Die Saatgutbibliothek des Team N, der Nachhaltigkeits-AG der Ellentalgymnasien, im vergangenen Jahr (die BZ berichtete) war ein Erfolg, sodass diese am Mittwoch bereits zum zweiten Mal in der Otto-Rombach-Bücherei eröffnet wurde.
Bietigheim-Bissingen Saatgutbibliothek geht in die zweite Runde
Neu ist in diesem Jahr zudem eine von den Schülern gestaltete Ausstellung zum Thema Artenschutz.
Das Konzept der Saatgutbibliothek ist simpel: Wer Interesse hat, kann sich Saatgut für Tomaten, Kräuter, Blumen und Gemüse kostenlos in der Bücherei mitnehmen und im eigenen Garten oder auf dem Balkon aussäen. Gewünscht ist, dass nach der Ernte im Herbst Saatgut gewonnen und zurückgegeben wird, damit auch im kommenden Frühjahr wieder eine vielfältige Auswahl für alle zur Verfügung steht.
Besonders gut liefen im vergangenen Jahr die Tomaten, erzählt Lehrerin Sarah Grau. Aber auch die Strahlen-Breitsame, eine gefährdete Art, sei vielmals ausgeliehen worden, sodass der Rücklauf ebenso ergiebig war. Neu im Angebot sind in diesem Jahr gestreifte Tomaten. Das Saatgut setzt sich aus den Rückläufen sowie Spenden, etwa aus dem Schulgarten in Kleinglattbach zusammen.
Neu in diesem Jahr ist eine begleitende Ausstellung zum Thema Artenschutz, die die Schülerinnen und Schüler gestaltet haben und die in der Bücherei zu sehen ist. Die Ausstellung informiert dabei über die Rote Liste, präsentiert Steckbriefe bedrohter Tierarten – vom Luchs bis zur Mopsfledermaus – und gibt Tipps, was vor Ort für den Artenschutz gemacht werden kann. Neben der Benutzung der Saatgutbibliothek empfehlen die Schülerinnen und Schüler etwa die Schaffung insektenfreundlicher Gärten und Balkone, die Teilnahme an Vögelzählaktionen wie der Stunde der Winter- oder Gartenvögel oder die Pflege von Nistkästen. Auch die Teilnahme am sogenannten „No Mow May“, dem mähfreien Mai, sei eine solche Möglichkeit, erklären sie. So schaffe man im eigenen Garten Lebensräume für Insekten. Die Erfolgsgeschichten des Artenschutzes – etwa bei den Wildkatzen oder Pandas – kommen im Rahmen der Ausstellung dabei nicht zu kurz.
Interaktive Elemente
Besucher können sich über Organisationen und Initiativen in Bietigheim-Bissingen informieren, die sich dem Artenschutz verschrieben haben und lesen zudem, was Deutschland und Bietigheim-Bissingen im Speziellen bereits im Bereich Artenschutz leisten. Viel recherchiert haben die insgesamt 24 Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 8 für die Ausstellung – und dabei viel Neues gelernt. Etwa, dass Bietigheim-Bissingen 2007 Naturschutzkommune wurde oder dass man Patenschaften für Tiere abschließen kann. Das eigene Wissen kann schließlich mit einem vorbereiteten Quiz getestet werden. Wie viele Arten sind auf der Roten Liste erfasst? Wie viele Tierarten sterben jeden Tag aus? Antworten auf Fragen wie diese liefert die Ausstellung in der Otto-Rombach-Bücherei. Die Saatgutbibliothek sowie die Ausstellung können während der Öffnungszeiten besucht werden.
Am 5. April veranstaltet das Team N – passend zum Saatgut – eine Pflanzentauschbörse.
Yannik Schuster
