Seit er 14 Jahre alt war, ist die Gaststätte des TSV Bietigheim eine Art Zuhause für ihn. Erst betrieben seine Eltern die Gaststätte, 2017 übernahm David Pinna dann den Familienbetrieb, den er alleine weiterführte. Und das ist keine kleine Aufgabe, denn die Gaststätte des TSV Bietigheim hat eine große Bewirtungsfläche, sowohl im Innen-, als auch im Außenbereich. „Ich wollte mich einfach verkleinern und habe mit dem TSV gesprochen“, sagt David Pinna.
Bietigheim-Bissingen TSV-Pächter verabschiedet sich
Gastronom David Pinna hofft, in Untermberg weitermachen zu können. Seine Nachfolger Steffen Schmidt, Wissam Bouhaj und Steven Weiser starten bereits im Januar.
Der Pachtvertrag für die Gaststätte lief eigentlich noch bis Ende 2026, doch Verein und Gastronom einigten sich, dass falls ein Nachfolger in Sicht sei, dieser Vertrag auch früher beendet werden könne. „Durch einen sehr konstruktiven Austausch mit David Pinna konnten frühzeitig Gespräche mit potenziellen Nachfolgern geführt werden. Zwischen dem neuen Pächterteam und uns hat die Chemie von Anfang an gestimmt, so dass wir uns schnell einig geworden sind“, erzählt Jan Bodmer, Geschäftsführer des TSV Bietigheim.
Neues Gastro-Trio beim TSV
„Ab dem 3. Januar 2026 wird die TSV-Gaststätte von der Triple S Gastronomie GmbH unter dem Namen TSV Restaurant Ellental geführt“, teilte der Verein in seinen Vereinsnachrichten im November mit. Steffen Schmidt, Wissam Bouhaj und Steven Weiser sind ab Januar die neuen Pächter der TSV Gaststätte. Froh zeigte sich der TSV-Geschäftsführer über die schnelle Nachfolge, denn: „Die Gaststätte ist ein wichtiger Bestandteil des Vereinslebens. Sie ist Sinnbild für Geselligkeit und Gemeinschaft und deshalb eine tragende Säule des TSV Bietigheim.“
Für Pinna hingegen ist noch ungewiss, wo er als Gastronom tätig sein wird. Bereits im Sommer hatte er sich nach einer freien Küche oder Backstube in der Stadt umgesehen und sich an die Stadt gewandt: „Das Liegenschaftsamt hat positiv auf die Anfrage reagiert und mir auch von der Gaststätte in Untermberg erzählt“, erinnert sich Pinna. Dabei kam dann gleich die Frage auf, ob er sich auch vorstellen könne, wieder eine Gastwirtschaft zu betreiben. Der Vorschlag gefiel Pinna, denn die Untermberger Gaststätte ist deutlich kleiner als die des TSV. „Auf der Terrasse in Untermberg gibt es 20 Plätze, in Bietigheim sind es 90“, erklärt der Gastronom.
Außerdem habe ihm der Standort in Untermberg gefallen. Sein Vater hatte an dem gleichen Standort, noch in dem vorherigen Gebäude, eine Gastwirtschaft betrieben, und Pinna lebt mit seiner Familie in Untermberg. Es würde also eigentlich sehr gut passen. Doch im Oktober wurde Pinna signalisiert, dass in den städtischen Kassen kein Geld für eine Renovierung der Gaststätte sei, die bereits seit mehreren Jahren brachliegt.
Also schaute sich der gebürtige Bietigheimer weiter nach Alternativen um. Doch die Untermberger, insbesondere Bernd Klein, der Vorsitzende des Vereins Sympathie für Untermberg, brachten die Gaststätte beim Bürgergespräch während der Kirbe aufs Tableau (die BZ berichtete). Der Gemeinderat stellte sich deutlich hinter das Anliegen der Bürger und des Gastronoms und so wurde vereinbart, die Kosten zu prüfen. „Am Montag vor einer Woche waren wir gemeinsam in Untermberg und haben uns nochmal alles angeschaut. Die Stadt geht von 250.000 Euro Kosten aus. Ich bin überzeugt, dass wir das noch gedrückt bekommen“, zeigt sich Pinna zuversichtlich. Denn auch er wolle sich an den Investitionskosten beteiligen und viele Untermberger Bürger hatten angeboten, durch Eigenleistung die Kosten zu reduzieren und bei der Renovierung mitzuhelfen. Nun müsse man abwarten, wie der Gemeinderat in der kommenden Sitzung darüber entscheidet. Pinna hofft auf Unterstützung und hat bereits eine andere Küche abgesagt, die ihm angeboten wurde. „Ich bin mit der Sportgastronomie groß geworden. Eine einfache Gastro, die machen wir auch recht gut. Das möchte ich gerne so weiter betreiben“, sagt Pinna.
Abschied fällt nicht leicht
Mit der TSV-Gaststätte geht für ihn ein 33-jährige Era zu Ende: „Es gibt Familien, da haben zuerst die Eltern ihre Hochzeit bei uns gefeiert und dann später die Kinder“, schwärmt der Gastronom, der die Freundschaften und Beziehungen schätzt, die in dieser Zeit entstanden sind. „Ich gehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge“, sagt der 48-Jährige.
Ähnlich geht es auch den Verantwortlichen beim TSV. „Die Familie Pinna war 33 Jahre lang gleichermaßen Kopf und Herz unserer Gaststätte. Viele Mitglieder kennen das Vereinsheim gar nicht unter anderer Führung. Selbstverständlich fällt der Abschied nach einer so langen Zeit nicht leicht und David wird mit Sicherheit fehlen“, sagt TSV-Geschäftsführer Jan Bodmer. Für Pinna steht fest: „Ich bleibe auf jeden Fall in der Stadt, ob Untermberg oder woanders, das wird sich dann zeigen.“ Den letzten Tag in der TSV-Gaststätte hat Pinna für seine Gäste am 13. Dezember geöffnet.
