Bietigheim-Bissingen Sportförderung: Dieses Jahr kommen die Vereine zurecht

Von Petra Neset-Ruppert
Der Verein Karte Dojo Bietigheim sei für dieses Jahr finanziell gut aufgestellt, sagt Uwe Careni. Foto: /Sandra Trinkner

Die Änderungen der Richtlinien für die Sportförderung in Bietigheim-Bissingen belastet die Finanzen der Vereine. Wie sie damit umgehen, erzählen sie der BZ. 

Mit zahlreichen Vereinen, vielen über die Stadtgrenzen hinaus beliebten Sportveranstaltungen und bekannten Sportgrößen ist Bietigheim-Bissingen eine Stadt, die den Vereinssport fördert. Doch die klamme Stadtkasse hatte in diesem Jahr nun auch dazu geführt, dass die Richtlinien für die Sportförderung geändert werden mussten. 150.000 Euro galt es einzusparen (die BZ berichtete).

Gemeinsam mit dem Stadtverband für Sport Bietigheim-Bissingen wurde ein Konzept ausgearbeitet, wie man die finanziellen Einschnitte möglichst annehmbar für alle Vereine gestalten könne. Seit März gelten nun rückwirkend ab diesem Jahr die neuen Richtlinien. Und wie hat sich das bisher auf die Vereine ausgewirkt? Die BZ hat mit verschiedenen Vereinen gesprochen.

„Die Änderungen haben für unseren Verein erst einmal kaum Auswirkungen, da die Grundförderung bei den Kindern ja unverändert bleibt“, sagt Uwe Careni, Vorsitzender des Vereins Karate Dojo Bietigheim. Da die Änderungen vorerst für ein Jahr beschlossen wurden, bleibe bei Karate Dojo Bietigheim alles beim alten. „Wir haben fast ausnahmslos ehrenamtliche Trainer und durch die Änderung bei der Bezuschussung bei den Fahrtkosten haben wir kaum Mehrkosten“, erklärt der Vorsitzende.

Neukalkulation nur bei dauerhafter Änderung

Dass die neue Förderung erst einmal nur ein Jahr gelte, sei „ein wesentlicher Punkt“ bei den Gesprächen zwischen Stadt und dem Stadtverband für Sport gewesen, sagt Careni, der an den Beratungen teilnahm. „Wenn die Änderungen dauerhaft bleiben, dann müssen wir neu kalkulieren“, sagt Careni, doch jetzt warte man erst einmal ab.

Ebenso verfährt der zweitgrößte Verein der Stadt, die DLRG Bietigheim-Bissingen. „Die Finanzlage in Bietigheim-Bissingen ist angespannt. Die großen Probleme können wir Vereine nicht lösen, aber ich halte es für richtig, die Stadt zu unterstützen“, sagt Bernd Haffner, stellvertretender Vorsitzender der DLRG Bietigheim-Bissingen. Auch er war bei den Gesprächen dabei und betont: „Es war uns wichtig, dass die Jugendförderung von den Einsparungen nicht betroffen ist.“ Das habe man auch geschafft, denn die zusätzlichen Kosten durch den Infrastrukturbeitrag betreffe nur die erwachsenen Mitglieder. „Acht Euro pro Erwachsenen pro Jahr für die Nutzung des Schwimmbads. Das kann man machen“, sagt Haffner. Für die DLRG bedeutet das rund 7000 Euro mehr an Kosten, doch noch sei der Verein in der Lage, diese zu stemmen. „Dass die Bäder einigermaßen gesund bleiben, ist das Wichtigste für uns“, betont der stellvertretende Vorsitzende.

Der Verein habe bisher eine „herausragende Unterstützung von Stadt und Stadtwerken“ erhalten. „Da hilft jetzt kein Jammern, da muss man schauen, wie man das lösen kann“, sagt Haffner auch mit Blick in die Zukunft, wenn nach einem Jahr entschieden werden muss, wie es weitergeht.

Förderung bei der DLRG läuft normal weiter

Noch habe die Änderung in der Förderung keinerlei Auswirkungen auf das Vereinsleben und die Sportlerförderung. DLRG-Schwimmer aus Bietigheim-Bissingen nehmen in diesem Jahr sogar an Wettkämpfen in Südafrika teil. „Wir sind gut im Rennen und machen da viel. Das geht auch weiter“, sagt Haffner und ergänzt: „Wenn wir mehr Wasserflächen hätten, könnten wir sogar noch mehr stattfinden lassen.“ Doch das scheint bei der aktuellen Finanzsituation nicht möglich.

Der TSV Untermberg ist nicht so mitgliederstark und muss mit seinen Finanzen gut haushalten. Die zusätzlichen Kosten durch die Gebühren für die Hallennutzung werden durch eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge finanziert. „Wir erhöhen die Beiträge aber nur bei den Erwachsenen. Kinderbeiträge bleiben gleich“, betont Michael Selle, Vorsitzender des TSV Untermberg.

Für den mitgliederstärksten Verein, den TSV Bietigheim, sind die zusätzlichen Kosten in diesem Jahr machbar. „Es wird nichts wegbrechen. Wir kriegen das kompensiert“, betont Jan Bodmer, Geschäftsführer des TSV Bietigheim. Rund 25.000 Euro muss der TSV in seiner Finanzplanung für dieses Jahr für den Infrastrukturbeitrag berücksichtigen. „Natürlich schmerzt das, aber wir als großer Verein können das bewältigen“, sagt Bodmer und ergänzt: „Auch die Vereine müssen einen Solidarbeitrag leisten, wenn es der Kommune nicht gut geht.“

Treffen des Stadtverbands für Sport im April

Entscheidend ist auch für Bodmer, dass die neue Förderrichtlinie nun erst einmal auf ein Jahr begrenzt ist. Am 27. April trifft sich der Stadtverband für Sport und dabei werde es auch um die Finanzlage der Stadt und die Auswirkungen auf die Vereine gehen. „Für dieses Jahr sind wir vorbereitet und dann müssen wir sehen, was dann auf die Vereine zukommt“, sagt Bodmer.

 
 
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