Bietigheim-Bissingen Schüler erkunden spielerisch die Natur

Von Uwe Mollenkopf
Stellten das Projekt „Natursprünge“ der Kinderstiftung Springinsfeld am Campus Bissingen vor (von links): Erlebnispädagoge Julian Krumrey (EP-Factory), Eda Demir (FSJlerin), Tim Neuweiler (stellvertretender Schulleiter der Realschule Bissingen), Verena Griesmaier (stellvertretende Schulleiterin der Waldschule, Anja Zeller (Geschäftsführerin Kinderstiftung Springinsfeld), Heike Merz (Ganztagskoordinatorin), Markus Nutz (Schulleiter der Waldschule) und Aaliyah Cicek (FSJ). Foto: /Oliver Bürkle

Die Kinderstiftung Springinsfeld bietet ihr Projekt „Natursprünge“ an der Waldschule und der Realschule in Bissingen im Rahmen der Ganztagsbetreuung an.

Ausgestattet mit zwei GPS-Geräten ging am Mittwochnachmittag eine Gruppe Schüler der Bissinger Waldschule unter Leitung des Erlebnispädagogen Julian Krumrey auf Tour. Ihr Ziel: der Bissinger Bruchwald. Dort hatte Krumrey GPS-Punkte gesetzt, die es zu finden galt. Die Orientierung im Gelände, aber auch das gemeinsame Lösen von Aufgaben waren das Ziel, um so spielerisch die Natur zu erkunden.

Stiftung 2022 gegründet

Die Aktion ist Teil des Projekts „Natursprünge“, das es seit dem Schuljahr 2024/25 an der Waldschule gibt und seit dem aktuellen Schuljahr 2025/26 auch an der Realschule Bissingen. Dessen Träger ist die Kinderstiftung Springinsfeld, eine Treuhandstiftung unter dem Dach der Caritas. Sie wurde 2022 von dem Ludwigsburger Dr. Norbert Gangl gegründet und mit einem Stiftungskapital von 100.000 Euro ausgestattet, damals noch unter dem Namen „Ingrid und Norbert Gangl Kinder-Stiftung“. 2024 erhielt sie dann ihren heutigen Namen. Die inhaltliche Stiftungsarbeit übernimmt die Caritas Ludwigsburg-Waiblingen-Enz im Austausch mit dem Stiftungsgründer.

Bereits 27 Projekte

Generell will die Stiftung Kinder und Jugendliche im Landkreis Ludwigsburg stärken und ihnen die Teilhabe im kulturellen, sozialen, sportlichen, gesundheitlichen und bildenden Bereich ermöglichen, erläutert die Geschäftsführerin Anja Zeller. Inzwischen habe die Stiftung bereits 27 Projekte in Schulen, Kindertagesstätten und sozialen Einrichtungen umgesetzt. Am Campus Bissingen kam das Projekt „Natursprünge“, das als Arbeitsgemeinschaft angeboten wird, nach den Worten von Heike Merz, der Leiterin der Ganztageskoordination, so gut an, dass es von der Waldschule, einer Gesamtschule, auf die Realschule ausgeweitet wurde. Das Projekt wird außerdem auch in Gemmrigheim angeboten.

Neben der Walderkundung – die übrigens, wie betont wird, bei jedem Wetter stattfindet – waren die Kinder unter anderem beim Kräutersammeln, beim Blasrohrschießen, beim Imker und auf einem Bauernhof, immer begleitet von zwei FSJlerinnen. An der Waldschul-AG, die immer zweiwöchig stattfindet, wird als Nächstes ein Insektenhotel mit dem Obst- und Gartenbauverein Bissingen gebaut, an der Realschul-AG, die sich jede Woche trifft, steht als Nächstes eine GPS-Tour auf dem Programm. Die Kinder sind elf bis 13 Jahre alt (Klasse 5 bis 7), die Gruppengröße beträgt acht Schüler. Die Treffen finden im Rahmen der Nachmittagsbetreuung für jeweils 90 Minuten statt. Eine AG erstreckt sich über ein halbes Jahr, dann gibt es einen Wechsel, und eine andere Gruppe kann in den Genuss der Angebote des Projekts kommen.

Umgebung kennenlernen

So lange man Geld habe und der Bedarf da sei, werde das Angebot aufrecht erhalten, sagt Geschäftsführerin Zeller. Beides sei derzeit der Fall. Sie beziffert das Budget für das Projekt, das für Honorar- und Materialkosten gebraucht wird, auf 2500 Euro im Jahr 2025. Im Jahr 2026 verdopple sich dieses auf 5000 Euro durch die Ausweitung auf die Realschule.

Aus Sicht von Markus Nutz, dem Schulleiter der Waldschule, ist das Projekt „Natursprünge“ ein wichtiger Baustein. Am Mittwoch, dem AG-Tag, gebe es mehr als ein Dutzend Angebote, aus denen die Schüler wählen können. Der Natur AG komme deshalb eine große Bedeutung zu, weil Kinder in Zeiten der digitalen Medien oft ihre nähere Umgebung nicht mehr kennen würden. Das bestehende Portfolio werde dadurch bereichert.

Dass sich die Stiftung darum kümmere, externe Experten zu gewinnen und zu bezahlen, die Veranstaltungen zu organisieren und auch für den Transport der Schüler zu sorgen, sei für die Schule „eine Riesenerleichterung“, sagt Tim Neuweiler, der stellvertretende Schulleiter der Realschule Bissingen. In der Schulverwaltung sei das gar nicht leistbar.

Die Kinderstiftung strebt an, das Projekt „Natursprünge“ an weiteren Standorten im Landkreis Ludwigsburg zu etablieren und auf diese Weise immer mehr Kindern solche Naturerlebnisse zu ermöglichen.

 
 
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