Bietigheim-Bissingen Schwitzen am Betonmischer

Von Claudia Mocek
Bauarbeiter Stilian Stefanov setzt am Freitag Randsteine an der B 27. Allein im Schatten zeigt das Thermometer 34 Grad Celsius, die Baustelle liegt in der Sonne. Foto: /Martin Kalb

Trotz Hitzewelle gehen die Arbeiter an der B 27 weiter. Wie sich die Bauarbeiter schützen und wie sich die hohen Temperaturen auf das Baumaterial auswirken.

Freitag, 11 Uhr an der Auwiesenbrücke in Bietigheim-Bissingen. Stilian Stefanov schwitzt am Betonmischer. Die Temperatur beträgt im Schatten 34 Grad Celsius, doch die Baustelle liegt in der Sonne. An der B 27 werden heute die Randsteine vor der Bushaltestelle gesetzt. Hitzefrei gibt es trotz der extremen Wetterlage für die Bauarbeiter nicht. Aber die Baufirmen haben für ihre Mitarbeiter eine Fürsorgepflicht. Die BZ hat sich auf der Baustelle umgeschaut.

Bei den Bauunternehmen Wolff & Müller und Leonhard Weiss, die zurzeit auf der Baustelle rund um die Auwiesenbrücke arbeiten, werden Getränke und Sonnencreme für die Mitarbeiter bereitgestellt. Nicht nur die Bürocontainer sind klimatisiert, die Mannschaftscontainer sind es auch.

Arbeiten unterm Pavillon

Wo möglich, wird im Schatten gearbeitet. Das war zum Beispiel bei den Arbeiten an den Fundamentkörben der neuen Ampelmasten möglich, erklärt Bauleiter Sven Kofink vom Regierungspräsidium Stuttgart (RPS). Als der Belag der Auwiesenbrücke in den vergangenen Tage abgetragen wurde, konnten die Bauarbeiter unter Pavillons, die sie nach und nach über die Brücke weiterschieben konnten, zeitweise im Schatten arbeiten, sagt Bauleiter René Hillebrand von Leonhard Weiss.

Sven Kofink ist froh, dass auf der Baustelle gerade keine Asphaltierungsarbeiten anstehen. Denn um das enthaltene Bindemittel Bitumen im Asphalt zähflüssig zu halten, muss das Gemisch bei 160 bis 170 Grad auf der Straße verteilt werden. Nur wenn es optimal verarbeitet wird, bleibt es dauerhaft tragfähig und lässt kein Wasser durch.

Doch wegen der Hitze die Arbeitsabläufe ändern, können die Firmen nicht, sonst wäre der Zeitplan gefährdet, sagt Kofink. Rücksicht auf die hohen Außentemperaturen müssen die Arbeiter dennoch nehmen. Denn manches Material muss bei hohen Temperaturen anders verarbeitet werden als an kühlen Tagen. Der Beton, den Stilian Stefanov mit dem Betonmischer verteilt, muss Stück für Stück zunächst abgedeckt und bei Bedarf befeuchtet werden, damit er nicht zu schnell an Feuchtigkeit verliert. Wird der Beton zu schnell zu trocken, „sandet er ab“, erklärt Kofink. Auch beim Schotter muss der Wassergehalt stimmen, wenn er im Fahrbahnbereich ausgebracht wird. Nur so wird eine dauerhafte Verdichtung erreicht und das Entstehen von Rissen oder Schlaglöchern verhindert.

Kopf- und Nackenschutz

„Es kommen immer wieder Hitzeperioden“, sagt Hillebrand. Die Mitarbeiter können zum Schutz über die jeweiligen Baufirmen Kopf- und Nackenschutz bestellen. So genannte Cooling-Westen können dabei helfen, die Körpertemperatur zu regulieren.

Mit den Arbeiten zu einer früheren Uhrzeit zu beginnen, ist für die Bauunternehmen oft nicht möglich. Da gesetzliche Regelungen in Deutschland den Einsatz von lauten Baumaschinen zum Beispiel in Wohngebieten vor 7 Uhr verbieten.

Auch wenn die extrem hohen Temperaturen die Arbeiten am Freitag noch erschweren, zum Zustand der Auwiesenbrücke hat der Leiter des Baureferats West (RPS), Andreas Klein, noch eine gute Nachricht: „Es sieht sehr gut aus, es gibt nur wenig Schadstellen.“

 
 
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