Bietigheim-Bissingen Umweltfreundlich unterwegs

Von Helga Spannhake
Auch Lastenräder konnten ausprobiert und Erfahrungen ausgetauscht werden. Foto: /Martin Kalb

In Bietigheim-Bissingen geht man beim Mobilitätstag auf dem Kronenplatz der Frage nach, wie klimafreundliche, flexible und sichere Mobilität aussehen kann.

Kurz vor Beginn wurden noch eifrig Pavillons entfaltet, Plakate angebracht und Infotafeln aufgestellt. Ein großes Banner bedeckte den Boden am Stand der Initiative Bietigheim-Bissingen klimaneutral. Darauf zu sehen war, dass der Platz, den ein Auto einnimmt anderenfalls zwölf Fußgängern oder zehn Fahrrädern zur Verfügung stehen würde. Außerdem wurde der Frage nachgegangen, ob man kleinere Einkäufe nicht auch ohne Auto heimbringen könnte. Entstanden aus einem Bürgerbegehren widmet sich seit nunmehr vier Jahren das Team von Bietigheim-Bissingen klimaneutral dem großen Thema Verkehrswende: „Wir wollen die Leute ins Nachdenken bringen“, erklärte das hauptberuflich als Arzt arbeitende Mitglied der Initiative Jürgen Knieling.

Bis 2035 will Bietigheim-Bissingen, laut Gemeinderatsbeschluss klimaneutral werden und dafür braucht es ein Umdenken, eine Abkehr von der Individualmobilität, führte er weiter aus und traf damit auf offene Ohren beim Standnachbarn, dem Verein StadtMobil: „Man braucht nicht unbedingt ein eigenes Auto“ konstatierte die stellvertretende Filialsprecherin Bietigheim-Bissingen Barbara Koch. Drei Standorte mit insgesamt fünf Carsharing Fahrzeugen gibt es inzwischen in Bietigheim-Bissingen: „Noch ein E-Auto im Ellental, das wäre mein Wunsch“, bekannte Barbara Koch und ergänzte, dass sie dem Typ Elektroauto erst skeptisch gegenüberstand, aber das schöne und ruhige Fahrgefühl hat sie inzwischen restlos überzeugt.

Genussvoller Klimaschutz und Malwettbewerb

Um das Teilen ging es auch am Stand des Ludwigsburger Vereins Foodsharing. Sie hatten ihr „Smoothie-Bike“ mitgebracht und hier mussten die Besucherinnen und Besucher selbst in die Pedale treten, um nur mit ihrer Muskelkraft den Mixer anzutreiben. Heraus kam ein frisch zubereiteter leckerer Smoothie aus Banane, Birne, Traube, Nektarine, Pfirsich und Orangensaft. Zugleich sollte aufmerksam gemacht werden auf Lebensmittelverschwendung, denn es heißt mindestens haltbar bis und nicht tödlich ab, wie auf einem Schild zu lesen war. Vor Ort war ebenfalls das Klimaschutzteam der Stadt, die gekommen waren, um Hemmschwellen abzubauen: „Wir haben das Thema Mobilität ausgewählt und hoffen auf mehr Akzeptanz mit Spaß und ohne den Zeigefinger“, bewarb Stadtplanerin Miriam Rieger das Konzept. Damit auch die Kleinen schon mit Spaß vermittelt bekommen, dass es gut ist, etwas für die Umwelt zu tun, hatten sie auch entsprechende Malbücher im Gepäck und es gab sogar eine Preisverleihung: Beim Malwettbewerb für Grundschulkinder, der in diesem Jahr unter dem Motto nachhaltige Mobilität stand, hatten 20 Kinder mitgemacht und Baubürgermeister Michael Wolf war extra gekommen, um jeweils zwei dritte, zweite und erste Plätze zu vergeben. Ein erster Platz ging an die zehnjährige Lea Brandalik, deren Werk für die Jury zeigte, wie harmonisch ein klimafreundlicher Alltag sein könne. Und auch die neunjährige Anaya Gulzar überzeugte mit ihren bunten Farben und ihrer nachhaltigen Perspektive als Malerin. Michael Wolf zeigte sich bei beiden Bildern von der Detailliebe beeindruckt und gratulierte herzlich.

Beliebte Fahrradaktion des ADFC

Am Stand der SWBB-Stadtwerke gab es Informationen zu unterschiedlichen E-Auto Ladestationen, das Busunternehmen Spillmann informierte rund um den Nahverkehr sowie das Busangebot. Ausgestellt waren ebenfalls einige Lastenräder und eine kleine Schlange hatte sich beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) gebildet: „Da fahren wir mal hin“, das hatte Hans-Peter Riedl aus Ludwigsburg-Pflugfelden zu seiner Frau gesagt und nun stand er vor dem Antrag zur Codierung seines E-Bikes und füllte alles geduldig aus. „So eine Codierungsaktion kommt immer gut an“, wusste der Vorsitzende des ADFC Bietigheim-Bissingen Albrecht Kurz zu berichten, denn dieser Schutz vor Diebstahl ist bereits vom weitem zu erkennen an dem orangefarbenen Aufkleber und schrecke ab. Gern auf dem Rad unterwegs sind auch Schülerinnen und Schüler. Für sie gab es viele Informationen am Stand der Arbeitsgemeinschaft Radschulwegplan. Über 3000 gefährliche Stellen in Bietigheim-Bissingen wurden bisher gemeldet und 68 Prozent davon konnten bereits berichtigt werden – auch bei der laufenden Sanierung der B 27 wird ein neuer Richtungsfahrradweg entstehen, der weitere Problemstellen für Radler entschärft, war am Stand zu erfahren.

 
 
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