Bietigheim-Bissingen Umzug ins Green Building steht kurz bevor

Von Yannik Schuster
Optisch macht das Green Building bisher nur bedingt einen grünen Eindruck. In den kommenden Jahren, wenn die Pflanzen Zeit hatten, zu wachsen, soll der neuen Firmensitz der Bietigheimer Wohnbau seinem Namen aber alle Ehre machen. Foto: /Oliver Bürkle

Ende August bezieht die Bietigheimer Wohnbau ihren neuen Firmensitz an der B 27. Die neue Kita in den unteren beiden Stockwerken soll im September an den Start gehen.

Besonders grün ist es noch nicht, das Green Building, der neue Firmensitz der Bietigheimer Wohnbau. Doch die Bauarbeiten an dem auffälligen Bauwerk, das an ein großes Schiff erinnert, sind nahezu abgeschlossen. Lediglich letzte Restarbeiten, Einstellarbeiten und Mängelbeseitigungen seien noch im Gange, sagt Claudia Michler von der Bietigheimer Wohnbau auf Nachfrage der BZ.

Viel Zeit bleibt auch nicht mehr, denn ab Ende August ist der große Umzug der städtischen Tochter von ihrem bisherigen Firmensitz im Buch ins Lothar-Späth-Carré geplant. Vom 25. bis 27. August soll dieser stattfinden. Das Büro für den Kundenverkehr werde man an diesen Tagen schließen, bleibe aber telefonisch und per E-Mail erreichbar, so Michler. Die neuen Büroräume seien indes weitestgehend bezugsfertig und auch bereits den Mitarbeitern zugeteilt. Allerdings nehme man auch Bestandsmöbel, darunter etwa Schreibtischstühle und höhenverstellbare Schreibtische mit.

90 Prozent der Pflanzen

Auch Grün soll das Bürogebäude noch werden, schließlich setzt die Bietigheimer Wohnbau mit ihrem Neubau ganz auf das Thema Nachhaltigkeit. Etwa 90 Prozent der rund 40.000 Stauden und Zwiebeln sowie 400 Sträuchern, Kleingehölzen und Kletterpflanzen seien bereits gepflanzt, zum wachsen benötigten diese je nach Art zwischen einem Jahr und drei Jahren Zeit, berichtet Michler der BZ.

Mit dem Green Building strebt die Bietigheimer Wohnbau CO2-Neutralität an. Energie soll nicht nur gespart, sondern auch bereitgestellt werden. Einen großen Teil von den jährlich erwarteten 160.000 Kilowattstunden im Verbrauch sollen die Photovoltaik-Elemente entlang der Fassade mit bis zu 120.000 Kilowattstunden selbst produzieren.

Zudem wird die Heizungs- und Kühlanlage intelligent gesteuert, ebenso die Wärmerückgewinnung sowie die Beleuchtung und Verschattung. Ein ausgeklügeltes Wassermanagement sorgt für maximale Ressourceneffizienz bei der Pflanzenbewässerung: Zusammen mit dem Regenwasser wird das eigene Grauwasser, das in einer Schilfrohr-Kläranlage direkt vor Ort aufbereitet wird, für die Bewässerung verwendet.

Beim Bau selbst wurde auf nachhaltige Materialien wie etwa Recyclingbeton gesetzt. Bei nicht tragenden Elementen konnte zudem Material eingespart werden, indem rund 34.000 Hohlkörper in die Decke eingebracht wurden. Weiterhin wurde auf verputzte und gestrichene Oberflächen weitgehend verzichtet.

Kita startet im September

Die ebenfalls neue Kita in den unteren beiden Stockwerken wurde in der vergangenen Woche der Stadt übergeben. Ende September sollen hier sukzessive die ersten Kinder aufgenommen werden. Geplant ist die Kita mit sechs Gruppen und insgesamt 105 Plätzen. Die Öffnungszeiten sind von 7 Uhr bis 16 Uhr vorgesehen. Innerhalb dieses Zeitrahmens wird es eine achtstündige Ganztagsbetreuung sowie das Betreuungsangebot der Verlängerten Öffnungszeit mit sieben Stunden geben.

Der bisherige Firmensitz der Bietigheimer Wohnbau soll zunächst die Bissinger Verwaltung beherbergen während das dortige Rathaus umfassend saniert wird. Für die Zukunft schwebt der Stadtverwaltung an dieser Stelle jedoch ein Wohnquartier vor, das alte Bürogebäude müsste dann weichen.

 
 
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