Bei 3300 Euro ließ Oberbürgermeister Jürgen Kessing schließlich den Hammer fallen. „Verkauft“, sagte er. Zu diesem Preis ging das Gemälde „Hymne “ des deutschen Malers Max Ackermann über den Tisch. Es war der höchste Preis, der am Samstag bei der Versteigerung von Kunstwerken zugunsten der Stiftung Diakoniestation erzielt wurde.
Bietigheim-Bissingen „Theorie des Dialogs“ ist noch zu haben
83 Kunstwerke standen zur Versteigerung, weit mehr als die Hälfte fand einen neuen Besitzer.
Einen freute das Ergebnis der Versteigerung ganz besonders: Thomas Reusch-Frey, den Vorstand der Stiftung. Zum 50-jährigen Jubiläum des Zusammenschlusses von Bietigheim und Bissingen „wollen wir etwas für die soziale Stadt tun“, sagte Reusch-Frey bei der Eröffnung. Zum fünften Male bereits wurden gestiftete Kunstwerke angeboten. Sie stammen aus dem Besitz eines Sammlers und Kunstfreundes, der Bietigheim-Bissingen eng verbunden sei, wie Reusch-Frey sagte.
Regionale und Internationale Künstler
Im Katalog der Versteigerung fanden sich die Namen zahlreicher regionaler und lokaler bildender Künstler. Adam Lude Döring war gleich mehrfach vertreten. Bilder von Paul Reichle und Roland Bentz standen ebenso im Katalog wie die Werke von Gustav Schönleber, Richard Duschek und Robert Würth. Doch auch internationale Namen waren vertreten. Salvador Dali etwa mit zwei Farbradierungen, Marc Chagall mit Farblithografien und Jean Cocteau, ebenfalls mit einer Farblithografie.
OB Kessing gab sein Bestes, um die Kunstwerke zu Höchstpreisen an den Mann zu bringen. Mit den Worten „Geben Sie Ihrem Herzen einen Ruck“, forderte er die Bieter auf, nachzulegen, mal um zehn Euro, mal um 50 Euro. Unter den 83 Bildern seien „ein paar echte Schnäppchen“, warb er um Gebote. Denn alle Werke wurden weit unter dem Marktpreis angeboten. So wurde der Marktpreis von Max Ackermanns „Hymne“ mit 9000 Euro angegeben. Bei anderen Werken lag das Mindestgebot häufig zwischen lediglich 100 und 250 Euro.
Teuerstes Kunstwerk findet keinen Käufer
Das teuerste Kunstwerk jedoch fand zum Bedauern von Reusch-Frey keinen Käufer. Für die „Theorie des Dialogs“, so der Titel des abstrakten Gemäldes „hat sich niemand erwärmen können“, sagte er. Das Acryl-Bild stammt ebenfalls von Max Ackermann und stand mit einem Mindestpreis von 18.000 Euro im Katalog, bei einem angegebenen Marktwert von 48.000 Euro.
Dennoch kamen am Schluss der Versteigerung 24.920 Euro zusammen. Der gesamte Erlös kommt der Stiftung Diakoniestation zugute. Doch das ist nur das vorläufige Ergebnis. Mehr als die Hälfte der angebotenen Werke fand einen neuen Besitzer. Die übrigen Kunstwerke können auch nach der Versteigerung zum Mindestpreis erworben werden, wie er im Katalog genannt ist. Vielleicht findet sich ja doch noch jemand, der Interesse an der „Theorie des Dialogs“ von Max Ackermann hat. Michael Soltys
