Bietigheim-Bissingen Sternlesmarkt: Händler ziehen positive Bilanz

Von Jonathan Lung
Der Sternlesmarkt rund um den Marktplatz in der Bietigheimer Innenstadt hat auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Besucherinnen und Besucher angelockt. Foto: /Martin Kalb

Die 30. Ausgabe des Marktes geht zu Ende. Verkäufer berichten von kauffreudigen Kunden in Weihnachtsstimmung.

Am letzten Wochenende des Sternlesmarkts zog es noch einmal viele in die Bietigheimer Altstadt: Die Händler blickten zurück auf eine gute Saison mit kauffreudigen Besuchern in Weihnachtsstimmung: Qualität wird von den Kunden gewürdigt, auch wenn manche Standorte weniger erfolgversprechend sind.

„Die Kauflaune ist immer gut“, weiß man an einem Stand für Geschenkartikel – das liege aber auch an dem Konzept des Standes: „der ist so aufgebaut, dass man zur Ruhe kommt“, sagt die Verkäuferin. Viele Kunden genössen es auch, sich nach dem hektischen Alltag „zu sensibilisieren.“ An den Drehorgeln zum Beispiel komme es auf ruhigen, nicht zu schnelles Kurbeln an. Aber: die Verkäuferin schließt ihren Stand, ist zum letzten Mal auf dem Sternlesmarkt.

Unsichere Lage

Es sei schon immer eine wahnsinnige Anstrengung, bestätigt sie, und spürt seit der Corona-Pandemie auch eine Unsicherheit für Händler: dass wie damals kurzfristig Märkte geschlossen wurden, hält sie auch jetzt für möglich. Mit der Gefahr von Terroranschlägen sei man auch jetzt in einer „unsicheren Lage“: „Wir wissen nicht, was nächstes Jahr ist.“ Abschließend bedauert die Verkäuferin, die seit 1980 auf Weihnachtsmärkten ist, außerdem: bei vielen Märkten trete das Kunsthandwerk mehr und mehr in den Hintergrund, stehe das Kulinarische im Vordergrund.

Karussell und Süßwaren

Das Karussell im Hof des Rathauses ist auch dieses Jahr das Highlight der jüngsten Besucher: „Gleichbleibend im Trend“, wissen Mandy Herold und ihre Mutter Carola um den Reiz der bunten Fahrzeuge, die stetig im Kreis fahren. Bei den Jungs sind das Feuerwehrauto und der Bulldog besonders beliebt, aber auch die Eltern blieben stehen und beobachten die bunten Autos: denn viele von ihnen sind schon als Kind damit gefahren, im Karussell der Herolds.

Ein paar der Fahrzeuge wurden allerdings in den letzten 30 Jahren schon ausgetauscht, lachen Mutter und Tochter. Die Schaustellerfamilie ist tief verwurzelt im der Region und ihren Märkten, Tochter Mandy Herold stieg selbst schon mit vier Jahren ins Geschäft ein. „Heute ist der beste Tag des Markts“, erkennt sie schon am frühen Samstag, da wird die Zahl der jungen Fahrer schon dreistellig.

Auf dem Marktplatz stimmen gerade die drei jungen Sängerinnen von Acoustic Harmony „Christmas Time“ an. Bei Mayer Süßwaren dort am Platz ist die weihnachtliche Lust auf Süßes währenddessen ungebrochen: Grundsätzlich immer gut besucht war der Stand, bestätigt man hier, an den Regentagen natürlich etwas weniger. Kinder kauften sich Zuckerwatte, ansonsten lagen gebrannte Mandeln auf Platz eins der beliebtesten Süßigkeiten, gefolgt von Schoko-Banane und Magenbrot.

Eine Frage des Standorts

„Qualität und Service“ ist das Motto ein paar Stände weiter: keine Billigware, die schnell zerfällt, stellt ein Schild vor dem Stand mit den Gürteln von Thomas Roth klar, er hält ein zerfleddertes Negativbeispiel in der der Hand. Seine Gürtel sind aus Echtleder, für zwei Frauen, die gerade am Stand sind, kürzt er sie und montiert die Schnalle der Wahl an. Sie hat sich spontan zu dem Kauf entschieden, bestätigt die Kundin. Etwas schleppend ginge das Geschäft aber schon, so Roth, der keinen eigenen Laden hat und ansonsten noch auf dem Pferdemarkt seinen Stand hat.

Direkt gegenüber finden Tiroler Spezialitäten großen Absatz: Sie haben Stammkunden, die nur ihretwegen auf den Markt kommen, wissen die Händler, die sonst auf Wochenmärkten in Tübingen und Reutlingen ihr Angebot zeigen: es reicht von Wurst und Käse bis Marmeladen.

Edelsteine gibt es bei Pauline Ottmüller, die zum ersten Mal beim Sternlesmarkt dabei ist. An ihrem Stand, ein Stück die Hauptstraße hinunter, merkt sie: „Die Leute gehen zielstrebig zum Essen“, Richtung Marktplatz, „die Massen wandern durch.“ Auf dem Hinweg zum Zentrum des Marktes seien sie oft zu hungrig zum ruhigen Suchen, auf dem Rückweg zu müde. Die Kunden, die aber ins Stöbern kämen und sich beraten ließen, kauften dann auch gerne. Die Hütte und die Organisation sei beim Sternlesmarkt dabei ein großes Plus für die Händler, das gebe es so nicht auf vielen Märkten.

Fast ausverkauft

„Wenn es dunkel wird, kommen die Leute“, sagt eine andere Händlerin an einem Stand mit Geschenkartikeln gegenüber des Fräuleinsbrunnens, die schon viele Jahre dabei ist: Weihnachtsdeko, Salze und Marmeladen bietet sie an – und ist am letzten Wochenende des Sternlesmarkts fast ausverkauft. Die Saison sei nicht schlecht, der Besucherandrang gleichbleibend – aber auch sie sieht bessere und schlechtere Standplätze: oft liefen die Besucher auch zügig zum Marktplatz vorbei.

 
 
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