Derzeit läuft mit der B 27-Sanierung durch das Regierungspräsidium Stuttgart und die Stadt ein Mammutprojekt. Im Bildungsbereich wurden für viele Millionen Euro Schulen saniert und Kindergärten neu gebaut oder erweitert, im Lothar-Späth-Carré wurde beziehungsweise wird ein großes Neubaugebiet realisiert. Die Stadt ist also ein gutes Pflaster für die Baubranche – doch gleichzeitig gibt es auch eine ganze Reihe von Plänen, die aus unterschiedlichen Gründen derzeit noch in der Schublade liegen. Einige Beispiele im Überblick.
Bietigheim-Bissingen Viele Projekte liegen noch auf Eis
Vom Bogenviertel über eine neue Nutzung des Paulaner-Geländes bis zu einer Sporthalle im Ellental: So manche Pläne in der Stadt wurden noch nicht verwirklicht. Ein Überblick.
Projekte mit Sperrvermerk
Allein sechs Projekte in einem Gesamtvolumen von 10,8 Millionen Euro haben im Haushaltsplan für das laufende Jahr einen Sperrvermerk erhalten. Das heißt, angesichts knapper Kassen und einem großen Defizit im Ergebnishaushalt steht für sie erst einmal kein Geld zur Verfügung. Betroffen sind unter anderem die energetische Sanierung des Bissinger Rathauses, der Bau eines Funktionsgebäudes im Sportpark Ellental und der Neubau beziehungsweise die Verbreiterung des Enzstegs beim Hotel/Restaurant Eberhards. Letzteres wird für notwendig erachtet, weil die vorhandene Enzbrücke die mittelfristig geplanten Anforderungen (regelkonforme Breiten für Fußgänger und Radfahrer, eine zusätzliche Trasse für die Fernwärmeleitung) nicht erfüllen könne. Das Funktionsgebäude im Sportpark ist ein lange gehegter Wunsch der Sportler aufgrund des schlechten baulichen Zustands der bestehenden Umkleide-, Dusch- und Sanitärräume.
Teure Pläne in Sachen Sport
Warten müssen auch noch zwei weitere Sportprojekte: Zum geplanten Hallenbad im Ellental, bei dem man mit Kosten von 25 bis 30 Millionen Euro und Folgekosten von zehn Prozent davon rechnen muss, hatte Oberbürgermeister Jürgen Kessing schon vor Jahren erklärt, es gebe dafür keine Zuschüsse und die Kosten könnten im Moment weder die Stadtwerke noch die Stadt stemmen. Ambitionierte Pläne für eine Ballsporthalle im Ellental waren vom Unternehmen Thesauros zusammen mit Hotel und Lebensmittelmarkt vorgestellt, nach einer Informationsveranstaltung mit vielen kritischen Anmerkungen dann aber im vergangenen November auf die Halle reduziert worden.
Unklar ist nach wie vor, wie es auf dem Gelände des früheren Paulaner-Biergartens an der Enz weitergeht. Das Areal war nach dem Auslaufen des Pachtvertrags mit dem Pächter Ende 2024 an die Stadt zurückgegeben worden, diese ließ das Biergarten-Gebäude, das ehemalige Trachtenvereinsheim, 2025 abreißen. Seither gibt es sowohl Überlegungen, dort in kleinerem Umfang wieder einen Biergarten einzurichten als auch eine Grünfläche anzulegen.
Noch keine Entscheidung
Für das ehemalige DLW-Gelände, das nach dem Erwerb durch die Stadt und das Immobilienunternehmen Oswa zum Bogenviertel umbenannt wurde, wurden bereits 2019 Pläne für eine Neubebauung in einer Mischung aus Gewerbe und Wohnungen präsentiert. Seither hat sich an verschiedenen Stellen etwas getan: Die Stadtwerke haben ihre Energiezentrale errichtet, jüngst ist die Feuerwehr interimsweise in ehemalige Fabrikhallen eingezogen, das frühere Verwaltungsgebäude wird von Reha Hess saniert und umgebaut, das daraus einen Gesundheitscampus machen will, und Oswa hat seinen Anteil an der Fläche an die Stadt verkauft. Zu der geplanten Bauoffensive ist es aber noch nicht gekommen. Hintergrund sind der schwächelnde Immobilienmarkt und die Tatsache, dass es mit dem Lothar-Späth-Carré und dem geplanten Aurain-Carré weitere Baugebiete in der Nähe gibt. Es mache keinen Sinn, eine weitere große Fläche auf den Markt zu werfen, hatte OB Kessing dazu erklärt. Dies sei auch nicht finanzierbar.
Zur Frage, ob es bei der Realisierung der genannten Projekte inzwischen neue Entwicklungen oder Termine gibt, hieß es am Montag aus dem Rathaus nur, noch sei keine Entscheidung gefallen.
