Zu ihrem gemeinsamen Tag der offenen Tür haben die Musikschule im Schloss und die Kunstschule Labyrinth am Samstag eingeladen. Viele Kinder probierten sich an den Instrumenten sowie an den Staffeleien aus. Zusätzlich gab es eine Buchpremiere und das Zertifikat „gesunde Musikschule“.
Bietigheim-Bissingen Tag der offenen Tür an Kunst- und Musikschule
Beim Tag der offenen Tür in der Kunstschule Labyrinth und in der Musikschule im Schloss konnten Kinder vieles ausprobieren.
Beim Betreten des Innenhofs waren lauter fröhliche Kinderstimmen zu hören, in die sich zur linken Seite das Klopfen eines Hammers mischte. Bei der Bietigheimer Zweigstelle der Kunstschule Labyrinth durfte sich kreativ ausgetobt werden. Es lagen verschieden große und dicke Hölzer bereit, um miteinander kombiniert zu werden. Es wurde gehämmert und ebenso fleißig gesägt. Heraus kam schließlich ein Holzauto: „Es soll ums Reinschnuppern, Ausprobieren und Kennenlernen gehen“, erklärte Katrin Kulik von der Kunstschule Labyrinth.
Sie ist zuständig für die „Kooperation Kunst und Bildung“ und wies als Projektleiterin auf die besondere Buchpremiere während des Tages der offenen Tür hin: „Das Buch bezieht sich inhaltlich auf das Stadtjubiläum 50. Jahre Bietigheim-Bissingen und wir wollten das Thema kindgerecht umsetzen“. Und so ist das entstandene Pappbilderbuch „BiBi Biber sucht ein neues Zuhause“ ein schön bebilderter Gang von der Musikschule über die Städtische Galerie, das Stadtmuseum Hornmoldhaus, das Alte Schloss, den Marktplatz, die Rommelsmühle, das Rathaus bis hin zum Viadukt, wo der Biber sich schließlich in seiner Biberburg niederlässt.
Bei dem Kooperationsprojekt der Kunstschule Labyrinth mit der Hiller- und Schillerschule haben je fünf bis sechs Kinder gemeinsam eine der insgesamt zwölf Buchseiten gestaltet. Die erste Auflage umfasst 300 Exemplare und bereits 50 Bilderbücher fanden während des Tages der offenen Tür neue Besitzer.
Mit Tanzgruppen, einer Theater- sowie einer Zirkusaufführung machte die Kunstschule auf ihr vielfältiges Angebot aufmerksam. Neben dem Arbeiten mit Holz standen auch mehrere Staffeleien zum Malen bereit und zum Angebot gehörte auch das Drucken: „Klasse sieht das aus“, lobte Kunstschuldozentin und Künstlerin Franziska Kaupp. Sie bot Drucken für alle Altersstufen an: „Das wurde sehr gut angenommen. Es gab eine große Nachfrage, aber die Kinder haben alle sehr geduldig gewartet, bis sie dran waren“, berichtete sie.
Eigenes Motiv geritzt
Auf weißen Styreneplatten wurde zunächst das eigene Motiv eingeritzt, bevor es an die Druckstation ging. Dort stand die fünfjährige Elisa und schaute gespannt, wie das Papier vorsichtig von der Druckplatte abgelöst wurde: „Sie liebt Kunst“, erläuterte Mama Anna, während sich ihre Tochter die letzten roten Farbkleckse von den Händen wischte.
Vom farblichen Ausprobieren ging es zum klanglichen und dafür waren auf allen Etagen der Musikschule Räume vorbereitet, um unterschiedliche Instrumente auszuprobieren: Von der Trompete, über die Klarinette, Saxofon, Tuba, Oboe, Fagott, Cello, Gitarre, Block- und Querflöte, Kontrabass, Viola bis hin zur Geige reichte das Angebot.
Kindgerechter Unterricht
Als bekanntes und beliebtes Streichinstrument konnte Geigenlehrer Bojan Murov viele Kinder in seinem Raum in der zweiten Etage begrüßen: „Sie waren alle zwischen vier und sechs Jahren alt und wir haben sogar das Lied Bruder Jakob auf der D-Saite gespielt“, freute er sich und erzählte, dass er stets kindgerecht arbeite.
Wenige Räume weiter griffen sich die dreizehnjährige Emma und die zwölfjährige Sophie ihre Klarinetten. Sie sind Schülerinnen bei Verena Schoknecht und bekamen auf ihre Stühle einmal zwei Franklin-Bälle sowie ein schwarzes Balancepad gelegt: „Stellt eure Füße fest auf den Boden, um mehr Aufrichtung in den Körper zu bringen“, gab die Lehrerin für Holzblasinstrumente vor.
Eine Zusatzausbildung hat sie gemacht und referierte zur gesunden Musikschule. Dabei geht es um die Schulung der Körperwahrnehmung sowie eine verbesserte Haltung, um die Optimierung der Spielposition und das Vermitteln von Entlastungsübungen. Tatsächlich konnten die Zuhörer feststellen, dass den langgehaltenen Tönen dadurch eine andere, eine verbesserte Klangqualität innewohnte.
