Wenn Oberbürgermeister Jürgen Kessing sich im Rahmen des Formats „Schule trifft Rathaus“ der Landeszentrale für politische Bildung die Wünsche der Jugendlichen für Bietigheim-Bissingen anhört, dann kommen schonmal Themen aufs Tableau, die Verwaltung und Gemeinderat in ihrer alltäglichen Arbeit derzeit weniger betreffen. In der Vergangenheit wurde etwa immer wieder der Wunsch nach einem Kino genannt. Die Neuntklässler der Realschule Bissingen jedoch hatten Themen im Gepäck, die aktueller kaum sein könnten.
Bietigheim-Bissingen Sportplätze und Klimaanlagen
Bei „Schule trifft Rathaus“ haben Realschüler ihre Wünsche für die Stadt mit Oberbürgermeister Kessing diskutiert.
Einerseits wären da die Sportstätten: Der Basketballplatz an der Bissinger Jahnhalle sei ziemlich heruntergekommen, zudem würden aufgrund der Lage direkt hinter den Fußballtoren immer wieder Nutzungskonflikte zwischen Fußballern und Basketballern entstehen, berichteten die Schüler. Außerdem regten die Schüler die Schaffung eines Beachvolleyballfeldes in einer Sandgrube in Metterzimmern in Richtung Eselshütte an. OB Kessing versprach, beide Anliegen zu prüfen. Gleichzeitig verwies er auf die Basketballanlagen im Ellental, die rege genutzt würden. Volleyball könne man im Ballkult spielen, das koste jedoch Geld. Auf städtischen Flächen hingegen müsse regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden, was eine zusätzliche Hürde darstelle.
Zwei Schülerinnen haben angesichts der aktuellen Hitze auf eine unzureichende Klimatisierung der Klassenzimmer verwiesen. Das Problem sei bekannt, versicherte der OB, und werde bei Sanierungen auch berücksichtigt. Im Bestand sei es jedoch schwierig, überall angenehme Bedingungen zu schaffen – aus technischen wie auch finanziellen Gründen. Aus seiner Sicht wäre eine Möglichkeit, mit dem Unterricht früher – etwa schon ab sechs Uhr – zu beginnen und dann an 11 Uhr zum Homeschooling überzugehen. Bei den Schülern sorgte dieser Vorschlag allerdings für wenig Begeisterung.
Verkehrsspiegel und Sicherheit
Ein Schüler regte die Anbringung von Verkehrsspiegeln an schlecht einsehbaren Kreuzungen an, gerade im Sand komme es an einigen Stellen vor, dass Hecken auf Privatgrundstücken die Sicht versperrten. Auch hier versicherte Kessing, dass man schauen werde, ob entsprechende Stellen identifiziert werden könnten. Allerdings würden Mittel wie Spiegel oder auch Zebrastreifen eine Sicherheit vorgaukeln, die in der Realität nicht haltbar sei. Am Ende komme es auf gegenseitige Rücksichtnahme an.
Zur Sicherheit am Bahnhof nahm ein Schüler Stellung, der vor einigen Wochen selbst zum Opfer wurde und dem nach eigener Aussage die Nase gebrochen wurde. „Es war niemand vor Ort, der helfen konnte.“ Aus seiner Sicht wäre eine Kameraüberwachung sowie Sicherheitspersonal vonnöten. Kessing erklärte, das eine Kameraüberwachung am Bahnhof bislang nicht möglich sei, die Polizei jedoch verstärkt patrouillieren würde.
