Bietigheim-Bissingen Schwungvoller Konzertauftakt

Von Helga Spannhake
Das „jahresaufTakt-Konzert“ des Musikvereins Bissingen im Kronenzentrum wurde ein voller Erfolg. Foto: /Martin Kalb

Unter dem Motto „Sagenhaft“ tauchte das Publikum beim Musikvereins Bissingen musikalisch ein in lyrische Klangwelten rund um Wikinger, Drachen und Könige.

Um jedem den Besuch des Konzerts zu ermöglichen, war der Eintritt frei und schnell füllten sich die Plätze im großen Saal des Kronenzentrums. Vertreten waren alle Generationen – vom Kleinkind bis hin zu Oma und Opa. Mit einem witzigen eingespielten Video kam ein Willkommensgruß von der großen Leinwand. Alle wurden anschließend aufgefordert, ihre Handys auszuschalten und dann mal so richtig Lärm zu machen für die Moderatoren. Denn da es ihnen bereits im letzten Jahr so viel Spaß gemacht hatte, führten erneut der zweite Vorsitzende des Musikvereins Bissingen Ruwen Schwarzenberger zusammen mit Orchestersprecherin Blasorchester Tanja Bertsch unterhaltsam und informativ durch den Konzertabend.

Eine klangvolle Welt voller Könige, Drachen und Wikinger kündigten sie an und den musikalischen Auftakt machten die Starter Kids, die gerade einmal seit ungefähr einem Jahr dabei sind und doch schon eindrücklich zeigen konnten, was sie bereits alles gelernt haben. Ihr erstes Stück, die „Space Odyssey“ aus „A Galactic Suite“ war außerdem von besonderer Bedeutung, denn komponiert wurde es vom langjährigen Dirigenten des Musikvereins Bissingen Michael Zeh, der für diese Auftragsarbeit 2008 sogar mit einem Kompositionspreis geehrt wurde.

Auf in ferne Galaxien

Nach diesem fulminanten Beginn ging es mit dem Stück „Heavy Metal“ von Scott Watson rockig weiter: Mit eingängiger Hookline sowie ansteckenden Powerchords begeisterten die Starter Kids alle im Saal. Sie wurden für ihre insgesamt fünf vorgetragenen Stücke mit viel Applaus bedacht und nicht ohne Zugabe von der Bühne gelassen. Hervorzuheben ist bei diesem Auftritt aber auch das wunderbar deutliche und damit unterstützende besonnene Dirigat Michael Zehs, wodurch ein homogener Orchesterklang bereits beim Anfängerorchester immer wieder aufleuchtete.

Den zweiten Teil bestritt beim „jahresaufTakt-Konzert“ das Jugendblasorchester und auch ihnen gelang es sofort den berühmten Funken überspringen zu lassen. Sie eröffneten ihren musikalischen Part mit „The Throne Room“, jenem majestätischen Stück von John Williams aus der „Star Wars“-Saga und erhielten viel Beifall für ihr leidenschaftliches Spiel. Mit einer Uraufführung ging es weiter. Es erklang der erste Satz aus „Freibeuter ihrer Majestät“ komponiert von Michael Zeh: „Es war mein Anliegen die Tuba, die ja mehr oder weniger das Fundament darstellt im Orchester, einfach auch mal ins Rampenlicht zu lassen“ und das ist ihm rundum gelungen. Solist Janne Bürkle entlockte seiner Tuba kraftvoll wohlige Melodien und erhielt nach Verklingen der letzten Note viel Applaus.

Der Höhepunkt zum Schluss

Zwischen den Musikstücken stellte sich der 1. Vorsitzende des Musikvereins Bissingen Thilo Dittmann den Fragen der beiden Moderatoren und bekannte, dass er auf den gesamten Verein stolz sei. Außerdem hob er die Bedeutung der Jugendarbeit hervor und betonte, dass es erfreulicherweise immer wieder gelänge junge Menschen für den Verein zu gewinnen. Eine besondere finanzielle Herausforderung gilt es allerdings in diesem Jahr auch zu bewältigen, denn die Heizungsanlage des Vereinsheims muss erneuert werden, wofür aktuell viele fleißige Spender gesucht werden.

Der dritte musikalische Teil des Konzertabends war dem großen Blasorchester vorbehalten: Mit Mathias Wehrs monumentalem „Throne of the North“ schwelgten die Bläser in der Musik, gaben sich sowohl energiegeladen als auch sanftmütig. Es entfaltete sich ein dynamisch homogenes Klanggemälde – berührend und hochprofessionell. Konzentrierte Gesichter auf der Bühne waren mit Leidenschaft bei der Sache und erhielten lang anhaltenden Beifall. Mitreißend ging es weiter: Nach der Tuba rückte die Trompete ins Rampenlicht. Solist Yannik Dittmann überzeugte in „Children of Sanchez“ mit einer unglaublich weich geführten Klanglinie und wurde vom Blasorchester facettenreich unterstützt – eine beeindruckende Leistung von Solist und Orchester unter dem feinsinnigen Dirigat Michael Zehs. 

Helga Spannhake

 
 
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