Bietigheim-Bissingen Schüler-Feedback sorgt für besseres Schulklima

Von Petra Neset-Ruppert
Schülerinnen und Schüler der Gustav-Schönleber-Schule bei der Preisverleihung im Stuttgarter Rathaus. Der Preis „Demokratie und Werte (er)leben“ ist mit 2000 Euro dotiert. Foto: ZSL/Peter Kowalyk

Für ein selbstentwickeltes Feedback-Tool hat die Gustav-Schönleber-Schule in Bietigheim-Bissingen den Preis „Demokratie und Werte (er)leben“ erhalten.

Wir haben lange daran gearbeitet und haben eine gute Feedback-Kultur an der Schule entwickelt“, erklärt Matthias Zinz, Vertrauenslehrer an der Gustav-Schönleber-Schule. Vergangene Woche erhielt die Schule vom Kultusministerium Baden-Württemberg den Preis „Demokratie und Werte (er)leben“, der mit 2000 Euro dotiert ist. Zur Preisverleihung ging es ins Stuttgarter Rathaus und neben dem Preis freuten sich die Schüler auch über gleich mehrere Fahrten im Paternoster, erzählt Lehrer Matthias Zinz. Den Schulpreis erhielt die Gustav-Schönleber-Schule für ihr Projekt „Schüler:innen-Lehrer:innen Feedback“.

Über die Arbeitsgruppe Demokratie der Schule und in Zusammenarbeit mit der SMV kam die Idee auf den Lehrern ein Feedback der Schüler zum Unterricht zu geben. Mit dem Fragebogen des Instituts Bildungsanalysen Baden-Württemberg waren Schüler und Lehrkräfte jedoch nicht zufrieden. „Die Fragen waren sprachlich viel zu schwierig und thematisierten auch nicht alles was den Schülern wichtig war“, sagt Zinz.

Mit Farb- und Smiley-Skala

So entwickelten die Schüler gemeinsam mit den Lehrkräften ihr eigenes Feedback-Tool für die verschiedenen Altersstufen. Eine Farbskala sowie eine Smiley-Skala gestalteten die Schüler im Kunstunterricht. An dieser Skala können sie festlegen wie die Lehrkraft bestimmte Themen umsetzt. „Die Schüler bewerten zum Beispiel ob man ein fairer Lehrer ist oder ob sie sich im Unterricht wahrgenommen fühlen“, erklärt Zinz. Für die jüngeren Kinder gibt es Symbolkarten mit Bildern, die sie auf die Skala legen können.

Die Feedback-Runden können je nach Klasse täglich oder wöchentlich stattfinden und an Hand der Rückmeldungen erstellen die Lehrkräfte gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern dann Ziele für den Unterrichtsalltag.

„Durch die Regelmäßigkeit wird das Ganze greifbarer und sowohl die Schüler als auch ich können direkt sehen, ob das neugesetzte in der Woche auch umgesetzt wurde“, sagt Zinz. So werden die Entwicklungsziele gemeinsam erarbeitet.

Aus Feedback entsteht Routine

„Der Austausch ist viel besser geworden. Aus den festgelegten Zielen entstehen Routinen“, sagt Zinz. Obwohl es anfangs ungewohnt war für die Lehrkräfte, habe die Umsetzung „aber gut getan“. Das Schulklima habe sich in diesem Jahr mit Einführung des Feedback-Tools verbessert, der Austausch mit den Schülern sei gut und konstruktiv.

In jedem Klassenraum gibt es die Materialien, mit denen das Feedback gegeben werden kann. Im kommenden Schuljahr werden die Schüler dann ein neues Thema in der Gustav-Schönleber-Schule angehen. Zur Auswahl stehen unter anderem die Themen Fake News, Hate Speech und Mobbing. Was es dann im neuen Schuljahr ist, entscheidet die Schulversammlung. Das Feedback-Tool bleibt dann weiterhin teil des Schulalltags, denn das hat sich mittlerweile bewehrt.

 
 
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