„Die Gaststätte ist noch nicht abgehakt“, betont der Untermberger Gastronom David Pinna. In seinem Hof steht seit einiger Zeit ein Foodtruck. Seit Anfang April bietet er von dort aus einen Pizzalieferservice an.
Bietigheim-Bissingen Von der Gaststätte in den Foodtruck
Der Untermberger Gastronom David Pinna hat einen Pizzalieferservice gestartet. Das besondere: Die Backstube befindet sich in einem Foodtruck.
Der ehemalige Pächter der TSV Gaststätte wollte sich verkleinern und die Untermberger sahen eine Chance, die alte Gaststätte „Burgblick“ wiederzubeleben (die BZ berichtete). Doch bisher habe sich an dieser Stelle nichts getan. Die schwierige Finanzlage der Stadt gebe eine Renovierung der Gaststätte nicht her, lautete damals das Credo der Verwaltung.
Ein Angebot der Stadt, die Gaststätte auf eigene Kosten zu renovieren und dann zu reduzierter Miete die Räumlichkeiten zu pachten, nahm Pinna nicht an. Die Investitionskosten zu hundert Prozent zu tragen, sei für ihn nicht möglich gewesen. Auch Ideen des Vereins Sympathie für Untermberg, über eine Genossenschaft an das Geld für die Renovierung zu kommen, seien zum jetzigen Zeitpunkt nur eine Idee geblieben. Als klar war, dass sich in den Gaststättenräumen so schnell nichts tun werde, machte sich Pinna im November auf die Suche nach einer anderen Lösung.
Langer Ausbau notwendig
Über Gastronomiemessen sah er sich die verschiedenen Foodtruck-Optionen an und erwarb schließlich einen 7,5 Tonnen schweren Truck. „Der Ausbau hat fast ein ganzes Quartal gedauert. Für den Foodtruck habe ich auch einen Ofen gekauft“, erzählt Pinna.
Die Herausforderungen beim Foodtruck seien hauptsächlich die Kühlung und die Arbeitsfläche, sagt der Gastronom. „Ich bin ganz zufrieden. Der Ausbau lief in enger Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt.“ Als dann auch die Homepage für die Bestellungen stand, begann Pinna seinen Lieferservice aus dem Foodtruck im Hof vor seinem Haus. Die Resonanz der Kunden sei bisher gut gewesen. Gerade das Wochenende zum Ende der Osterferien habe dem Team im Foodtruck einiges abverlangt. „Zu viert kann man da drinnen arbeiten“, sagt Pinna. „60 Prozent der Bestellungen holen die Leute selbst ab. Den Rest liefern wir aus. Wir haben zwei Fahrzeuge“, erklärt der Untermberger.
Flexible Lösung
Und wenn sich beim ehemaligen Burgblick doch noch etwas tue? „Dann bin ich flexibel“, sagt Pinna. Der Foodtruck-Markt sei „am Boomen“. Das habe er gemerkt, denn als er noch nicht einmal den Ausbau fertig hatte, bekam er bereits Kaufanfragen.
Doch an Verkauf denkt der Untermberger nicht. Sollte sich in den Gaststättenräumen in den nächsten Jahren etwas tun, könne er den Foodtruck nebenbei betreiben oder verkaufen. Doch vorerst bleibt der Foodtruck in Untermberg in seinem Hof, außer er wird zu einer Veranstaltung gebucht, denn auch in dieser Hinsicht ist Pinna mit seinem Foodtruck ganz flexibel. Petra Neset-Ruppert
