren beziehungsweise am bekannten Bundesleistungszentrum/Olympia-Stützpunkt aktiv sein.
Mehr Erfolg hatte indes der Kanu-Club-Vorsitzende Jürgen Klein in der Kategorie Wildwasser. Im ersten Lauf noch souveräner Sieger, ließ er in Runde zwei gleich mehrere Stangen tanzen. Sein toller Speed mit hoher Schlagzahl reichte aber dennoch aufs Siegertreppchen.
Nächstes Jahr mit dem Stadtrat?
Vom Nervenkitzel und davon, wie die Boote „wie warme Messer durch kalte Butter“ fuhren (Julia Essich-Föll) war auch Schirmherr Oberbürgermeister Jürgen Kessing angetan. Er zollte der insbesondere in der Jugend und bei weiblichen Personen aufstrebenden und sehr vielseitigen 480-Mitglieder-Familie und erst recht den aktuellen Wassersportlern für deren anspruchsvolle Leistungen „auf der wunderschönen, für dieses Event idealen Location Enz“ großen Respekt. Im nächsten Jahr, so der Rathauschef, der später auch die Siegerehrung vornahm, beabsichtige man, zusammen mit dem Gemeinderat mal die Enz zu befahren. Einmal mehr gehörte auch der zweifache Weltmeister (1969 und 1971) des KCB Wolfgang Jogwer zu den prominenten Zuschauern. Noch steuert er bei seinem Heimatverein regelmäßig ein Drachenboot, bei den Kanu-Stadtmeisterschaften könne er aber nicht teilnehmen – „weil i en so a Schiff nemme neipass“, hieß es von dem 84-Jährigen mit Schmunzeln. Das eigentliche Hauptereignis seit 1988 ist bekanntlich das sonntägliche Canadier-Rennen. Daran nahmen gestern mit meist originellen Namen sogar rund 60 Mannschaften, darunter auch die Feuerwehr und die Topfavoriten „Spatenstecher“, mit jeweils sechs „Kraftprotzen“ und einem Steuermann teil.
Hier waren weniger Stil und Körperbeherrschung zu bieten als viel mehr Power und Synchronität. Als erstes Team starteten die „Enzraketen“ von Südkola – und damit waren die Damen im Ranking temporär auf alle Fälle schon mal Erste.
